Editorial

Wann haben Sie zuletzt eine schlechte Entscheidung getroffen? Diese Zeitung zu lesen ist zum Beispiel eine gute Entscheidung.

Verena Humer von der KUPF und Andrea Folie vom Dachverband Salzburger Kulturstätten, der Schwester der KUPF in Salzburg, veranschaulichen, wieso sich die beiden Interessenvertretungen entschieden haben, zu kooperieren. Nun gibt es in der KUPFzeitung einen Salzburg-Teil! Er fordert zu Solidarität im, um und für den Kulturbereich auf und erzählt, wie es zu einer Fixanstellung bei der kultur:plattform St. Johann im Pongau kam und hilft bei der Entscheidung, ob man wählen gehen soll.

Nach der Arbeiterkammer-Wahl, die noch bis 1. April läuft, steht im Mai die EU-Wahl an. Wir haben die grundlegenden Fakten zusammengetragen. Ulrike Guérot fordert gleiche Rechte für alle und sieht Europa aktuell an einem Scheideweg. Wo wird es hingehen? Entscheiden Sie mit! Der Streik unserer Musikkolumnistinnen, der Text von Nicole Schöndorfer und Vina Yuns Rezension erinnern uns daran, dass politische Partizipation von Frauen kein Selbstverständnis ist und dass noch viel zu tun ist.

Ist es denn selbstverständlich, in einer Demokratie zu leben? Wir haben Menschen befragt, von denen einige in nicht demokratisch organisierten Gesellschaften gelebt haben. Man möchte sich eine Gnackwatsch‘n verpassen, jemals angenommen zu haben, Demokratie sei selbstverständlich. Die Gnackwatsch‘n gibt es diesmal aber für alle, die Demokratie gar nicht verstanden haben und uns mit einfachen Lösungen abspeisen wollen.

Dass uns einfache Lösungen nicht weiterbringen, stellt auch Dorothea Dorfbauer fest. Barbara Eppensteiner schlüsselt auf, wie Message Control funktioniert und was der Demokratie stattdessen gut tun würde. Unsere Kolumnistin Eva Egermann pausiert für ein paar Ausgaben, Walter Ego springt ein und demonstriert in den Crip Chronicles, wie Manipulation durch Medienkampagnen funktioniert. Er ist für: Papp‘n auf!

Kulturinitiativen zeigen vor, wie das mit dem Entscheiden geht. Alle einzubinden, dazu braucht es Mut, weiß der Verein Raumschiff. Über Entscheidungen und andere Zwischenmenschlichkeiten und konkret über Prozesse, Partizipation und Leitung in Kulturvereinen macht sich Aliette Dörflinger Gedanken. Was es für Kulturinitiativen bedeutet, wenn rechte Kulturpolitik in Fahrt ist und demokratische Prozesse zu verkümmern drohen, ordnet Markus Gönitzer am Beispiel Graz ein. Er plädiert für Solidarität und kollektive Strategien.

Sich für Solidarität und politische Allianzen zu entscheiden, dafür plädiert auch Theresa Seraphin. Sie blickt hinter die Bühne: Wer macht wann für wen Theater und warum? Marie Rosenkranz zeigt das Verhältnis von Kunst und Politik am Beispiel Brexit und Martin Wassermair kommentiert den Ausstieg aus Europa. Über künstlerische und politische Praxis berichtet zudem Thomas Philipp, er ist Teil einer Kooperation, die sich mit der digitalen Gesellschaft im öffentlichen Raum auseinandersetzt.

Gehen wir hinaus! Solidarisieren wir uns! Entscheiden wir uns dafür!
Tamara Imlinger
für die Redaktion

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