Gnackwatsch’n #134

In Linz gibt es nicht nur viel Polizei, in Linz gab es bis vor kurzem auch viele Aktionen, die ein zivilgesellschaftliches Eintreten gegen den von der FPÖ geplanten Ordnungsdienst (Stadtwache) mobilisierten: die Bürgerinneninitiative gegen die Stadtwache, ein vom KUPF Innovationstopf gefördertes Projekt, Aktivistinnen trafen sich, diskutierten, schrieben dagegen an, Plakate, Flugzettel, Unterschriftenlisten oder die FROntal-Aktion von Radio FRO am Taubenmarkt. Die Bürgerin konnte sich durch eine einzige Aktion – das Unterschreiben dagegen – beteiligen. Bei 3000 Unterschriften hätte das Anliegen zumindest erneut im Gemeinderat besprochen werden müssen. Anfang Mai lag das Ergebnis vor. Die von der Bürgerinneninitiative gestartete Unterschriftenaktion gegen …

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Der Stacheldraht im Kopf

Linz ist eine Gefahr. Vor allem sich selbst. Anders sind die Hintergründe nicht zu deuten, die es offenkundig notwendig gemacht haben, schon ab 1. September 2010 eine neue Stadtwache einzurichten.  Die meisten Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner nehmen diese Neuerung schweigsam hin. Warum auch groß dagegen aufbegehren? Politik und Medien übererschlagen sich geradezu mit der Produktion von Schreckensszenarien, die hohe Verkaufsquoten verspricht und das Sicherheitsbedürfnis der Menschen zu einem populistischen Erfolg verwertet. George W. Bush konnte sich als Kriegsherr gut damit über Wasser halten, Italiens Berlusconi setzt mit großem öffentlichen Zuspruch auf diese Karte, warum sollen nicht auch die Neo-Pistoleros im Linzer …

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Den politischen Unwillen muss man nicht erst produzieren!

Stefan Haslinger im Gespräch mit Gudrun Pechtl, Geschäftsführerin der TKI – Tiroler Kulturinitiativen über faire Bezahlung im Kulturbereich. Die TKI hat es getan. Im März 2010 hat die Interessengemeinschaft der Tiroler Kulturinitiativen Honorarrichtlinien veröffentlicht, die als Grundlage für faire Bezahlung im Kulturbereich gelten sollen. Damit stößt die TKI ins selbe Horn wie eine in Planung befindliche Kampagne der IG Kultur und ihrer Ländervertretungen mit dem Titel „fair-pay“.   Den Informationen zu den Honorarrichtlinien zufolge geht es darum, einen Konsens über die Notwendigkeit von qualifizierter und als solcher auch bezahlter Kulturarbeit herzustellen. Dass dieser Konsens nicht gegeben ist und es sicherlich …

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Heute: Angst (essen Hirn auf)

Im März in Laakirchen: Ein Zeitungsausträger verfährt sich. Ein älterer Herr fühlt sich von ihm bedroht und fuchtelt mit einer Attrappe einer Wehrmachtspistole rum. Die eintreffende Polizei fühlt sich noch bedrohter und erschießt ihn. Ein medial und politisch geschaffenes Klima der permanenten Angst macht solch traurig-skurrile Episoden möglich. Wer will Angst haben?   Angst ist existenziell für Rechtsextreme, sie werden aus Angst gewählt und können aus Angst wählen gehen; und nicht nur das: Viele haben sich auch jenseits der Parteipolitik ihre ökonomische Basis im Angst- Business geschaffen. Dutzende Jungs und so manches Mädel aus der FPÖ-, Neonazi- oder Hooliganszene haben …

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Das Spiel des Kulturlebens

Aileen Derieg macht sich Gedanken zu den 10 Empfehlungen der Linz09 GmbH für die Anliegen der Kulturin Linz und OÖ.   Bekanntlich war das Jahr 2009 Europäisches Kulturhauptstadtjahr in Linz; zum Glück haben wir aber nun das Jahr 2010. Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass die Frage, ob jede beliebige Kulturveranstaltung als Erfolg oder als Blamage für Linz09 zu verbuchen sei, nicht mehr als oberstes Kriterium behandelt wird. Naturgemäß zieht die Linz09 GmbH „eine durchaus positive Bilanz“: Es handelt sich dabei um einen Pressetext, etwas anderes steht üblicherweise nie in der ersten Zeile eines Pressetextes, es sei denn, es …

