Call4Beiträge

KUPFzeitung #199 Übergang
Unsere Herbstausgabe sucht Beiträge zu Zugehörigkeit, Generationen und allem, was wir übergeben (wollen und könnten). Honorar: 3 Cent pro Zeichen. Vorschläge für Text, Illustration, Fotos bis Ende Juni an zeitung@kupf.at schicken, absprechen und bis Anfang August realisieren.
Einreichen bis 30. Juni 2026
kupf.at/call4articles

Liebe Autor*innen, Künstler*innen, Kulturarbeitende, Journalist*innen, Medienarbeitende, Kritiker*innen, Denker*innen, Kulturinteressierte und Menschen, die Übergänge nicht nur beobachten, sondern mitgestalten (wollen).

Strukturen sind oft starr und wir möchten sie durchbrechen. Manchmal verschieben sie sich aber auch ohne gezielte Eingriffe, die Veränderungen anstoßen sollen. Menschen kommen dazu, andere ziehen sich zurück. Rollen verändern sich oder lösen sich auf. Übergänge entstehen nicht entlang klarer Linien. Sie überlagern sich, erzeugen Reibung und führen zu Aushandlungsprozessen. 

Generationen treffen aufeinander, nicht immer freiwillig und nicht immer auf Augenhöhe. Neue Stimmen suchen Zugang, andere verteidigen bestehende Positionen.. Wer bleibt, wer geht, wer gefragt wird und wer nicht gehört wird, entscheidet über Beständigkeit, Anpassungsfähigkeit und Ausschluss. 

Zurücktreten wird häufig als schwieriger Schritt wahrgenommen. Räume zu öffnen als Herausforderung. Wir bevorzugen es, an Vertrautem festzuhalten. Neue Ansichten und Zugänge werden oft mit Skepsis betrachtet. Aber was bisher funktioniert hat, trägt nicht automatisch weiter.

Raum für offenes Zuhören zu schaffen ist Arbeit. Keine höfliche Geste, sondern eine Entscheidung, Verantwortung teilen oder übergeben zu wollen. Es geht um Macht(-verlust), Deutungshoheit und Kontrolle. Wie können wir lernen, unser Misstrauen abzulegen und uns auf Veränderungen einzulassen? Welche Strukturen ermöglichen oder unterstützen das? Welche Anteile verändern sich dabei, welche bleiben bestehen? Und wann kommt es dazu, dass nicht die Strukturen durch Menschen, sondern die Menschen durch Strukturen verändert werden?

In der Kunst- und Kulturbranche greifen Arbeit und Freizeit oftmals ineinander – oder? Gibt es Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen, die ihre Arbeit(szeit) gut abgrenzen? Gehören sie einer bestimmten Generation an oder sind andere Zugehörigkeiten oder Selbstverständnisse ausschlaggebend? Wie wird das in Zukunft sein? Welche good, best oder worst practice Beispiele zeigen, wie wir Vorstellungen und Ansprüche weitergeben? Wie gehen wir mit Belastungsgrenzen und Erschöpfung um? Was wurde uns selbst übergeben und was davon haben wir gerne angenommen, was lieber abgelegt (und wie geht das?)?

“Übergabe” betrifft auch Daten und digitale Infrastrukturen. Systeme laufen weiter, obwohl sie oft kaum jemand vollständig versteht. Was braucht es für gelingende Übergänge im Digitalen? Was passiert mit digitalen Kunstwerken, Online-Archiven oder Veranstaltungsplattformen, wenn jene Personen wegfallen, die sie aufgebaut und betreut haben? Was braucht es, damit digitales Wissen und digitale Infrastruktur nicht verloren gehen? Wie kann Kunst und Kultur mit neuen Technologien umgehen? Wie lernen wir, mit zunehmend intransparenten Algorithmen, monopolisierten Plattformen und Künstlicher Intelligenz umzugehen? Wie können wir diese Technologien zu unseren Gunsten nutzen und dabei Datensicherheit sowie geistiges Urheberrecht schützen?

Wenn Archive vermehrt aus dem öffentlichen Raum in digitale Räume verlagert werden, wie können wir sicherstellen, dass die Daten, auf die wir zugreifen, verlässlich sind? Welche Rolle spielen dabei Medienkompetenz und Vermittlung?

Und schließlich: Welche Welt übergeben wir?

Im globalen Kontext wird Übergabe zu einer Frage von Ungleichheit. In Wäldern, Städten, Küsten und Lebensräumen machen sich die Folgen von Entscheidungen bemerkbar, die längst getroffen wurden. Menschen werden – etwa durch Emissionen und Ressourcenverbrauch – verantwortlich für Entwicklungen in ganz anderen Regionen dieser Welt – und zu anderen Lebzeiten als der eigenen. So werden Übergänge zu einem fortlaufenden Weitergeben von Entwicklungen, die auch belastend sein können.

Wie können wir in unserem heutigen Handeln die Konsequenzen für morgen mitdenken? Und allgemeiner: Wie kommen wir stärker ins Geben? Was hilft uns dabei und welche Rollen können Kunst und Kultur dabei spielen? Was machen gesellschaftliche Übergänge aus – damals wie heute – ob von einem politischen oder ökonomischen System ins andere, ob durch Reformen oder Revolutionen, ob von der Sub- in die Hochkultur, von der freien Szene in die institutionelle Kulturarbeit und retour?

