Kurzrezensionen Z109

Die Redaktion hat für Sie Publikationen der Kulturpolitischen Gesellschaft   Soziokultur und ihre Förderung durch die Länder Hrsg. vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. (IfK) und der LAKS Hessen e.V. Mit diesem Buch liegt ein Nachschlagwerk über die Situation der Soziokulturförderung in den 16 Bundesländern Deutschlands vor. Das handlungsleitende Motto für die Studie war zu recherchieren, wie zukunftsfähige Förderstrukturen in der Soziokultur aussehen können. Die vorliegende Publikation bietet mit theoretischen Artikeln, Tagungsbeiträgen, Länderportraits der Soziokulturförderung, Stimmen von Akteuren sowie statistischem Material einen außergewöhnlichen Über- und Einblick in die Verschiedenheit der föderalen Förderstrukturen im Bereich der Soziokultur. So ergeben …

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Vorm Schlachthof

Harald Fidlers Abhandlung über Österreichs alte Medienmonopole und neue Zeitungskriege hat Klemens Pilsl gelesen

Lorbeeren für das Stadtarchiv

Das Linzer Stadtarchiv stellt sich der NS-Zeit, erzählt uns Andi Wahl   Das Archiv der Stadt Linz hat viel um die Ohren. Es gilt nicht nur alles (selbst den E-Mail-Verkehr des Herrn Bürgermeisters) zu archivieren, sondern es müssen auch laufend Anfragen schnell und korrekt beantwortet werden. Wenn diese Arbeiten (und noch einiges mehr) ordentlich erledigt werden, dann könnte man schon mehr als zufrieden mit den dort werkelnden Damen und Herren sein. Das Archiv der Stadt Linz leistet aber mehr. Gestützt auf einen Gemeinderatsbeschluss aus 1996, die Zeit des Nationalsozialismus inklusive der Vorgeschichte und der Entnazifizierung umfassend wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen, …

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Woast, es tut sich was in der Gegend

Katja Haller zu Besuch beim Kulturverein Woast, im Wartberger Aisttal. Das Telefon läutet und da habe ich ja gesagt. Alsdann: ein Portrait vom Kulturverein WOAST. Zuallererst die Mühlviertel Panoramakarte aufgeschlagen: aha, unteres Mühlviertel, unweit von Linz, Wartberg ob der Aist. Hagenberg im Mühlkreis ein paar Kilometer nördlich. Pregarten liegt östlich dazwischen. Es ist Samstag. Ich treffe Martin Böhm, Obmann-Stellvertreter von WOAST. Rein ins Auto und noch bevor es dunkel wird raus aus Linz ins Wartberger Aisttal zur Jausenstation Kriemühle. DER REGEN Da richten sich schon auch mal die Bauern nach den Aktivisten von WOAST, denn wenn die Burschen das Open …

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In der Stadt und auf dem Land

Eugenie Kain schreibt, für wen der Gruß ?Cead míle fáilte? nicht bzw. schon gilt   Eine ist Schneiderin, eine Sekretärin, eine Maschinenbauingenieurin, eine Turnprofessorin, eine Verkäuferin, sie kommen aus Angola, aus Afghanistan, aus Bosnien, aus dem Irak, aus Serbien, einige von ihnen sind bereits Österreicherinnen und leben schon längere Zeit in Linz. Was sie in Linz zusammenbringt, ist die Arbeit. Alle miteinander gehen sie putzen. Eine andere Beschäftigung gibt es für sie nicht und sie sind froh, dass sie zumindest diese Arbeit haben. Reinigungsfirmen stellen Ansprüche: Führerschein B, eigenes Auto, einschlägige Berufserfahrung, Deutsch in Wort und Schrift, gebürtige Österreicherin, etc. …

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Click q to enter!

