Gnackwatsch’n

Erntedank in der Motohall

Wer rüttelt da am Gnackwatsch’nbaum? Die Ernte ist reif, man fasst es kaum! Wie schön, dass wir diese Gewaltkolumne haben, so dringend haben wir schon lange nicht mehr der Triebabfuhr bedurft! Eine lange Schlange älterer Herren wartet unter unserem Ohrfeigenbaum auf Züchtigung. Die erste dicke Frucht trifft Kultur-Altspatz-LH Josef Pühringer, dem wir den Motohall-Trallawatsch ursprünglich zu verdanken haben. 4,5 Millionen Steuer-Euro stopft er einem Unternehmen in den Auspuff, das jährlich mehr als 100 Millionen Gewinn macht. Unmittelbar trifft eine zweite Frucht den KTM-Chef und 12-Stunden-Tag-Fetischisten Stefan Pierer; es hält die Watsch’nhand in seinem Genick so lange Kirtag, bis er das Geld reuig zurückgibt. Und nein, Spenden an die Türkisen zählen nicht als Wiedergutmachung! Apropos – für Ex-Kanzler Sebastian Kurz haben wir deswegen auch Nackenfutter vorbereitet. Thomas Stelzer duckt sich schon, er könne ja nichts dafür, außerdem seien die Sozis auch dafür gewesen … KLATSCH! macht’s im Gnack für das sauteure Zusagen-Einhalten. KLATSCH! macht’s ein zweites Mal für seinen Kahlschlag in der Freien Szene bei Amtsantritt. «Niemand anderer hat deswegen draufgezahlt!» verteidigt sich der Landeshauptmann, und KLATSCH! macht’s ein drittes Mal. Uff! Nun ist unsere Wut fast verpufft, aber ein paar Gnackwatsch’n hängen noch lose an den Ästen, und zwar je eine für die Grünen, die Roten und die Blauen. Man muss nicht jeden Scheiß durchwinken! Doch halt, haben wir da nicht jemanden vergessen? KTM habe «die Förderkriterien absolut erfüllt» und «Beschwerden haben mich noch nie erreicht!» sagt da einer, der es besser wissen muss, und den nun unsere letzte Gnackwatsch’n dieser Ernte trifft – Kulturdirektor Kräter. Die behauptete Empfehlung des Museumsverbundes hat es nie gegeben. Und die Förderabteilung hat monatelang die Hände in den Schoß gelegt, wenn es um die Anträge von Kulturinitiativen ging. PATSCH!

Erschöpft halten wir nach dem symbolischen Strafgericht inne. Nein, so sind wir nicht. Auch wenn Künstler*innen und Kulturschaffende wohl noch ein wenig Fantasie haben dürfen, wir hauen keine Menschen, jedenfalls nicht im echten Leben. Apropos: Wer kümmert sich eigentlich im echten Leben um die Konsequenzen?

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