Friedliche Feuer

das Buch zum Jubiläum: »Peace And Fire. Fünfundzwanzig Jahre Alter Schl8hof« hat Klemens Pilsl für Sie gelesen.

 

Der Welser Schlachthof muss schon 1985 alt gewesen sein, als er unter dem Namen »Alter Schl8hof« irgendwie zum soziokulturellen Hotspot der Gegend geworden ist. 25 Jahre später ist er also schon mindestens ein »Sehr Alter Schlachthof«, hat sich aber zweifelsohne einen gewissen juvenilen Charme bewahrt. Soeben erschienen – das Buch zum Jubiläum: »Peace And Fire. Fünfundzwanzig Jahre Alter Schl8hof«.

Ich weiß nicht, warum wir Kulturfuzzis so auf Jubiläumsschriften stehen. Gießen sie doch eigentlich die Institutionalisierung, die uns das Alter so bringt, noch einmal extra in Beton und laufen immer Gefahr, sich dem Nostalgischen hinzugeben. Ich stehe jedenfalls drauf, und irgendwann wird’s auch ein KAPU-Buch geben (ich arbeite seit Jahren daran und hoffe, dass die nächste Dekade den Durchbruch bringen möge).

Der Welser Schl8hof ist sich der Gefahren wohl bewusst und hat zu seinem Jubiläum die altbekannte Mischung aus klassen Fotos, Selbstdarstellungen und Fremdansichten inklusive Grußbotschaften veröffentlicht. Und das auf hohem Niveau! Wasserbauer´sche Anekdoten, Wassermair´sche Nostalgika und waschaechte Hintergrundinfos. Eingebettet in ein bisschen historische Sozialforschung von Robert Foltin und anderen. Lediglich das Abbild des »geschäftsführenden Vorstandes seit 2009« ist irgendwie spooky – zwischen all den anderen Bildern von jugendkulturellen Aktivistinnen, schwitzenden Gitarrenmenschen und ekstatischen Performern wirken die Herrschaft en zumindest überraschend. Wobei die fotogene Wandlung des derzeitigen KUPF-Geschäftsführers und ewigen waschaecht-Aktivisten Stefan Haslinger beträchtlich ist – ich hätte mir da eigentlich eine eigene Fotostrecke gewünscht.

So what: geiles Buch, die Latte für´s zukünftige KAPU-Pamphlet liegt also schon wieder etwas höher. Als besondere Empfehlung für dieses unbedingt querzulesende Druckwerk: das Interview mit Hasi, Wawo und Neulinger, die geopolitische Verortung von Huckey und die Fotos von Jazz Gitti, Distelmeyer sowie der »Proberaumlegende« Surrender.

»Peace And Fire. Fünfundzwanzig Jahre Alter Schl8hof« 176 Seiten und um € 25,- im gut sortierten Fachhandel wie z.B.: Buchhandlung Alex (www.deralex.at), wahn&sinn (www.wahn-und-sinn.at), Schl8chthof Wels (www.schl8hof.wels.at) und im Infoladen Wels(www.infoladen-wels.at), erhältlich.

 

Klemens Pilsl ist gescheiterter Raumfahrer, Musiker und Drachentöter. Muss sich derzeit als selbstständiger Kulturarbeiter durchschlagen.

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