Ein Blick auf „noch nicht ganz“ 1000 Plateaus experimenteller Kunst- und Kulturarbeit des Kulturverein qujOchÖ.   Von Stefan Haslinger Vorerst einmal sei eine Lanze gebrochen. Eine Lanze für den ungeliebtesten Buchstaben des Alphabetes, das ?q?. Niemand liebt es, weil es nahezu unbrauchbar ist. Doch qujOchÖ ermöglicht ? mit dem Mittel der Überaffirmation ? eine gewisse Vorliebe für diesen Letter zu gewinnen. Ein paar Beispiele: q_#, q_musik, q_aktion, quecke, quitch usw. Das ?q? (sprich ku bzw. kwe) übernimmt als Konstante den Wiedererkennungswert. Begonnen hat alles im Kulturreferat der ÖH auf der Linzer Kepler-Universität. Dort wurde experimentiert und die diversen Hörsäle, Mensen …

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Wie ich mit meinem Archiv gewinne

Dem Thema der aktuellen Innovationstopfausschreibung nähert sich Michael Praschma.   Der ganz gut dotierte 10. Innovationstopf trägt den Titel ?Lebendige Archive?. Die KUPF hat dem Autor angetragen, sich aus Sicht einer KI mit dem Ausschreibungstext zu befassen. Hier also gewissermaßen ein Besinnungsaufsatz von der Basis. (Bei den kursiv gedruckten Passagen handelt es sich um großteils wörtliche Zitate aus der Innovationstopf-Ausschreibung.) Klar haben wir ein Archiv – Guten Morgen Vorchdorf gibt es ja seit 1990, da sammelt sich schon was an. Mal sehen: einige Meter Aktenordner; darin 14 Jahre Protokolle sowie Finanzberichte und -belege. Presseartikel. Mappen mit Konzepten und Projektbeschreibungen. Schuhkartons …

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Stagnation = Erfolg

Thomas Philipp über Sonntagsreden und das Linzer Kulturbudget   Vor kurzem verkündete der Linzer Kulturstadtrat und Vbgm. Erich Watzl (VP) in einer Pressemeldung stolz, dass das Kulturbudget in Linz trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten gleich bleibt. Im gleichen Atemzug erfolgt ein Verweis auf die triste Situation in anderen Städten und Bundesländern, insbesondere die Kürzungen der Freien Szene in Stadt und Land Salzburg. In der Pressemeldung wird auch davon berichtet, dass sich der Linzer Kulturstadtrat mit Finanzstadtrat Johann Mayr (SP) auf die Stagnation des Kulturbudgets geeinigt hätte, die Finanzdirektion des Magistrats jedoch nicht sagen könne, wie viel dies in absoluten Zahlen ausmache. …

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Vorbildlich Prekär

Rückschau auf eine Veranstaltungsreihe der TKI – Tiroler Kulturinitiativen/IG Kultur Tirol und der Tiroler Künstlerschaft zu Arbeitsbedingungen im Kulturbereich.   Von Gudrun Pechtl Flexible Jobs ohne fixe Anstellung, wechselnde Brotjobs kombiniert mit Projektaufträgen, Werkverträge, geringfügige Beschäftigungen, schlechte Bezahlung für hochqualifizierte Arbeit ? das sind typische Formen von Erwerbsarbeit im Kulturbereich. Und damit sind diese Szenarien auch wesentlicher Teil der immer wiederkehrenden Fragestellungen in der alltäglichen Arbeit der IGs im Kulturbereich, so auch der TKI als Interessenvertretung der autonomen Kulturinitiativen und der Tiroler Künstlerschaft als Plattform bildender KünstlerInnen. Fragen, die sich rund um die Arbeitsformen Einzelner auftun, können nun einerseits immer …

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Zeitkultur, waghalsige Kunst, „alternative art“

