Die feinen Unterschiede

Franz Fend legt ein Buch von Elisabeth Katschnig-Fasch ans Herz.   Es gilt ein Buch zu würdigen, das sich mit den Folgen des neoliberalen Umbaus unserer Gesellschaft und den daraus resultierenden Leiden auseinandersetzt. Die Herausgeberin von ?Das ganz alltägliche Elend ? Begegnungen im Schatten des Neoliberalismus? ist Elisabeth Katschnig-Fasch, ihres Zeichens Professorin am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Universität Graz. Schon der Titel der Arbeit lässt Parallelen zur großen französischen Gemeinschaftsarbeit unter der Leitung von Pierre Bourdieu ?Das Elend der Welt ? Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft? erkennen. Die Herausgeberin der Grazer Arbeit nimmt in ihrem …

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Visionen und Papers

Eugenie Kain über Visionen und Papers zu Linz 2009   Jetzt haben sie dem Staatsekretär Morak den ganzen Packen in die Hand gedrückt, die Linzer und der Oberösterreicher. Linz bewirbt sich. Als einzige österreichische Stadt. Im Mai 2005 fällt die Entscheidung. 2009 gibt es aller Voraussicht nach eine europäische Kulturhauptstadt Linz. Mit Partnerkulturhauptstadt Vilnius. Bis dahin das Übliche, damit Linz zum ?Standort Linz? (Erich Watzl) und als ?Labor der Zukunft? ins entscheidende Licht gestellt wird. Eine GmbH muss gegründet werden, ein Intendantenposten ausgeschrieben, Sponsoren müssen gehätschelt, die Geldmaschine angeworfen werden. Zwei Wörter werden in aller Munde sein und derart strapaziert, …

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… mit allen zur Vernichtung stehenden Mitteln …

Andreas Orukambe im Gespräch mit Rosa Martl vom Verein Ketani.   Lustig ist das Zigeunerleben. So lustig, dass ihm in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ein Ende gesetzt wurde. Lustig bis zur Vergasung. Um die Roma und Sinti, die ihrer systematischen Ermordung gerade noch entgehen konnten, um ihre Rechtsansprüche, ihren Beistand und ihren Schutz vor Anfeindungen aller Art kümmert sich der Linzer Verein Ketani. Ein Gespräch mit der Ketani-Generalsekretärin Rosa Martl, die im Buch „Uns hat es nicht geben sollen“ unter ihrem Namen Gitta schreibt. KUPF: Frau Martl, Sie haben an der Wanderausstellung „Wege nach Ravensbrück“ und am Film „Vom Leben …

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Vom Fluss der Zeit

Einige KUPF-Mitgliedsvereine feiern heuer runde Geburtstage. Drei davon erfahren an dieser Stelle eine Laudatio.   Von Andi Wahl. Eine der augenfälligsten Eigenschaften der Zeit ist, dass sie vergeht. Unterschiedlich schnell im übrigen, je nach dem, wie schnell man sich bewegt. Bewegt man sich mit Lichtgeschwindigkeit (so behauptete zumindest Albert Einstein) vergeht die Zeit nicht. Die Frage, wie lange ein weiches Ei bei Lichtgeschwindigkeit kochen muss, hat Einstein aber meines Wissens nicht beantwortet. Aber nicht nur unter den Bedingungen der Lichtgeschwindigkeit bereitet die Zeitmessung der Menschheit seit jeher Probleme. Auch unter „normalen“ Bedingungen, wenn man sich nur so schnell bewegt wie …

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Hoffnung trotz Frohsinn

Den KUPF-Mitgliedsverein IFEK – Institut Für Erweiterte Kunst stellt Gerlinde Schmierer vor   Hoffnung trotz Frohsinn … war schon einmal wo zu lesen- wahrscheinlich in der Einladung zu einer Veranstaltung des Institutes für erweiterte Kunst, kurz IFEK – ziemlich sicher stand da noch etwas von Maskenzwang, Dresscode oder Glamour-Outfit. Dann wurde dort vielleicht fehlendes Charisma, miserable Choreografie und musikalisches Untalent mit der Wahl zum Antistar („Black Hole Mania“) belohnt, oder alle erscheinenden extraterrestrischen Wesen („Welcome to Jupiter“) wurden mit besonderen Begünstigungen bevorzugt. – In jedem Fall wurde das Publikum mit hineingezogen. Einfach konsumieren geht zwar auch, dass Sich-Einbringen mehr als …

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Multitasking-fähige Tetschenmaschine

Das allerwichtigste Festival der Welt, die ARS ELECTRONICA, erwartet eine multitasking-fähige Tetschenmaschine Für die Gnackwatschn braucht es dieses Mal eine ganze multitasking-fähige Tetschenmaschine. Sie ereilt gleich mehrere Personen und darüber hinaus ein gesamtes Festival. Ein Festival? Ach wo, nein, DAS allersuperwichtigste und weltgrößte Festival für Medienkunst auf der ganzen, ganzen, ganzen Welt. Die Rede ist hier natürlich vom Ars Electronica Festival in Linz. „Ars“ kommt ja bekanntlich vom englischen „arse“, was so viel wie „Hintan“ auf mühlviertlerisch heißt, und auf hochdeutsch weiter übersetzt „hinten“. Und hinten ist dieses Festival zweifelsohne, sowohl was die inhaltliche Substanz betrifft als auch hinsichtlich organisatorisch-struktureller …

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10 Jahre Innovation!

