Ferialjob KUPF

Edith Huemer übers sommerliche Arbeiten für die KUPF

Statistische Nabelschau

Wie ist es um die Kulturinitiativen in Oö finanziell bestellt? Wie werden etwaige Förderungen eingesetzt? Die KUPF erhebt seit Jahren Zahlenmaterial ihrer Mitglieder, um sich in die Kulturpolitik einzumischen. Dabei ist klar, dass sich der eigentliche Mehrwert von Kulturarbeit nicht in Zahlen messen lässt. Diese Datenvisualisierung gibt Einblicke in das vergangene Jahr: Die Situation bleibt eine angespannte. Datavis: Michael Reindl

Kulturpolitik nach der Leerstands-Show

Martin Wassermair über aktuelle Kulturpolitik und mögliche Auswege. Am Abend der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen 2001 wurde der zu diesem Zeitpunktamtierende Kunstsektionsleiter in einem privaten Gespräch gefragt, wie er, der nur ungern gelittene Oppositionelle im damals rechts-konservativ geführten Bundeskanzleramt, seine Rolle anzulegen gedenke, sollte ihm eines Tages eine kulturpolitische Regierungsfunktion übertragen werden. Andreas Mailath-Pokorny zögerte nicht eine Sekunde. Als Kulturpolitiker, so die prompte Antwort des hochrangigen Beamten, würde er auch in Österreich den allgemeinen Stellenwert eines Jack Lang einnehmen, jederzeit unerschrocken aufstehen und womöglich als erster die mahnende Stimme der Staatsführung erheben, falls eine Bedrohung der demokratischen Grundlagen unserer Gesellschaft …

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Parteien und Positionen

Die alte Tante KUPF! Im Rahmen ihrer Wahlkampfbegleitungen folgt sie alle paar Jahre einer sorgfältigen Liturgie des Fragen-Stellens. Ein wohl durchdachter Fragenkatalog erging auch heuer an die antretenden Parteien – es kommen also auch die KP und Neos zu Wort, nur auf die Christen hat die KUPF vergessen. Blitz hat sie deshalb aber noch keiner getroffen. Fünfzehn Fragen zur oberösterreichischen Kulturpolitik hat die KUPF zusammengestellt und prüft damit den kulturpolitischen Stand der Dinge der Parteien. Von einem verklausuliertem „Was macht ihr eigentlich?“ bis zu „Was wollt ihr eigentlich?“ ist alles darin versteckt, Standpunkte zu mehrjährigen Förderverträgen, Freien Medien und Regionalentwicklung …

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Kulturpolitik in den Zeiten der Mangelwirtschaft

  Die Zeit der kulturpolitischen Thesenpapiere, der Visionen («Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik» lautete das Credo) ist vorbei. Auch im kulturpolitischen «Diskurs» scheint man sich mit den «Rahmenbedingungen» abgefunden zu haben. «Gesellschaftspolitik » spielt da (vordergründig) keine Rolle. Den Blick in «eine» Zukunft wagt kaum wer. Unverschämte Forderungen sucht man vergeblich.     In den Texten zur Kulturpolitik ist noch immer viel vom «Müss(t)en» und «Soll(t)en» die Rede. Aber man fühlt sich zunehmend an Robert Musils «Mann ohne Eigenschaften» erinnert, worin es einmal über den «Essay» heißt, dieser nehme ein «Ding von vielen Seiten», jedoch «ohne es ganz zu erfassen». Ähnlich verhält …

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Menschenfeinde. Kein Aber.

Ich hab ja nichts gegen sprachliche Veränderungen, aber ist euch aufgefallen, dass das «aber» verschwunden ist? Sieht man von offenen Hasstiraden mal ab, hat der gemeine Menschenfeind bis vor kurzem noch sprachliche Konzessionen an den damaligen Zeitgeist gemacht und jedes noch so dumme Vorurteil mit der Redewendung «Ich hab ja nichts gegen (hier wahlweise Ausländer, Schwule, Muslime usw. einsetzen), aber … » eingeleitet. Trotz der Ressentiments waren offenbar noch viele der Meinung, dass das sein müsste. Ähnlich wie der beliebte Nachsatz «Das wird man ja wohl noch sagen dürfen», Rechtfertigung und Schuldeingeständnis gleichermaßen. Wie herrlich defensiv war das doch im …

