Zurück in die Zukunft?

Vor zehn Jahren wurde die IG Kultur Vorarlberg gegründet. Siebzehn Gründungsmitglieder stellten damals einen die autonome Kulturarbeit betreffenden Forderungskatalog auf. Die wesentlichen Punkte daraus sind nach wie vor nicht umgesetzt worden wie z.B. die Forderung nach einer gesetzlichen Verankerung eines bestimmten Prozentanteils der Förderungen für die kleinen KI´s zur längerfristigen Absicherung der Betriebe. Neun Jahre lang wurde die Arbeit ehrenamtlich geleistet – bis 2001 die IG Kultur Vorarlberg erstmals eine Subvention erhielt, die ein Auto und eine Teilzeit-Anstellung ermöglichte. Dadurch ist Kontinuität gewährleistet.   Dienstleistungen im Bereich der Organisation werden von den Mitgliedern in Anspruch genommen und diverse Informationsveranstaltungen werden … Weiterlesen …

Welche Welt ist möglich?

Politische KommentatorInnen, WissenschafterInnen und selbst PolitikerInnen sind sich einig: Der Nationalstaat ist am Ende. In Zukunft werden die wirklich wichtigen Entscheidungen, noch mehr als schon bisher in anderen Zusammenhängen getroffen werden. Aber wie wird es dann mit dem vielgepriesenen „westlichen Werten“, etwa der demokratischen Mitbestimmung aller, aussehen? Eine Fragestellung der die KUPF in ihrem Innovationstopf 2002 mit dem Titel „macht:politik“ nachgeht. Radio-KUPF hat dazu unter anderem eine interessante Diskussion abgehalten, die wir hier zum Nachlesen veröffentlichen. Andi Wahl: Die Antiglobalisierungsbewegung ist zur Zeit weltweit gesehen eine der interessantesten Bewegungen, die auch in der Politik einiges bewirkt. Kann diese Antiglobalisierungsbewegung, die … Weiterlesen …

United Colours of Ehrenamt

Gabi Gerbasits analysiert „Schein“ und „Sein“ des internationalen Ehrenamtsjahr.   Das „International Year of Volunteers 2001“ bietet einerseits eine geeignete Fläche für Projektionen und Identifikationen und andererseits für Polit- und Wirtschaftsstrategien, je nachdem auf welcher Seite des Spieles man sich befindet. Ehrenamtlich Tätige können sich in ihrem Tun bestärkt und für den Staat unerlässlich fühlen, sie bekommen die Ehre, die anderen das Gehalt. Jene, die für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten hingegen für eine gerechte Entlohnung plädieren, werden weder das eine noch das andere erhalten. Die Wirtschaft findet raffinierte Wege das Engagement der Ehrenamtlichen für ihr Unternehmerprestige zu nutzen. Ein sehr plakatives … Weiterlesen …

Nichts ist wie es einmal war

Die KUPF beteiligt sich an einer Diskussionsreihe zum Thema „Sicherheit und Kontrolle“.   von Andi Wahl Die beiden Türme des World-Trade-Centers in New York standen noch, aber es loderten bereits Flammen aus den oberen Stockwerken und Fernsehkommentatoren rund um den Erdball stammelten verschreckte und verwirrende Sätze. Bereits in diesem Moment war klar, der 11. September 2001 ist ein historisches Datum. Mittlerweile wurde in den USA bereits der Begriff des „defining moment“ – eines Augenblicks in dem individuelles Leben und Weltgeschehen zusammenfallen – geprägt. „Wo warst du, als Kennedy ermordet wurde?“ war bisher die Frage an die Generation, die den 23. … Weiterlesen …

Kultur-und Medienarbeit als Statement

Der Verein MEDEA – Verein für Medienpädagogik – wurde 1998 von Andrea Reisinger, einer Medienpädagogin aus Linz, als Plattform für Projekte der aktiven Medienarbeit initiert. Mittlerweile hat sich MEDEA zu einem Verein entwickelt, der Projekte im Bereich der aktiven Kulturarbeit durchführt. Die Arbeit ist sehr experimentiell, aber trotzdem so konkret, dass sie nicht nur Labor-Charakter hat, sondern auch konkrete Wirkung in der Praxis zeigt.   Zugänglich, offen und aktiv Ein wichtiger Schwerpunkt der Kulturarbeit von MEDEA ist aktive Medienarbeit von MigrantInnen und ÖsterreicherInnen. Das MEDEA-Team ist bunt gemischt: Jugendliche und Erwachsene, Mig-rantInnen und ÖsterreicherInnen, professionelle KünstlerInnen und NeueinsteigerInnen. Durch die … Weiterlesen …