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Pfeffer für den neuen Herrn (nicht Frau) Kulturdirektor

Julius Stieber ist seit Mai mit dem Amt des Linzer Kulturdirektors betraut. Der KUPF gibt er sein erstes Interview. Pamela Neuwirth sprach mit ihm über das Erbe Jankos, seine Pläne, über das Prekariat, das wir alle nicht mehr loswerden, Förderpolitik und Linz09. Als Einstandsgeschenk gab es von der KUPF 70g Pfeffer, erworben in der Markthalle um Euro 3,20. Das Preispickerl haben wir zur Sicherheit kleben lassen …   KUPF: Zum Janko Erbe …? Julius Stieber: Vor dem Janko Erbe habe ich Respekt. Es ist mit dem Auftrag »Kultur für Alle« verbunden. Es ist eine Pioniertat. Ein breiter Zugang zu Kunst …

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Balkan? Balkan!

David Guttner auf Balkanreise.   Genaugenommen liegt Cluj nicht am Balkan. Das rumänische Cluj-Napoca (ungarisch Kolozsvár, deutsch Klausenburg) liegt in Transilvania, Erdély oder Siebenbürgen, je nach Sprachgebrauch. Jedenfalls zählt dieses Transsilvanien laut der gemeinhin geltenden Definition nicht zum Balkan. Der endet nämlich im Norden an der Save-Donau-Linie, manche Quellen geben auch die Luftlinie Triest-Odessa an. Die tanzenden Bits Cluj gehört also nicht zum Balkan. Selbst wenn das Istvan Szakats hartnäckig behauptet. Der studierte Informatiker ist Organisator und Kurator des e-tribal art, feast of the digital, einem viertägigen Mittelding aus Festival und Ausstellung, das seine Premiere am 19. Feburar dieses Jahres …

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Frei Schwebend

von Christian Diabl   Eigentlich ist spotsZ aus Linz nicht mehr wegzudenken. Für manche ist es das Programmheft der freien Szenen, für andere der aktuellste Versuch, so etwas wie eine Stadtzeitung zu etablieren, für mich ob des Formats die gedruckte Auslage der Linzer Szene. Wer sich im urbanen und alternativen Kunst- und Kulturmilieu bewegt, stolpert unweigerlich über das Hochglanzblatt, dessen Cover aus dem üblichen – in Österreich ohnehin lächerlich kleinen – Blätterwald herausragt. Viele haben schon mal für spotsZ geschrieben, noch mehr ihre Veranstaltungen darin gefunden und fast jeder blättert zumindest durch, wenn die neue Ausgabe im Zeitschriftenständer des Café …

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Parallax Error

von Vina Yun Die antirassistische Praxis ist mühselig. Nicht selten wird der Grund dafür bei den »Betroffenen«, den Migrantinnen, gesucht. Immer wieder höre ich von Mehrheitsösterreicherinnen: »Wir sind doch eh offen und bemühen uns. Aber bei unseren Veranstaltungen zu Migration und Rassismus kommen einfach keine Migrantinnen!« Noch mehr wird gejammert, wenn es darum geht, Migrantinnen in die eigenen Organisationen reinzuholen. Sehr oft ist dabei ein »besonderes« Projekt (Stichworte: Diversität, Migration, Multikulturalität) Anlass dafür, nach »Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund « zu suchen. Sehr selten sind solche Bemühungen von nachhaltigem Erfolg gekrönt. Warum? Möglicherweise geben folgende Beobachtungen ein wenig Aufschluss: Der Identitäts-Stempel: Migrantinnen …

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Die Kunst der Ent-Täuschung

Sie sind bekannt, die vielfältigen Misslagen, in denen sich die westlichen Industriegesellschaften befinden: Das politische System kommt nicht aus der Krise, die traditionellen Verbände wie Parteien oder Gewerkschaften ringen nach wie vor mit mäßigem Erfolg um ihre AnhängerInnen, die Wahlbeteiligung zeigt weiter nach unten und das nachhaltigste zivilgesellschaftliche Projekt ist nach wie vor die Kronen Zeitung. Und doch scheint dieser Befund in letzter Zeit nicht mehr so ganz zu stimmen. Im Windschatten dieser eher unerfreulichen Entwicklungen bilden sich soziale Bewegungen heraus wie aktuell um die Uniproteste oder entstehen vermehrt kritische Projekte in der Kulturarbeit. Als Beispiel sollen hier nur genannt …