Özden Öksüz vom Verein ECHO wünscht sich lebendige Kultur anstatt alteingesessene Parteiapparatschiks. Mit welchen trendigen oder konventionellen Begriffen man auch immer Stile und Arbeiten der Kunst- und Kulturszene besetzt, eines scheint sicher: Je reicher an Kultur und Kunst eine Stadt ist, desto erfolgreicher und vor allem diverser präsentiert sich die Stimmung dieser Stadt. Die Rolle der Jugend (-kultur) als dynamischster Teil und Gestalter ganzer Gesellschaften ist dabei sehr wesentlich. Die große Herausforderung an so genannte Repräsentanten und politische Vertreter ist es, sich den sich ständig wechselnden Bedürfnissen und aktuellen Jugendkulturen zu stellen, Ressourcen offen zu halten bzw. neue Wege zu …

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Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Klemens Pilsl stieß auf einen historischen Irrtum seitens der SPÖ und trinkt Bier in der KAPU   Einer der herausragendsten Linzer Kulturvereine ist zweifelsohne die KAPU. Aus einer internationalen Perspektive ebenso wie aus einer regionalen und lokalen Perspektive. Herausragend was das hohe Niveau und die Aktualität der Veranstaltungen angeht, herausragend bezüglich der Funktion als freier, offener und interaktiver Kulturraum. Und all das soll jetzt vor die Hunde gehen, weil sich ein paar Politiker nicht mehr an die Versprechungen vergangener Jahre erinnern wollen und lieber der guten alten Parteipolitik frönen. Seit vielen Jahren gilt die KAPU als die Linzer Veranstaltungslocation schlechthin, …

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Jetzt ist es genug!

Logische Empfängerin dieser Abreibung ist diesmal die KUPF selbst Si tacuisses,? wie der/die LateinerIn sagt. Und weil es genug ist, stellen sich die Verantwortlichen der KUPF im Kreis zum Ringelpiez mit Anfassen auf, und verpassen ihren Vorderfrauen/-männern die Urmutter aller Bestrafung ? die Gnackwatschn. So soll es nämlich sein im Zeitalter radikaldemokratischer Strömungen. Demütige Selbstgeißelung ist die Devise. Was bildet sich die KUPF denn eigentlich ein? Posaunt überall hinaus im Interesse der Kulturinitiativen zu arbeiten, und betreibt nichts anderes als übles Anschütten von PolitikerInnen, bringt windige Zahlenspielereien und wirft Regierungsverantwortlichen vor, nicht im Interesse der Kulturinitiativen zu arbeiten. Liebe KUPF, …

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EKH bleibt!

Einen Lokalaugenschein in der ehemaligen Wielandschule unternahm Klemens Pilsl   Es ist weder ein Geheimnis noch eine Neuigkeit: Der Bundesvorstand der KPÖ verkaufte Ende Oktober 2004 hinter dem Rücken der Betroffenen das Ernst-Kirchweger-Haus (EKH). Das Wiener EKH ist ein Soziales Zentrum, ein einzigartiger Freiraum für beinahe 30 Politik-, Sozial-, Arbeits- und Kulturinitiativen, ein Lebens- und Wohnraum für viele AktivistInnen und Illegalisierte, also MigrantInnen ohne Aufenthaltserlaubnis, ein Kulturraum für tausende Menschen, die jedes Jahr die vielfältigen Veranstaltungen im Haus besuchen und vor allem der Versuch, selbstbestimmte, hierarchiefreie und radikal antikapitalistische Strukturen aufzubauen. 1990 besetzten in- und ausländische Kultur- und PolitaktivistInnen die …

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Unerledigte Fälle aus dem Zettelkasten

Aus Luigi Gabinetto’s Zettelkasten in der Kolumne Armamento della Cultura   Josef Pühringer hat heuer das ehemalige NSDAP-Mitglied, die stets krawallisierende Sieg-Heil-Schreierin, die schmachtende Hitler-Verehrerin und notorische Antisemitin Gertrud Fussenegger drei Mal als ?Grande Dame der Oberösterreichischen Literatur? bezeichnet, zwei Mal ?eine zentrale Leitfigur des Literarischen Lebens in diesem Land? genannt und ihr kürzlich das Goldene Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich überreicht. Was zur Folge hatte, dass mindestens zehn Zeitungsmeldungen die völkische Beobachterin als ?Grande Dame der Oberösterreichischen Literatur? bezeichnet und die an chronischer Logorrhoe Leidende (65 Bücher veröffentlicht) als ?eine zentrale Leitfigur des Literarischen Lebens in diesem Land? hofiert haben. …