Folklore, Tradition und Ethnizität in der Migration

Ein Bericht vom Vernetzungstreffen „Migration und Kultur“   von Rubia Salgado Am 23. /24. November haben sich zum ersten Mal in Oberösterreich VertreterInnen von MigrantInnenvereinen und von Organisationen, an welchen MigrantInnen aktiv mitwirken, im Rahmen eines Vernetzungstreffens getroffen, um über die Bedingungen, Möglichkeiten und Formen der Arbeit im Kulturbereich zu diskutieren, über Perspektiven der Zusammenarbeit zu reflektieren und weiteren Vorgangsweise zu entwerfen. Obwohl der Schwerpunkt im Bereich Kulturarbeit lag, wurde dieser immer im Zusammenhang mit allgemeinen gesellschaftlich politischen Aspekten betrachtet und in diesem Sinn auch die Arbeit im Sozialbereich bzw. die Schaffung von Möglichkeiten innerhalb eines Grenzraums zwischen Kultur- und … Weiterlesen …

Die KUPF kenn ich schon lange

Andi Wahl verucht sich an einen erstes Porträt der neuen KUPF Mitarbeiterin Bettina Bauernfeind.   Wussten Sie, dass in den 20er und 30er Jahren die ersten Enthaarungsmittel auf den österreichischen Markt kamen? Seit dieser Zeit haben sich die Körperpflegeprodukte immer mehr ausdifferenziert. Nicht nur was die verschiedenen Körperregionen betrifft, sondern auch bezüglich unterschiedlicher KäuferInnenschichten. Die Körperpflege für den Mann tauchte allerdings erst Ende der 60er Jahre in der Werbung auf. Damals ergaben aber, soweit ich weiß, Umfragen auch noch, dass die meisten Männer ihre Unterwäsche nur etwa wöchentlich wechseln. Àpropos Werbung: In den 70ern sah man viel mehr nackte Menschen … Weiterlesen …

Da Sein – ein Zwischenbericht

Tanja Araujo’s Projekt widmet sich der Begleitung, Analyse und Dokumentation des Innovationstopfes 2001. Sie beobachtet den Verlauf der neun jurierten Projekte und wird die Ergebnisse im kommenden Jahr publizieren und zur Diskussion stellen. Tanja kommt aus Brasilien und sieht diesen IT als Chance für MigrantInnen die Abläufe in der Österreichischen Kulturverwaltung kennen zu lernen. Einige ProjekteinreicherInnen bekommen das erste mal Geld für ihr Projekt, haben den ersten positiven Kontakt mit Fördergebern, machen das erste Mal das ganze Prozedere angefangen vom Unterschreiben einer Fördererklärung bis zur Subventionsabrechnung durch. Was so einfach klingt ist äußerst speziell; erinnern wir uns doch wie das … Weiterlesen …

Kultur & EU-Strukturfonds (1995-1999)

Eine übersichtliche und fundierte Zusammenschau europaischer Praxis in Sachen Kulturförderung.von Bettina Bauernfeind   Das „Handbuch Österreich: Kultur & EU-Strukturfonds (1995 – 1999)“ fasst die Ergebnisse einer Österreichweiten Recherche zur Verwendung von EU-Regionalfördermitteln für kulturelle Projekte zusammen, die von InfoRelais im vergangenen Jahr durchgeführt wurde Die nun vorliegende Studie, die erstmals eine Gesamtzusammenschau kultureller Regionalentwicklungsprojekte in Österreich bietet, umfasst neben statistischen Ergebnissen zu Förderschienen und -mitteln auch eine Reihe von Projekt-Einzelpräsentationen. Kulturelle oder kulturnahe Projekte, die zwischen 1995 bis 1999 in Österreich von einer Mitfinanzierung durch die EU-Strukturfonds profitiert haben, zeichnen sich durch eine große inhaltliche Bandbreite aus: Medienprojekte spielen ebenso … Weiterlesen …

Fundierte Analyse des Balkankriegs

Hannes Hofbauer , Historiker, Journalist und Verleger aus Wien, zeichnet die Tragödie am Balkan nach.   Der 24. März 1999 markierte das Ende der europäischen Nachkriegszeit. Mit dem Einsetzen der Bombardements gegen serbische und montenegrinische Städte durch die NATO eskalierte die Zerstörung des ehedem multinationalen und blockfreien Jugoslawiens zur kriegerischen Intervention. Ein Blick von außen, welt-systemisch und historisch fundiert, soll dabei helfen, die Nebel von Propaganda, die eine totale Verunsicherung in der kritischen Öffentlichkeit des Westens bewirkt haben, zu lüften. Nur so können Konturen der Interessenslagen deutscher und US-amerikanischer Kriegstreiber nachgezeichnet und die ideologische Substanz der scheinbaren Rechtfertigung, Bomben im … Weiterlesen …

