Gnackwatsch’n #145

Nein, der Herr GR Raml bekommt keine Gnackwatsch’n von uns. Nicht, dass er sich nicht bemüht hätte, aber es reicht einfach nicht, unseren Mitgliedsinitiativen mit der alten Leier des «Subventionsmissbrauchs für politische Zwecke» ans Bein pinkeln zu wollen. Zu langweilig, zu unwichtig, zu durchsichtig. Alleine, dass er von «astronomischen Summen» für die Vereine der Freien Szene spricht, zeigt doch wie beschränkt sein Horizont ist. Ein armseliger Abklatsch des Haider’schen Kulturkampfes der 90er Jahre. Raml tut uns zwar irgendwie leid, aber wir müssen dem allgegenwärtigen Leistungsprinzip auch in der KUPFzeitung Rechnung tragen und mit so einer Performance gewinnt man halt keinen …

Weiterlesen …Gnackwatsch’n #145

Parallax Error #145

Es ging ein Aufschrei durch die bürgerlichen Medien in Deutschland – der auch in den heimischen Niederungen Widerhall  fand –, als der Stuttgarter Thienemann-Verlag im Jänner verkündete, dass er aus den Kinderbuchklassikern von Otfried Preußler (z.B. «Der Räuber Hotzenplotz») diskriminierende Begriffe wie das «N»-Wort ersatzlos streichen werde. Schon einige Jahre zuvor hatte der Verlag Friedrich Oetinger aus seinen aktuellen Übersetzungen von Astrid Lindgrens «Pippi Langstrumpf» rassistische Bezeichnungen eliminiert. In einer Erklärung auf der Verlags-Homepage heißt es dazu: «Diese Begriffe sind heute nicht mehr zeitgemäß, entsprechen im deutschen Sprachgebrauch nicht mehr dem heutigen Menschenbild und können missverstanden werden. Sie wurden deshalb …

Weiterlesen …Parallax Error #145

Finanzierungsvereinbarungen für alle!

Das Musiktheater Linz wird also im April 2013 eröffnet. Nach einer jahrzehntelangen Vorlaufzeit, wie sie für kulturelle Großbauten mittlerweile zur Norm wird, ist es im Frühling 2013 soweit: Das Musiktheater startet mit einem bunten Angebot aus Oper, Musical, Konzerten und Ballett in die erste Saison. Allein schon die Konflikte im Vorfeld zeigen, dass die Akzeptanz solchen Projekten gegenüber nur mehr mit großem Aufwand an Öffentlichkeitsarbeit herzustellen ist. Und auch in Linz sind die Kosten davongelaufen – von den ursprünglich veranschlagten 150 Millionen Euro sind es nun 180 Millionen geworden, 200 werden kolportiert. Dazu kommt der laufende Betrieb eines neuen Hauses …

Weiterlesen …Finanzierungsvereinbarungen für alle!

Mozert Macht Musiktheater

Meine Erwartungen an das künstlerische Programm des Musiktheaters sind — schon allein berufsbedingt — ziemlich hoch. Kulturpolitisch bedingt sind sie allerdings noch viel hoher. Ich bin allerdings hier wie dort offenbar nur bedingt Zielgruppe.    Wer einen Blick auf die Homepage der Statistik Austria wirft, der findet dort in der Sparte «Theater und Musik» als einleitenden (!) den folgenden Satz: Das Theaterland Österreich gilt, insbesondere was das Musiktheater betrifft, als mit festen Häusern hervorragend versorgt. Das riecht jetzt ein wenig nach Zwickmühle. Für wen gilt es nämlich Programm zu machen, wenn das «Theaterland als mit festen Häusern hervorragend versorgt gilt» …