Welche Rahmenbedingungen braucht es in Übergangsphasen – egal ob Perimenopause, Ortswechsel oder eine Erbschaft den Alltag verändern –, um Kunst- und Kulturarbeit zu gewährleisten?

Wir interessieren uns für Beiträge, die diese Formen von Wandel aus unterschiedlichen Perspektiven untersuchen. Analytisch, politisch, strukturell, kritisch. Mit Blick auf Nachfolge, Wissensweitergabe, Konflikte in Organisationen, Rückzug und Neubeginn sowie auf Situationen, in denen Veränderungen blockiert oder solidarisch gesteuert werden.

Auch Fun Facts zu Bahnübergängen und ähnlichen (öffentlichen) Räumen sind willkommen!

Gesucht sind Texte, Interviews, Kommentare, künstlerische Arbeiten, Datenvisualisierungen und Bildstrecken. Ebenso willkommen sind Perspektiven auf institutionelle Abläufe, informelle Strukturen, Machtverschiebungen sowie auf Zuhören und Nichtzuhören in Kultur und Gesellschaft.

Schickt uns eure Ideen und Beiträge.

Herzliche Grüße
Das Redaktionsteam der KUPFzeitung

Deadline und Auswahl:
Wir freuen uns über Artikelvorschläge bis zum 30.06.2026. Das Formulieren einer Idee, eines Zugangs, einer Skizze etc. ist ausreichend. Sollten wir dich / Sie noch nicht so gut kennen, bitten wir um ein paar Sätze zur Person. Das Redaktionsteam der KUPFzeitung wählt die Beiträge aus (Ella Kronberger, Tamara Imlinger sowie fallweise weitere Personen aus dem Büroteam der KUPF OÖ). Redaktionsschluss ist bei einer Zusage dann Anfang/Mitte August und Anfang/Mitte September erscheint die neue KUPFzeitung.

Fertige Beiträge und Re-Prints:
Das Formulieren einer Idee in ein paar Sätzen ist ausreichend. Gerne könnt ihr / können Sie uns aber auch ausformulierte Beiträge oder Entwürfe schicken – im Umfang von 2.000 oder 4.000 Zeichen. Wir geben redaktionelles Feedback und besprechen gegebenenfalls gemeinsam die Ausrichtung des Beitrags. Auch bereits veröffentlichte Beiträge sind willkommen. Je nach Umfang etwaiger Adaptierungen können wir dafür mindestens die Hälfte des regulären Honorars anbieten.

Abbildungen:
Die KUPFzeitung erscheint im Vierfarbdruck. D. h. auch visuelle Beiträge sind gern gesehen: Wir freuen uns über Illustrationen, Grafiken und Abbildungen, die in dieser Form gut umgesetzt werden können, über (Daten-)Material, das sich gut visualisieren lässt und über experimentelle Beiträge.

Honorar und Umfang:
Wir zahlen nicht die Welt, aber 3 Cent pro Zeichen, und haben Platz für Texte mit 2.000 bis 6.000 Zeichen. Sollte es am Finanziellen oder am Umfang scheitern, bitten wir um ein Angebot. Wir bemühen uns, die gewünschten Beitragslängen zu berücksichtigen, bitten aber um Verständnis, dass wir hier gegebenenfalls Rücksprache halten und je nach Zusammensetzung der gesamten Ausgabe die Beiträge abstimmen. In Einzelfällen können wir ein höheres Honorar zahlen. Angewiesen sind wir darüber hinaus auf Beiträge, die ohne Honorar umgesetzt werden können – wenn das für Sie/dich im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses oder als Soli-Beitrag möglich ist, freuen wir uns!

Weitere Infos:
Alle wichtigen Infos zur Gestaltung der Beiträge gibt es hier: https://kupf.at/info-fuer-autorinnen-der-kupfzeitung. Und das Archiv der KUPFzeitungen liegt hier: https://kupf.at/zeitung/Mailingliste abonnieren:
4x im Jahr die Calls für Beiträge in der KUPFzeitung per Mail erhalten? Einfach hier eintragen: https://lists.servus.at/mailman/listinfo/call-kupfzeitung-lists.kupf.at

Diversität:
Regelmäßig beschäftigen wir uns selbstreflexiv und -kritisch mit Fragen der Repräsentation in der KUPFzeitung und bemühen uns, Intersektionalität zu thematisieren und ein Bewusstsein dafür zu verbreiten. Zum Beispiel BiPoC, nicht-weiße Personen, Migrant*innen, Geflüchtete, Personen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, sind in der KUPF OÖ und unseren Medien unterrepräsentiert. Diese und ähnliche Perspektiven sind also besonders erwünscht. Wir bemühen uns, möglicherweise interessierte Personen direkt anzusprechen, und freuen uns, wenn Sie und du diesen Call entsprechend weiterleiten könnt.

Wir möchten außerdem Personen zu einer Zusammenarbeit mit uns ermutigen, die wenig oder keine Erfahrung in der Arbeit mit Text haben. Wir stehen mit redaktioneller Unterstützung zur Seite und machen aus Ihren / deinen Entwürfen gemeinsam einen fertigen Beitrag.

Produkt zum Warenkorb hinzugefügt.
0 Artikel - 0,00