Gallneukirchen hat Potential

Ein Zwischenbericht zum Kulturentwicklungsplan.

Wieso kommt eine relativ kleine Stadtgemeinde auf die Idee, sich einen Kulturentwicklungsplan (kurz KEP) zu verpassen?
Ausgangssituation war, dass es in Gallneukirchen zwar ein reiches und vielfältiges kulturelles Leben gibt, vieles jedoch unkoordiniert läuft. Das Selbstverständnis der Gemeinde war nicht definiert. Es gab Unklarheiten und Intransparenz bezüglich Kulturförderung. Um diesen Unzufriedenheiten zu begegnen, entschieden wir uns, uns als Gemeinde in einen systematischen Entwicklungsprozess zu begeben. So wollen wir das unausgeschöpfte Potential Gallneukirchens zielführend nutzen.

Wie sah der Prozess zum KEP aus?
Im April 2017 beschloss der Gemeinderat die Erarbeitung eines Kulturentwicklungsplans und setzte neben dem Beratungsteam LIquA eine neunköpfige Steuerungsgruppe als Bindeglied und Multiplikatorin ein. Sie stellte sicher, dass alle für Gallneukirchen relevanten Themen und Zielgruppen berücksichtigt werden und nahm selbst aktiv an den drei partizipativen Workshops teil, verdichtete die eingebrachten Leitziele und Maßnahmen und überprüfte deren Realisierbarkeit. Nach Abschluss der Workshopphase erstellte sie die vorläufige Endfassung des Gallneukirchner KEP. Seither wurde in drei Umsetzungsklausuren an den 75 beschlossenen Maßnahmen gearbeitet.

Was steht im KEP?
Kunst und Kultur müssen als Mittel und Teil von Stadtentwicklung gesehen werden. Sie erlauben, gezielt Einfluss auf die weiteren Geschicke des Gemeinwesens zu nehmen. Tradition und Erneuerung müssen gleichwertig und gemeinsam Platz haben. Konkrete Maßnahmen sind etwa das Vorhaben, das Heimathaus attraktiver zu machen, aber gleichzeitig durch die Bereitstellung von Leerständen offene Kulturräume für junge Kultur zu schaffen.

Gibt es bereits erste Ergebnisse?
So viele Personen haben sich in Gallneukirchen selten mit Kultur beschäftigt. Um nur ein paar Ergebnisse zu nennen: Es wurden neue Richtlinien für die Vereins- und Kulturförderung ausgearbeitet und beschlossen. Kulturveranstaltungen sind auf der gemeindeeigenen Website besser sichtbar. Über die Nutzung von Leerständen wird diskutiert. Es gibt einen Kulturbeirat: Zwölf Vertreter*innen aus Kunst und Kultur werden in Zukunft den Gemeinderat in allen kulturellen Dingen beraten und den Fortgang des KEP kritisch begleiten und evaluieren.

Sepp Wall-Strasser ist Vizebürgermeister von Gallneukirchen.

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