Weiterlesen …Mozert Macht Musiktheater

Ein Kommentar zur Wahrnehmungspolitik

Die Diskussion zum neuen Linzer Theater erhitzt sich durch die Fördersituation, die monumentale Bauweise, die Spielplanpolitik und allgemein gesprochen durch Machtdemonstration der „Hochkultur“ gegenüber der „Freien Szene“. Seit Jahren kann eine zunehmende Kluft zwischen Gesellschaft und Theaterbetrieb diagnostiziert werden. Ein Kommentar von Theaterwissenschaftlerin Julia Müllegger. Unter anderem wird als Grund dafür angeführt, dass zahlreiche Konflikte, die sich dramatisiert, bzw. in theatralen Formen darstellen ließen, am Theater nicht thematisiert sind, weil v.a. die Stadttheaterbetriebe zunehmend außerstande sind, auf Zeitgeschichtliches angemessen zu reagieren. Auch beim Blick auf den Spielplan der Eröffnungssaison des neuen Musiktheaters in Linz besticht vor allem das Missverhältnis der vom …

Weiterlesen …Ein Kommentar zur Wahrnehmungspolitik

Im Gap von Burgenland und Brooklyn

Im Lande ob der Enns ist die Stimmung, trotz oder mit Musiktheater, ambivalent.   Man muss eingangs feststellen: Es gibt viele Aktivitäten von verschiedenen ProtagonistInnen, aber nicht sehr viele freie Gruppen in Linz und Oö, die ausschließlich von ihrem freien Kunstschaffen leben. So wenige, dass man diese Personen und Gruppen eigentlich schon unter Artenschutz stellen müsste. Andererseits herrscht so etwas wie theatrale Goldgräberstimmung im Land. Diese rührt daher, dass im April das neue Musiktheater eröffnen wird, das nicht nur ein Highlight baulicher und technischer Möglichkeiten darstellt, sondern als hochkulturelles Vorzeigeprojekt zwischen E und U, zwischen Oper und Musical, neue Besucherinnenschichten …

Weiterlesen …Im Gap von Burgenland und Brooklyn

Nach dem Höhepunkt

Der Kulturentwicklungsplan neu ist veröffentlicht worden. Ohne große Visionen, aber mit vielen konkreten Vorschlägen. KritikerInnen des KEP neu stehen auf dünnem Eis. Denn alle waren im letzten Jahr eingeladen, mitzudiskutieren und sich als Co-AutorIn einzubringen. Rund 650 Personen nahmen diese Chance wahr und besuchten die sieben «Visions- und Zielfindungsworkshops », den abschließenden Maßnahmenworkshop oder beteiligten sich online am partizipativen Entstehungsprozess des Kulturentwicklungsplan neu der Stadt Linz. Für Kritik – zur Ergänzung der Themen und Maßnahmen, Einbringung alternativer Vorschläge und Anmerkungen zu den Formulierungen – war über ein Jahr Zeit. Bis der KEP neu jetzt, Anfang Februar, präsentiert wurde.   Andererseits …

Weiterlesen …Nach dem Höhepunkt

Eine neue Welt

Abseits der offiziellen Propaganda wird teils herbe Kritik am Musiktheater geäußert — von der FPÖ bis zur „freien Szene“ hagelt es Budgetkritik,  Standortdebatte, Hochkultur-Bashing und Kunstskepsis. Der Linzer Musiker und Komponist Peter Androsch hingegen argumentiert, warum er die  Schaffung des Musiktheaters (trotz Wermutstropfen) für richtig hält: Es ermöglicht künstlerische Produktion und gesellschaftliche Repräsentation auf höchstem Niveau.  Die Eröffnung des neuen Musiktheaters in Linz wird eine Sternstunde. Damit werden der grandiosesten, schillerndsten, komplexesten Kunstform neuer Platz und neue Möglichkeiten gegeben, – der Oper. Sie ist meiner Meinung nach die höchstentwickelte Kunstform, – vielleicht kommt ihr manchmal der Film nahe. Trotz seiner …

Weiterlesen …Eine neue Welt

Der Fall „Kunst hat Recht“ – Interessenskonflikt oder Interessensvertretung?

