Medien machen

Wir kanalisieren (projizieren?) unser gesteigertes Aktivismusbedürfnis in der Regel in die KUPFzeitung. Und die ist ja das aufregendste, was unser Büroalltag so her gibt: jede Menge Fristen, Hintergrundgespräche, Redaktionslisten-Emails, Cloud-Aktivitäten, Ratlosigkeiten, Ideenzündungen, Zeichenüberschreitungen und gut gemeinte Ratschläge. Um in zeitgemäßen Serien- Analogien zu sprechen: Wir fühlen uns Borgen, aber eher schon die dritte Staffel, also Opposition und so. Im Büro fliegen derweil die Deadlines, dass einem schwindlig wird. Ich flüchte eine Woche nach Hamburg. Von 400 ungelesenen Emails stammen 500 von der Kollegin und thematisieren meine Produktivleistung im redaktionellen Kontext. Ich eile! Ich ahne: Ohne sie wäre die KUPFzeitung eine Spatzenpost und ich nur Facebook-Poster. Der Kollege fängt routiniert meine Stimmungen auf und lockt mich mit Faschingskrapfen an. Sie nennen mich Diva, aber meine Texte wollen sie dann doch! Im Kopf plane ich rauschhaft schon die nächsten drei Ausgaben. I like it.

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