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Gegensätzlichkeiten, die viel miteinander zu tun haben

Andi Liebl berichtet über die Diskussion anlässlich der Präsentation der Studie ?Im Sog? oder ?gegen der Strom?   Neben der umfangreichen Analyse einer StudentInnengruppe der Johannes Kepler Universität zu „Wege freier Kulturarbeit in Oberösterreich“ (vgl. KUPF-Zeitung) erscheint mit einer Arbeit von Dr. Conrad Lienhardt eine weitere Studie zur Arbeit freier Kulturinitiativen in Oberösterreich. Titel: ?Im Sog? oder ?gegen den Strom?, Schwerpunkt der Untersuchung: das ökonomische Umfeld kulturinitiativer Arbeit Die Diskussion 3. November 2004, Kunstraum Goethestraße. Um einen runden Tisch versammeln sich Gegensätzlichkeiten, die vieles miteinander zu tun haben, deren Welten aber doch weit voneinander entfernt zu liegen scheinen. So offenbart …

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Kulturpolitischer Aschermittwoch

Aufruf zum 1. Gesamtoberösterreichischen Kulturpolitischen Aschermittwoch am 9. Februar 2005.   Von Peter Baier-Kreiner Der „Kulturpolitische Aschermittwoch“ ist in Ried im Innkreis seit vielen Jahren ein Begriff, mit Unterbrechungen findet er, getragen von Kulturinitiativen der Region, seit den neunziger Jahren statt. Seinen bisherigen Höhepunkt erlebte die Bewegung Anfang 2000 zeitgleich mit der Bildung der ersten schwarz-blauen Regierung, der bislang letzte Kulturpolitische Aschermittwoch fand 2003 statt. In den vergangenen Jahren haben sich, so scheint es, viele BürgerInnen hierzulande ? auch Kulturschaffende und -vermittlerInnen ? an vieles gewöhnt: Der große Widerstand gegen die ÖVP/FPÖ-Koalition ist abgeklungen, obwohl die Politik dieser beiden Parteien …

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15% aufgehoben

Ein Rückblick auf ein turbulentes Budgetjahr und einen Verhandlungserfolg der KUPF.   Von Udo Danielczyk Ziemlich erschüttert waren die ersten Vereine, denen im Frühjahr 2004 die Subventionszusagen des Landes OÖ für ihr Jahresprogramm zugestellt wurden. Immerhin wurden vielen Initiativen die gewohnten Förderungen kommentarlos um 15% gekürzt. (Die KUPF-Zeitung berichtete ). Die mit dem Budget 2004 beschlossene Budgetsperre in der Höhe von 15% wurde direkt auf einzelne Förderungen umgelegt, und nicht ? wie in den Jahren davor bei 10%igen Budgetsperren üblich ? verwaltungsintern aufgefangen. Wurde die Sperre früher immer im Herbst aufgehoben, so konnte 2004 nicht sicher mit der Aufhebung gerechnet …

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Alles wird gut -oder doch nicht?

Aufhebung der Budgetsperre – quasi jedenfalls. Freude bei den einen. Zweifel bei einigen. Was heißt das? Werden die zugesagten Subventionen jetzt doch in voller Höhe ausbezahlt? Alle?   Von Hanna Schatz Aufhebung der Budgetsperre und trotzdem Verzweiflung bei anderen. Bei der KAPU zum Beispiel: Ihr droht das AUS. Die Aufhebung der Budgetsperre ist nicht der Grund. Helfen tut sie leider auch nicht. Der Grund liegt vielmehr darin, dass die KAPU 2001 die Hauptmiete für das Haus in der Kapuzinerstraße übernommen hat. Dadurch fallen Mehrkosten in der Höhe von ca. 20.000 Euro im Jahr an. Das ist seit drei Jahren so. …

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