Orden für D. und mehr

Luigi Gabinetto vergibt diesmal in seiner berüchtigten Kolumne eine Auszeichnung.

 

Die ÖVP-Stahlhelmgouvernante und ORF-Chefin Monika Lindner hat angeordnet, dass im ORF Fernsehen nichts, was auf die Existenz eines ORF-Konkurrenten hinweisen könnte, vorkommen darf. Das verstehe wer will. Erstaunlicher aber ist es, dass in einer Radiosendung des ORF-Jugendspiel- und Werbungszimmers FM4 kein Transparent eines Konkurrenzunternehmens sein darf. Weil man ein Transparent in einer Radiosendung nicht sehen kann. Die Subalternen, das ist bekannt, bellen am lautesten. So auch Martin Blumenau, als er bei der FM4-Party im Rahmen des Linz-Festes großmaulig gefordert hat, ein Radio-FRO-Transparent müsse entfernt werden. Dass es überhaupt zu einer Diskussion darüber gekommen ist, verwundert. Schließlich war doch Blumenau zu Gast im Hause von Radio FRO. Aber die Vermessenheit und Präpotenz dieser Lindner-Sklaven ist unermesslich. Man hätte den Kerl einfach rausschmeißen müssen. Einzig richtig reagierte Aktivist D. Er fetzte dem FM4-Berufsjugendlichen einfach ein Bier ins Gesicht. D. erhält auf diesem Wege den Armamento della Cultura Orden für hervorragende Leistungen im Kulturkampf.

Wenn die neue OÖN- Kulturchefin was schreibt, muss man oft nachhelfen, damit die Leute auch verstehen was sie meint. Zur Bewerbung der Stadt Linz als Europäische Kulturhauptstadt (wie man dazu steht ist eine andere Diskussion und wird hier nicht verhandelt) schreibt sie: „Kreative Expansion bedeutet leider immer auch Investition.“ Diesen Wermutstropfen müsse man eben schlucken. Übersetzt: Ganz wie meine Kollegen vom Wirtschaftsressort finde ich Investitionen in die Kultur gar nicht so gut, weil sie ja nicht vorderhand die Profite des Kapitals steigern. Außerdem, wenn ich das nicht im Sinne der Chefredaktion und des Wirtschaftsressorts schreibe, darf ich keinen Leitartikel hinmachen. Die haben schon gewusst, wen sie sich da in die Kultur gesetzt haben. Auf das Personal ist halt Verlass.

Luigi Gabinetto

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