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An vielen Grenzen

Im Frühling waren Aktivistinnen der oberösterreichischen Fraueninitiative Mirabal im türkisch-syrischen Grenzgebiet unterwegs. Thomas Rammerstorfer hat sie begleitet. Bilder einer Region auf der Schwelle zum Krieg. Diyarbakır, auf kurdisch Amed, wird gerne als die heimliche Hauptstadt Kurdistans bezeichnet. Von Heimlichkeit ist aber nicht mehr viel zu sehen. Die pro-kurdische Partei regiert hier mit satter Mehrheit, die Straßen und Souvenirstände sind geprägt von den kurdischen Farben: rot, gelb, grün. Selbst in Amtsgebäuden hängen Öcalan-Portraits. Die Türkei scheint hier weit weg. Sie ruft sich in Erinnerung durch gepanzerte Wasserwerfer und Räumfahrzeuge, die an allen großen und vielen kleineren Kreuzungen stehen – Tag und …

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Ein Plädoyer gegen die Expertise

Medienkolumne von Olja Alvir Nicht erst seit der vertraglichen Bindung von Professor (das muss man jedes Mal dazusagen, wo kämen wir denn sonst hin) Peter Filzmaier als Haus- und Hofnarr, äh, -Analyst und der daraus folgenden Allgegenwärtigkeit seiner ruhigen Zusammenfassungen und subtilen Pointen im Programm ist klar, dass Österreich einen, sagen wir, eigentümlichen Umgang mit Expert*innen hat. «Was liegt, das pickt» gilt hier nämlich, und wer einmal in einem Medium herbei-expertiert wurde, bleibt dauerhaft am Schirm. Und in den Telefonbüchern und Kontakten der Redakteur*innen, was einer der Gründe ist, warum immer dieselben Leute zu den selben Themen befragt werden. Dieses …

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Alphabet

Netzkolumne von Martin Wassermair Im Anfang war das A. Kaum ein historisches Ereignis hat sich so sehr in den überlieferten Weltenlauf eingetragen wie die Erfindung des Buchdrucks und der damit verbundene Anbruch des Gutenbergschen Zeitalters. Mit der Popularisierung des Alphabets ging ab Mitte des 15. Jahrhunderts eine Selbstermächtigung des schier endlos in Unwissenheit gehaltenen einfachen Volkes einher, das sich fortan nicht nur besser zu orientieren wusste, sondern mit seiner zunehmend erworbenen Kenntnis des Lesens und Schreibens auch die immerwährenden Systeme von Macht und Unterdrückung nachhaltig erschüttern konnte.Mehr als ein halbes Jahrtausend später – so macht es den Eindruck – steht …

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Refugees welcome

Asylwerberinnen docken bei ehrenamtlichen, zum Beispiel bei Kultur-Initiativen an. Die KUPFzeitung hat nach ihren Herkunfts- und Fluchtgeschichten gefragt und danach, welche Erfahrungen sie mit Vereinen in Österreich machen. Yosief Tsegay Lehrer, Eritrea „Ich komme aus Eritrea und flüchtete wegen der dort herrschenden Diktatur, zuerst in der Nacht und zu Fuß ins Nachbarland Äthiopien. Das war mit einem nicht geringen Risiko verbunden, da die an der Grenze stationierten Soldaten den Befehl haben, auf Flüchtlinge zu schießen. Nach zwei Monaten in einem Camp in Äthiopien, flüchtete ich – ebenfalls zu Fuß – in den Sudan. Dann verbrachte ich acht Tage in einem …