Wenn die Initiative «Kunst hat Recht» Pressemeldungen verschickt, dann sind es regelmäßig «die Kunstschaffenden », die sich zu Wort melden. Am Ende solcher Aussendungen steht dann, dass sich in der Initiative «etwa 2.700 Musiker, Autoren, Filmschaffende, bildende Künstler und Fotografen zusammengeschlossen » haben. Aber ist es tatsächlich so, dass es sich bei «Kunst hat Recht» um eine Graswurzelbewegung der österreichischen Kunstschaffenden handelt, wie damit suggeriert wird? Finanziert wird die Initiative nämlich nicht über Spenden oder Mitgliedsbeiträge sondern zentral von  Verwertungsgesellschaften, und als «Organisationsbüro» fungiert eine PR-Agentur. Seit ihrer Gründung versucht die Initiative «Kunst hat Recht» im Namen der Kunstschaffenden auf …

Weiterlesen …Der Fall „Kunst hat Recht“ – Interessenskonflikt oder Interessensvertretung?

Interkulturelle Gärten

Gemeinschaftsgärten beleben ungenützte Grünflächen in der Stadt mit einer neuen Funktion und holen die Menschen aus der Umgebung dort hin. Beim gemeinschaftlichen Gärtnern entsteht Raum für spannende Begegnungen, kollektives Wissen, Ernährungssouveränität und interkulturellen Austausch. An die Stelle von anonymer Nachbarschaft tritt ein gemeinsames Gestalten und Aktivieren im Stadtviertel.   Auf einer Reise in den Irak – dem Heimatland ihrer kurdischen Eltern – versteht Fatima Abid, dass ihre Identität eine multiple ist. Die damals 14jährige Gesamtschülerin wuchs in den Internationalen Gärten Göttingen auf, dem ersten interkulturellen Gartenprojekt in Deutschland. Seit 1995 können hier Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gemeinsam mit Einheimischen aus allen …

Weiterlesen …Interkulturelle Gärten

Wollen wir so eine Zukunft?

  Als Thomas Rammerstorfer im März 2010 erstmals auf den Neonaziklub  „Objekt 21“ stieß, dachte er, diese Angelegenheit würde sich schnell erledigen. Trotz der offensichtlichen NS-Progaganda und der kriminellen Aktivitäten vergingen aber beinahe drei Jahre, bis die Handschellen klickten. Um mehr über die aktuellen Entwicklungen und das spezielle „Oberösterreichische Klima“ zu erfahren, bat die KUPF den Rechtsextremismus-Experten zum Interview.     Wie konnte es so lange dauern, bis Objekt 21 ausgehoben wurde?   Ich denke, dass der Misserfolg viele Väter hat. An mehreren sensiblen Stellen, konkret bei der Staatsanwaltschaft Wels, der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, beim Verfassungsschutz und bei der lokalen Polizei …

Weiterlesen …Wollen wir so eine Zukunft?

Neue Stars in der Manege

Die KUPF lebt im Wandel der Jahreszeiten, und spätestens im Februar vermehrt sie sich. In kulturpolitisch frostigen Zeiten übrigens deutlich schneller als in Zeiten des Überflusses! Insgesamt 12 neue Initiativen wurden Anfang Februar ins KUPFnetzwerk aufgenommen, die KUPF verweist hiermit  auf stolze 134 Mitgliedsinitiativen und ist offenbar noch immer weit entfernt  von den Grenzen des Wachstums.   NH10 Die «Neue Heimat» ist der titelgebende Stadtteil im Linzer Süden, in dem diese Initiaitive werkt – kein leichtes Pflaster für KünstlerInnen… NH10 kümmert sich hier um die kulturelle Nahversorgung und organisiert Workshops (Malerei, Percussion, …), Gemeinschaftsausstellungen lokaler Kunstschaffender sowie Konzerte, Lesungen und …