Female Sequences

  Frauen. Lesben. kulturheftig. Vorgestellt von Katrin Auer Bereits die dritte Ausgabe des feministischen Politik-, Theorie- und Kultur-Magazins ist nun erschienen. 1998 wurde der gleichnamige Verein in Wien mit dem Zweck gegründet, wissenschaftlichen, künstlerischen und politischen Arbeiten von Frauen/Lesben ein Forum zu bieten. Dieser Anspruch wurde in der nun vorliegenden Nummer um politische Analysen erweitert. Charakteristisch für alle female sequences-Ausgaben sind daher die unterschiedlichen Textsorten: Neben den üblichen Reportage-, Interview- und Kommentar-Texten prägen Selbstdarstellungen und Präsentationen von feministischen Projekten die inhaltliche Gestaltung des Blattes. Thematisch fokussieren die redaktionellen Macherinnen von female sequences, Doris Hana, Nicole Mahal, Rosemarie Reitsamer und Sabine … Weiterlesen …

Vom Kotzen

  schreibt Luigi Gabinetto in der Kolumne Armamento della Cultura. „Nach meiner Erfahrung hat sich die österreichische Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg nicht sehr verändert, es ist eine konservative, geschlossene Gesellschaft, in die MigrantInnen nur sehr schwer hineinkommen. Mit dieser Regierung wird die Gesellschaft noch geschlossener und es wird für AusländerInnen noch schwerer“, sagt der Schriftsteller Charles Ofoedu in einem Interview mit der Zeitschrift „Malmoe“. Er hat recht, aber er untertreibt gewaltig. Ich würde formulieren: Österreich ist ein Scheiß-Nazi-Land. Charles Ofoedu hat es am eigenen Leib verspürt. Was ihm in Österreich widerfahren ist, ist ungeheuerlich. Weil er sich für Gerechtigkeit … Weiterlesen …

Stille Tage

  Dem vorweihnachtlichen realen Kapitalismus schaut Eugenie Kain aufs Auge. Das Laub fällt rot vom alten Baum und kreist herein durchs offne Fenster. Ein Feuerschein glüht auf im Raum und malet trübe Angstgespenster… (Georg Trakl Musik in Mirabell). Die Äste sind kahl, die Wiesen braun und vom Straßenrand sind die Ständer mit den grellfärbigen Plakaten verschwunden – für ein paar stille Tage. Denn der Oberösterreicher feiert gerne und zeigt sich aufgeschlossen für fremdes Brauchtum und wenn er sich über das Fest zum Ende des Ramadan noch nicht ganz drübertraut, eine Halloween-Party ist schnell organisert. Horden von Kindern mit spitzen Hüten … Weiterlesen …

Fingerprints und Bildung

Tülay Tuncel schreibt über die wiedersprüchliche Integrationspolitik Österreichs.   Das Wort „Integration“ ist sicherlich eines der meist verwendeten Wörter der letzten zwei Jahre in Österreich. Nicht weil dieses Wort so leicht zum Aussprechen ist, sondern weil sich auf einmal alle Sorgen um die „Ausländer“ machen, die seit Jahren in Österreich leben, die die selben Pflichten aber nicht die selben Rechte haben. Die genaue Definition von Integration ist für jede/n BenutzerIn anders, und damit auch die Ideen, die zu einer Verbesserung der aktuellen Lage führen sollten. Schafft man ein friedliches Miteinander, wenn die deutsche Sprache von Zuwanderern erlernt wird und die … Weiterlesen …

Parität im Landeskulturbeirat

Diesmal steht Landeshauptmann Pühringer und die gesamte Landesregierung auf dem literarischen Pranger der KUPF. Die Vergabe der diesmaligen G’nakwatschn, für besondere Inkompetenz und Anmaßung im kulturellen Bereich, hat einige Schwierigkeiten bereitet. Zu viele drängten sich darum, von der KUPF diesen Klassiker aus der Familie der Backenstreiche verpasst zu bekommen. Da wir uns aber vorgenommen haben, jeweils nur eine einzige dieser Watschen zu vergeben, musste heftig diskutiert werden. Eigentlich stand auch schon ein Sieger fest. Kurz vor Redaktionsschluss ereignete sich aber ein Vorfall, der alle anderen in den Schatten stellte. Landeshauptmann Josef Pühringer, bestellte den Landeskulturbeirat, ein in den letzten Jahren … Weiterlesen …

Kaum zu glauben!

Herta Gurtner zeigt den Unterschied zwischen „Soll-Quote“ und „Muss-Quote“ auf. „Engagement, Sachverstand und Kreativität der Frauen sind für die Zukunft unseres Landes unverzichtbar. Wir müssen daher entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, damit Frauen in allen Lebensbereichen ihre Fähigkeiten einbringen können“ (LH Dr. Josef Pühringer, Zitat aus einem Folder des Büros für Frauenfragen OÖ) Mitte November ’01 wurde der neue Landeskulturbeirat durch den Landeshauptmann bestellt. Dieses Gremium dient als Beratungsgremium für den Landeskulturreferenten Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und wird alle 4 Jahre neu besetzt. Obwohl im oö. Kulturförderungsgesetz wurde im Jahr 2000 auf Initiative von aktiven Frauen in der Kulturszene (v.a. FIFTITU%, KUPF, … Weiterlesen …