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Wo die BettlerInnen wohnen

Tagsüber sitzen sie in der Fußgängerzone. Nachts schlafen sie in Abbruchhäusern oder in Zelten neben der Autobahn. Bis sie vertrieben werden. Eine Spurensuche in Linz.   Die Polizei kam in der Früh, um das «Bettlerhaus» in Linz zu räumen. Mit dabei Stadtwache, Rotes Kreuz, Jugendamt, SozialarbeiterInnen. Allesamt Profis, doch die Zustände in dem abbruchreifen Haus schockierten selbst die Abgebrühtesten. Mitten in Linz stießen sie auf Wohnverhältnisse, wie man sie in Europa eigentlich nicht mehr kennt. Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung. Die Notdurft wurde einfach in zwei der Zimmer verrichtet. Der Gestank war nur schwer auszuhalten, lebten dort doch an …

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Speichern, vergüten, verteilen

Das UrheberInnen-Recht ist novelliert! Es hat aber – genauso wie die neue „Speichermedienvergütung“ – auch jetzt nichts mit Fair Pay im Kunst-, Kultur- und Medienbereich zu tun. Am 7. Juli hat der Nationalrat mit den Stimmen der Regierungsparteien eine Novelle zum Urheberrechtsgesetz verabschiedet, die am 1. Oktober in Kraft treten soll. Nun heißt die «Leerkassettenvergütung» also «Speichermedienvergütung» und betrifft Festplatten, Sticks, Smartphones und was es noch alles an digitalen Datenträgern gibt. Das funktioniert so: Ein kleiner Prozentsatz des Verkaufspreises je «Speichermedium» wird, wie zuvor beim Verkauf von «Leerkassetten», vom Elektronikhandel als «Vergütung» auf den Verkaufspreis draufgeschlagen und an die Verwertungsgesellschaften …

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Die Kunst des öffentlichen Raums

Spaces, Planning Unplanned & Free Spaces – gelesen und gesehen von Edith Huemer. SPACES bedeutet «Räume», im vorliegenden Fall ist es das Akronym für «Sustainable Public Areas for Culture in Eastern Countries», ein aus dem EU-Topf des Eastern Partnership Culture Programms gefördertes Projekt. Im Fokus standen künstlerische, politische und aktivistische Raumannahmen in Armenien, Georgien, Moldawien und in der Ukraine. FREE SPACES heißt der Film dazu: Ina Ivanceanu porträtiert KünstlerInnen und AktivistInnen in Chișinău, Tiflis, Jerewan und Kiew. Premiere feierte die Doku beim Crossing Europe, im Herbst läuft der Film beim kinokis mikrokino in Wien. Auch ein Buch ist im Rahmen …

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Alternativen zur Lohnvertragsarbeit

Silvia Weißengruber: Arbeit und Kritik – Versuche alternativer Lebenspraktiken im Neoliberalismus. Schon der Ausflug in die Etymologie ist erhellend, denn Arbeit ist – man glaubt es kaum – nur ganz selten ein positiv besetzter Begriff. Mühsal, Not, Strafe, Folter sind nur einige der Bedeutungen. Die KUPFzeitung beschäftigt sich regelmäßig mit dem Thema – in der Kultur, aber auch darüber hinaus, und da kommt uns die Diplomarbeit von Silvia Weißengruber gerade recht. Sie beschreibt den Aufstieg der Lohnvertragsarbeit zum dominanten Fetisch unserer Zeit und maßgeblichen identitätsstiftenden Faktor der Gesellschaft. Vor allem aber untersucht sie die Lebensentwürfe von Menschen, die sich bewusst …

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Empfehlungen

Kultur schafft sich ab (Zeitschrift), Die Referentin (Zeitschrift), rubia salgado / maiz (Sammelband) und freiräumen (DVD).   „Kultur schafft sich ab“ Die neue Zeitschrift der IG Kultur Österreich ist da! Zwei mal jährlich widmet sich eine Ausgabe einem Schwerpunkt – dieses Mal der «Ökonomisierung der Kultur» – mit den Rubriken Politik, Praxis, International, Theorie, IG Arbeit, Literatur und Kunst. Kolumnen der Gebrüder Moped, von «Baronessa von Kleingeld» und Andi Wahl runden das Gesamtpaket ebenso ab wie zahlreiche Abbildungen des Kunstkollektivs Rhizom. IG Kultur Österreich (Hg.), Zentralorgan für Kulturpolitik und Propaganda, 1.15, Wien 2015. igkultur.at Die Referentin Die Referentin ist das …

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