Zerschlagt den Gordischen Knoten

Christian Diabl über die unerträglichen Diskussionen rund um das Mega-Thema Migration.

 

Unerträglich sind die Diskussionen rund um das Mega-Thema Migration. „How low can you go” scheint das Motto, wenn`s um „Arigona”, „Eberau”, „Anwesenheitspflicht” usw. geht.

Seit mehr als 20 Jahren wird die Vernunft an die Wand gespielt, die Linke wirkt rat- und kraftlos. Die Auswirkungen sind desaströs, für die Gesellschaft, für das, was sich bei uns Demokratie nennt und vor allem für die betroffenen Menschen. Auswegslos? Vielleicht.

Wenn scheinbar niemand einen Plan hat, dürfen auch einfache Bürgerinnen ihren Senf dazugeben. Also hier mein spontaner 3-Punkte Plan:

1) Unangenehme Wahrheiten aussprechen: …ist eine generelle Empfehlung an die Politik. Es bringt nix, so zu tun, als ob die Dinge so wären, wie es sich die kronenzeitungslesenden Normalbürgerinnen wünschen. Solcherart Feigheit hilft nur den Rechtspopulistinnen.

Der Nationalstaat hat ausgedient. War ein historisch gesehen kurzes Projekt, das kläglich gescheitert ist, Weltkriege verursacht und den Leuten vorgegaukelt hat, dass Ausbeuterinnen und Ausgebeutete denselben Dialekt sprechen sollten. Die Welt verändert sich ständig und rasant. Kein Schrebergarten wird von diesen Veränderungen verschont bleiben, keine blaue Provinzpolitikerin wird diese Veränderungen aufhalten können. Entscheidungen werden noch mehr als jetzt auf höheren, suprastaatlichen Ebenen getroffen werden müssen. Wer glaubt, sich abschotten zu können, braucht nur einen Blick nach Island zu werfen. Die typische Österreicherin gab`s nie und wird es auch nie geben. Die weiße Hautfarbe wird zusehends verschwinden, irgendwann sind wir vermutlich alle kakaobraun. Es gibt keinen Status Quo, soziale Konstrukte lassen sich nicht einfrieren. Alles fließt nicht erst seit Heraklit. Der Islam war, ist und wird noch mehr ein Teil der europäischen Kultur sein. Und gehört wie jede andere Religion ins Private verwiesen.

2) „Migration” positiv besetzen, „Identität” neu definieren: …könnte eine Kommunikationsstrategie sein, die uns aus der Defensive rausbringt.

Migration gehört zum Menschsein dazu. Sie hat es immer gegeben und sie wird es immer geben. Ökonomische Revolutionen und Aufschwünge hängen immer auch mit Migration zusammen. Kulturelle Blütezeiten waren zu allen Zeiten auch Ergebnis von Migration und kulturellem Austausch. Die erfolgreichsten Zivilisationen waren „Schmelztiegel”, ein Blick in die Antike reicht aus, um das zu belegen. Identität braucht Werte, Geschichten, Mythen. Also: weg mit „Heldensagen”, Blut und Boden und her mit dem „Stolz” auf Aufklärung, Revolution, Deklaration der Menschenrechte usw.

3) Neue Allianzen schmieden: …heißt traditionelle Herangehensweisen zu überdenken, scheinbare ideologische Barrieren zu überwinden und zielorientiert „Politik zu machen”

Unterschiedlichste gesellschaftliche Interessensgruppen sind in das Thema involviert, machen unkoordiniert Lobbyarbeit. So ein Mammutprojekt kann die Linke nicht alleine schultern. Es braucht eine breite Allianz, die nicht nur kirchliche Institutionen einbindet, sondern auch Wirtschaftskreise, denn so komisch es klingt, da gibt’s sich überschneidende Interessen. Weg von der klassischen „Gutmenschen”-Argumentationslinie. Den Leuten sind die Leute scheissegal. Rationalität ist angesagt, es muss klargemachtwerden, dass Migration in unserem ureigensten egoistischen Interesse liegt. Es wird immer einen Teil geben, der sachlichen Argumenten nicht zugänglich ist. Solche Mitbürgerinnen wollen einfach keine Nachbarinnen mit z.B. dunkler Hautfarbe, egal was sie zum BIP beitragen. Diese Rassistinnen sind in Zukunft rechts liegen zu lassen. Offensiv werden, Meinungsumfragen ignorieren, Linie halten und glaubwürdig sein. So läßt sich manches durchsetzen, das heute noch unerreichbar scheint.

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