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Wenn Küken flügge werden…

…ziehen sie aus und bauen ihre eigenen Nester. Caro Asen über das Radionest Vöcklabruck Am 8. Mai war der Tag der offenen Tür im Radionest. Brutstätte für neue Sendungsformate und artverwandte Kulturtäterinnen. Die Radiomacherinnen aus Vöcklabruck und Umgebung haben eine Bleibe gefunden. Das Außenstudio des FRS (Freie Radio Salzkammergut) hat in der alten Musikschule in Vöcklabruck gemeinsam mit dem OTELO (Offenes Technologie Labor) einen Raum gefunden. Der Weg dorthin war lang, allerdings wurde er für Vöcklabrucker Verhältnisse dann doch in Lichtgeschwindigkeit zurückgelegt. Alles begann im Jahre 2006 beim 2. Bock Ma’s, dem Benefizfestival zugunsten des Projektes von Ute Bock. Oliver …

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KUPF Innovationstopf 2010 Mit Sicherheit? – Die jurierten Projekte.

Am 26. März 2010 hat die öffentliche Jurysitzung zum 15. KUPFInnovationstopf im Café zum Rothen Krebsen in Linz stattgefunden. Riki Müllegger stellt die jurierten Projekte vor.   Die Ausschreibung hat dazu eingeladen, sich mit dem Begriff Sicherheit und den implizierten Konsequenzen konkret auseinander zu setzen, Kontinuitäten, Parallelen, Abhängig- oder Widersprüchlichkeiten zu beleuchten, im eigenen Umfeld zu erkennen und wirksame Gegenstrategien zu entwickeln, um sich mühsam erstrittene Freiheiten nicht wieder weg sichern zu lassen. Die 5-köpfige Jury, bestehend aus Juliane Alton, Belinda Kazeem, Caroline Asen, Erich Möchel und Thomas Rammerstorfer hat aus den 30 eingereichten Projekten folgende 12 ausgewählt: Der CamCatWalk, …

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Wege finden

Der Wind ist dieser Tage stärker als an anderen. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind, sagte meine Großtante, wenn sie auf Besuch im Keferfeld war und von Hänsel und Gretel erzählte. Im Keferfeld meiner Kindheit gab es einen Bäcker, einen Fleischhauer, einen Greißler. Das Keferfeld meiner Kindheit ist seit fünfzehn Jahren vergangen, mindestens. Die Großtante kaufte Krapfen und zuckerte uns Sterne darauf. Es sind andere Kinder gekommen und andere Großtanten. Die Bäume wurden weniger und die Garagen mehr und mit den Bäumen wurden auch die Blätter weniger. Mit den Garagen kamen die Rollläden. Es rattert, wenn sie hinunter gelassen …

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Friedliche Feuer

das Buch zum Jubiläum: »Peace And Fire. Fünfundzwanzig Jahre Alter Schl8hof« hat Klemens Pilsl für Sie gelesen.   Der Welser Schlachthof muss schon 1985 alt gewesen sein, als er unter dem Namen »Alter Schl8hof« irgendwie zum soziokulturellen Hotspot der Gegend geworden ist. 25 Jahre später ist er also schon mindestens ein »Sehr Alter Schlachthof«, hat sich aber zweifelsohne einen gewissen juvenilen Charme bewahrt. Soeben erschienen – das Buch zum Jubiläum: »Peace And Fire. Fünfundzwanzig Jahre Alter Schl8hof«. Ich weiß nicht, warum wir Kulturfuzzis so auf Jubiläumsschriften stehen. Gießen sie doch eigentlich die Institutionalisierung, die uns das Alter so bringt, noch …

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»rechtsextrem«

ist ein übersichtliches Nachschlagewerk, in dem auch versierte Antifas die eine oder andere Neuigkeit entdecken werden. Von Christian Diabl.   Oberösterreich ist eine Hochburg der rechtsextremen Szene. Die Schmieraktionen in Mauthausen und die Übergriffe bei der Befreiungsfeier in Ebensee sind nur die Spitze des Eisbergs. Organisationen wie BFJ und NVP sorgten in den vergangenen Jahren immer wieder für Wirbel und die Beinahe-Kandidatur der »Bunten« überschattete die Gemeinderatswahlen in Wels. Das Buch »rechtsextrem« – herausgegeben vom Mauthausen Komitee Österreich – versucht einen aktualisierten Überblick über die Szene von Blood & Honour bis zum RFJ zu geben. Der Schwerpunkt liegt auf Symbolen …

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