Die SPÖ und die Flüchtlinge

Kolumne von Andi Wahl

Ich schätze es sehr, dass in Oberösterreich die Wege zur Politik sehr kurze sind. Will man einen Termin, so bekommt man diesen (meist) auch. Kürzlich war ich bei einem Vertreter der SPÖ. Unter anderem sprachen wir auch über den Umgang mit Asylwerber_innen, und was bekam ich da zu hören? Dass man natürlich für Humanität und Menschlichkeit sei, aber man müsse hier sehr behutsam vorgehen, dürfe niemanden verschrecken – die Stimmung. Dabei sagen laut einer von der ÖVP präsentierten Umfrage 78 %, dass wir die Verantwortung haben, Kriegsflüchtlinge bei uns aufzunehmen. Am liebsten hätte ich den Kerl bei den Ohren genommen und angeschrien: «Die Mehrheit will nicht, dass Menschen auf dem nackten Boden schlafen müssen, dass Kinder auf der Wiese entbunden werden und Ärzte ohne Grenzen nicht zu den Flüchtlingen in Lager darf! Die Mehrheit will, dass Menschen menschenwürdig behandelt werden! Und du Hosenscheißer traust dich nicht diese Mehrheitsmeinung zu vertreten!»
Ich habe es nicht getan. Dafür möchte ich mich hier in aller Form entschuldigen. Vor allem bei der SPÖ.

 

Comic von Stephan Gasser

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