Parität im Landeskulturbeirat

Diesmal steht Landeshauptmann Pühringer und die gesamte Landesregierung auf dem literarischen Pranger der KUPF.

Die Vergabe der diesmaligen G’nakwatschn, für besondere Inkompetenz und Anmaßung im kulturellen Bereich, hat einige Schwierigkeiten bereitet. Zu viele drängten sich darum, von der KUPF diesen Klassiker aus der Familie der Backenstreiche verpasst zu bekommen.

Da wir uns aber vorgenommen haben, jeweils nur eine einzige dieser Watschen zu vergeben, musste heftig diskutiert werden. Eigentlich stand auch schon ein Sieger fest. Kurz vor Redaktionsschluss ereignete sich aber ein Vorfall, der alle anderen in den Schatten stellte.

Landeshauptmann Josef Pühringer, bestellte den Landeskulturbeirat, ein in den letzten Jahren sehr verschlafen agierendes Beratungsgremium für die Landeskulturpolitik, neu. Pühringer besaß dabei die Impertinenz, die insgesamt 27 Sitze mit 22 Männer und nur 5 Frauen zu besetzen. Und das obwohl genügend kompetente Frauen zur Auswahl standen und ein erst vor eineinhalb Jahren beschlossenes Gesetz vorsieht, dass bei der Besetzung dieses Gremiums Ausgeglichenheit zwischen Männern und Frauen anzustreben ist. Gerade dieser letztgenannte Umstand schlägt dem Fass den Boden aus. Zuerst ein solches Gesetz beschließen – wohlweislich nur mit einer Soll- und nicht einer Mussbestimmung – und dann das genaue Gegenteil zu machen, ist wohl der Gipfelpunkt der Unverfrorenheit.

Für diese Frechheit setzt es jetzt eben eine schallende G’nackwatschn der KUPF, die Pühringer, als Hauptverantwortlichem in dieser Causa, hoffentlich noch lange im Nacken brennt. Er empfängt sie aber auch in Vertretung der gesamten Landesregierung, denn diese beschließt die verbindliche Mitgliederliste des Landeskulturbeirats. Soll Pühringer eben zu diesen Herrschaften gehen und sich den glühendroten Hals blasen lassen. Wir empfinden – trotz Vorweihnachtszeit – keinerlei Mitleid mit ihm.

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