Stefan Haslinger über die Facetten eines Förderinstruments   Der Innovationstopf der KUPF wird zehn Jahre alt. Besser gesagt: die aktuelle ist die zehnte Innovationstopf-Ausschreibung. (Zehn Jahre alt wird er erst 2006, aber das nur so nebenbei.) Vielleicht ist das alleine schon ein Grund sich auf die Schulter klopfen zu lassen. Denn ? vereinfacht dargestellt ? schafft der Innovationstopf einen Rahmen, der doch sehr außergewöhnlich ist. Einerseits regt er ? durch die seit 1997 vorhandene Themenstellung ? die AdressatInnen der Ausschreibung an, sich mit neuen Ansätzen ihrer Arbeit auseinanderzusetzen, andererseits fordert er von der Suvbentionsgeberseite ein, Projekte zu fördern, welchen außerhalb …

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Alte und neue Abgrenzungen

Eine Wiener Straßenzeitung als lebendige Galerie im öffentlichen Raum: Eine schöne Idee, doch in dem Projekt „Interventionen gegen Rassismen“ wurden strukturelle Probleme der antirassistischen Szene deutlich.   Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch: Als Daniela Koweindl und Martin Krenn von der IG Bildenden Kunst in der Redaktion der Bunten (Zeitung), der in Wien auf der Straße von Flüchtlingen verkauften migrationspolitischen Zeitschrift, auftauchten, wuchsen meine Hoffnungen ins Unermessliche. Eine Gruppe von KünstlerInnen, die eine Sondernummer der Bunten als lebendige Galerie für ihre Inserts verwenden will, als Intervention gegen Rassismen im öffentlichen Raum ? super! War es doch immer schon schwierig …

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Fragen an Stella Rollig

Andrea Starmayr führte ein INterview mit der neuen Leiterin des Lentos-Kunstmuseum Linz.   Seit 1. Mai ist die Wienerin Stella Rollig Direktorin des Linzer Kunstmuseums Lentos. Was hat sich seit ihrem Amtsantritt verändert? Wie beurteilt sie die kulturpolitische Situation in Linz? Die KUPF führte dazu ein Interview mit der neuen Leiterin des Lentos. Stella Rollig ist in Linz spätestens seit ihrer Ernennung zur Lentos-Direktorin ein Begriff. Sie lebte bisher als Autorin, Kunstkritikerin und Kuratorin in Wien und ist seit fast 20 Jahren im Bereich der Gegenwartskunst tätig. Seit 2002 ist Rollig u.a. Mitglied des Kuratoriums am O.K. Centrum für Gegenwartskunst. …

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Nachdenken unerwünscht

Der Brückenschlag von der Ars Electronica zur Esoterik gelingt Luigi Gabinetto   „Esoterik ist“, schreibt die Autorin Jutta Ditfurth*, „in der Definition ihrer ErfinderInnen, eine okulte, elitäre Geheimwissenschaft, die nur erlauchte Eingeweihte begreifen können. Sie entzieht sich der rationalen Auseinandersetzung.“ Man nehme nur die Symposien, auf denen sich, egal welches Thema verhandelt wird, eine Handvoll Symposiumstouristen mit sich selbst beschäftigen, sodass sich interessierte Außenstehende nur total deplatziert vorkommen können. Esoterik werde, so Ditfurth weiter, wieder einmal gebraucht, um die Köpfe von Millionen Menschen für eine autoritäre Gesellschaft zuzurichten. Die Ars Electronica kann auch für diese These ein vorzügliches Beispiel geben. …

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Gegenmaßnahmen

Sabine Benzer vernetzt sich mit kulturschaffenden Frauen aller Bundesländern   Kulturschaffende Frauen aller Bundesländer vereinigen sich und stellen gemeinsame Forderungen auf. Bei öffentlichen Förderungen, bei Preisvergaben und Stipendien benachteiligt, in Führungspositionen unterrepräsentiert, von den im Kulturbereich vorherrschenden prekären Arbeitsverhältnissen besonders betroffen, das sind nur einige der Kennzeichen der Ungleichbehandlung von Frauen im Kulturbereich. Eine ganze Reihe neuerer Studien belegen diese prekäre Situation, bemerken aber – wie beispielsweise die AutorInnen der Mediacult-Untersuchung – auch die Gegenmaßnahmen, die von den kulturschaffenden Frauen bereits eingeleitet wurden: „Um das Problem der männlichen -gate keeper- zu kompensieren, entstehen in zunehmendem Maße Frauennetzwerke und -initiativen, welche …

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Intelligentes Sparen

Kultur/politische Realitäten in der Herbst/Kulturarbeit.   Von Udo Danielczyk „Wir bekennen uns ausdrücklich zur besonderen Verantwortung für die Förderung der zeitgenössischen Kunst, sowohl was das Schaffen heute lebender Künstler anlangt, als auch die Förderung der freien Szene und der kulturellen Minderheiten. Auf eine stabile Entwicklung der Förderung freier privater Kultureinrichtungen ist in der kommenden Legislaturperiode besonders Bedacht zu nehmen.“Regierungsübereinkommen ÖVP-Grüne, Oktober 2003 Es herbstelt schon, die Felder sind abgeerntet. Kirche, BäuerInnen und Landbevölkerung feiern das Erntedankfest, Kanzler Schüssel vergattert seine RegierungskollegInnen zur „Zeit der Ernte“. Trügerisches Idyll allerseits. Die oberösterreichische Landespolitik ist da doch erfrischend ehrlich, statt Erntezeit ist Groscherlklauben …

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