Weiterlesen …Neue Stars in der Manege

Habemus feministas

Auf Initiative der Künstlerin und Aktivistin Oona Valarie Serbest wurde in diesem Jahr in Linz der internationale Frauentag deutlich sichtbar begangen. Vorbei die Zeit kleiner Pfeifkonzerte und Flashmobs zwischen Taubenmarkt und Hauptplatz. Wir wollen kein Stück vom Schmidtor, wir wollen die ganze Stadt! Beginnen wir mit etwas Positivem. Normalerweise schreiben in der KUPFzeitung Projektbeteiligte nicht über ihre eigenen Projekte, aber weil wir Frauen* ohnehin erst kürzlich den Subjektstatus zugesprochen bekommen haben, macht die KUPF für uns eine Ausnahme. Wir berichten selbst über unseren Frauenkampftag. (Wir verwenden hier das Wort Frauen*, um ungleiche Machtverhältnisse deutlich zu machen. In dem Wissen, dass …

Weiterlesen …Habemus feministas

Existenz von servus.at in Frage gestellt.

Die Netzkulturinitiative servus.at ist neben der eigenen, kulturellen Arbeit seit 1996 digitale, unabhängige Infrastruktur und vorratsdatenspeicher-freier Provider für seine Mitglieder. Damit könnte jetzt Schluss sein. Der Bund kürzt die servus.at-Förderung um 43 Prozent ! Ein vergleichsweise kleiner Betrag von € 15.000 für 2013 wird zur dringenden Existenzfrage.   Die KUPF protestiert energisch gegen den Subventionsentzug für servus.at, denn analog zur Vernetzung sind mit dem  existenziellen Förderstop nicht nur servus.at, sondern auch viele Kulturschaffende und Initiativen direkt betroffen. Doch gerade ein ressourcenschonendes, hochvernetztes und internationales Projekt wie servus.at verdient größtmögliche Unterstützung – schließlich verhilft es einer gesamten Szene zu leistbarer digitaler …

Weiterlesen …Existenz von servus.at in Frage gestellt.

Stephan Roiss: Gramding

  Im November 2012 erschien die Erzählung Gramding in der edition linz /Bibliothek der Provinz. Als Autor verantwortlich zeichnet Stephan Roiss, geboren 1983 in Linz. Neben seinem Studium der Kunstwissenschaft und Philosophie ist er tätig als Redaktionsleiter von FROzine, als Journalist (vor allem für freiStil, KAPUzine und Versorgerin) und Musiker (zum Beispiel  mit Fang den Berg). Nach zwei Theatertexten ist dies nun das erste vorliegende Prosawerk von Roiss. Der schöne Einband (Titelbild von Stephan Blumenschein) umfasst auf 60 kurzen Seiten die Geschichte eines Zivildienstes  im BezirksseniorInnenheim Gramding. Der Protagonist Wolfgang («Sneakers, Melvins-T-Shirt, blau gefärbter Struwwelkopf») spricht in Retrospektive und zeichnet …

Weiterlesen …Stephan Roiss: Gramding

Amazonas

Das schmale Taschenbuch habe ich während düsterer Tage via Amazon erworben. Eigentlich leiste ich mir die Bequemlichkeit von Amazon-Geschäften nicht. Für Bücher gehe ich in den Buchladen, was viel mehr Weg, nämlich hingehen und bestellen und wieder abholen bedeutet; Wege, die allerdings nicht die ausgebeutete Aushilfskraft in Leipzig oder in anderen deutschen Amazon-Verteilerhallen für mich latschen muss. Ein Boykott von Amazon macht allerdings wenig Sinn, weil was die Wirtschaftspolitik angerichtet hat, soll die Einzelne richten können? Alle machen jetzt touch-and-feel im  Großmarkt und kaufen schlussendlich die vielen, vielen Dinge, das ganze Zeug zu Hause im Netz. Damals bestellte ich mit …

Weiterlesen …Amazonas