Franz Fend

Schreibkraft, lebt und arbeitet in Linz.

„Integration“ umkehren!

Franz Fend stellte bei der Verleihung des Förderpreises für integrative Kulturarbeit „Stadt der Kulturen“ Ende Januar 2012 das Konzept des Preises und „Integration“ an sich in Frage. Sehr geehrte Damen und Herren, Werte Teilnehmer_innen beim Integrationspreis der Stadt Linz Werte Preisträger_innen. Ich darf mich zuerst einmal bei allen Einreicher_innen zum…

Salzburger Amigos

O.P. Ziers neuen Roman „Tote Saison“ hat Franz Fend für Sie gelesen.   Gewiss, O.P. Zier merkt zu seinem jüngsten Roman an, dass sämtliche Figuren frei erfunden seien und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen rein zufällig sei. Doch wie der Zufall so spielt,s tellte sich beim Rezensenten während…

Die Zähmung der Fernsehmaschine

Franz Fend über den Verein Matrix, der angetreten ist, digitales Community-TV in Oberösterreich zu realisieren.   Fernsehen, so lautet eine gängige, aber nichts desto trotz stimmige These, habe alleine den Zweck, das Publikum an die Werbeindustrie zu verkaufen, oder wie der Hacker Matt in Die Hard 4.0 meinte, die Menschen…

Mageres Brot

Über Arbeitswelten, die bei Crossing Europe nicht nur filmisch behandelt wurden, weiß Franz Fend zu berichten.   Markus Binder sagte es bei der Eröffnung des Filmfestivals Crossing Europe bei der Eröffnungsgala in kurzen Worten, aber nichtsdestotrotz eindringlich: Wer über Geld verfüge, sollte dies dem Filmemacher Markus Kaiser-Mühlecker zukommen lassen. Anlass…

Sympathisch unfertig

Franz Fend über Prekarisierung und Flexibilisierung im kulturellen und künstlerischen Sektor.   Eine bemerkenswerte Publikation hat das Team des transdisziplinären Forschungsprojekts der Linzer Kunstuniversität flexible@art vorgelegt, das sich seit mehr als zwei Jahren mit der Prekarisierung und der Flexibilisierung im kulturellen und künstlerischen Sektor auseinandersetzt. Bemerkenswert ist diese Arbeit aus…

Der Geist geistloser Zeit

Franz Fend hat Liessmanns „Theorie der Unbildung“ gelesen.   Zwei wichtige massenmediale Ereignisse haben im Februar stattgefunden: Die Karaoke Sängerin Nadine Beiler aus dem tirolerischen Inzing hat das Starmania Wettsingen gewonnen und der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann ist zum Wissenschafter des Jahres gekürt worden. Beides wird man nur, wenn…

Ausnahmezustand Heimat

„Rebranding Images“ lautet der Titel des von Franz Fend empfohlenen Buches.   Vor mehr als zehn Jahren hat die KUPF ein Organisationshandbuch herausgegeben, welches die Aktivistinnen in den Mitgliedsvereinen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen sollte. Der Historiker und frühere KUPF- Aktivist Martin Wassermair hat nun in Zusammenarbeit mit der Kulturwissenschafterin…

Berufswechsel erwünscht

Garten.Leben. Gartentipps von Wolfgang Schüssel und Freunden.   Von Franz Fend Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Das wusste schon der Volksmund, dessen grantlerische Variante samt völkischem Idiom hierzulande besonders verbreitet ist. Dieser Volksmund meint auch zu wissen, dass nix G’scheiteres nachkommt und dass alles ohnehin in der…

Lebenslang angelernt

Franz Fend hat sich in der Wühlkiste der Bildungsangebote umgetan.   Es tut sich was auf dem Feld der Bildung und Ausbildung. Wie es scheint, wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Das staatliche Bildungssystem wurde heruntergewirtschaftet zu einem Ausbildungsbetrieb, der bestenfalls kurzfristige Berufsanforderungen zu vermitteln mag. Die Universitäten können…

Die Obsessionen des Kleingärtners

Franz Fend hat Leopold Federmair’s Essay, “Adalbert Stifter und die Freuden der Bigotterie” gelesen, der sich wohltuend vom lärmenden Geräusch des akuten Stifterjahrs abhebt.   1. Stifter. Semper et ubique Eine Stifter-Ausstellung im Prämonstratenser-Stift Schlägel, ebenfalls eine Stifter Ausstellung im Zisterzienserstift Vyssi Brod, noch eine Stifter Ausstellung im Benediktinerinnen-Kloster Traunkirchen.…

Edelpuff und Musiktheater

Wie eine Stadt von Industrieabgasen und Bettlern gesäubert wird. Franz Fend über die Entwicklung von einer „schmutzigen Industriestadt zu einer sauberen Kulturstadt“.   Die Dimensionen sind gewaltig. Auf dem Gelände des ehemaligen Frachtenbahnhofs in Linz soll eine neue Stadt in (neben) der Stadt entstehen. Die gigantische Geldsumme von mehr als…

Die feinen Unterschiede

Franz Fend legt ein Buch von Elisabeth Katschnig-Fasch ans Herz.   Es gilt ein Buch zu würdigen, das sich mit den Folgen des neoliberalen Umbaus unserer Gesellschaft und den daraus resultierenden Leiden auseinandersetzt. Die Herausgeberin von ?Das ganz alltägliche Elend ? Begegnungen im Schatten des Neoliberalismus? ist Elisabeth Katschnig-Fasch, ihres…

Die Ironie des Elends

Eugenie Kains jüngstes Buch „Hohe Wasser“ bietet uns höchste Erzählkunst. Franz Fend hat für uns gelesen. „Um zu verstehen, was sich an Orten ereignet, die wie ,Städte‘ oder ,Großräume‘ und zahlreiche schulische Einrichtungen Menschen, die alles trennt, zusammenbringen, die sie zwingen, miteinander zu leben, sei es in gegenseitiger Unkenntnis oder…

Über die Banalität des Bösen

Andreas Webers Roman „Lanz“ hat Franz Fend gelesen   „Haben Sie noch immer nicht begriffen, in welcher Gesellschaft Sie leben?“ fragt Raimund Jordan, eine der Hauptfiguren in Andreas Webers Roman „Lanz“, den Ich-Erzähler. Mit diesem kurzen Satz ist umrissen, worum es in Webers jüngst erschienenem Roman geht. Webers jüngstes Opus…

Vom Saufen und Schreiben

In „Andreas Kiesewetters Arbeitsjournal“ von Helmut Rizy ortet Franz Fend ein Sittenbild moderner Arbeitsformen.   Die Geschichte geht einfach: Der Ich-Erzähler, ein ehemaliger Elektriker, der kürzlich von seinem Chef gefeuert worden ist, wird Privatsekretär des Schriftstellers Andreas Kiesewetters. „Er suchte jemand, der ihn Tag und Nacht mit gezücktem Heft und…

Beim Schreiben fremd werden

Franz Fend stellt Eugenie Kain ihr neues Buch „Atemnot“ vor.   Eugenie Kain hat mit ihrem jüngsten Roman „Atemnot“ ein trauriges aber auch verstörend schönes Buch über das Erinnern und das Verabschieden geschaffen. „Wo moderne Stadt auf altes Gebiet vorstößt, muss nicht unbedingt Neues entstehen. Bleibt alles beim Alten, kommen…

Sparschweine außer Rand und Band

Das vielbeschworene Nulldefizit ist weniger ein ökonomisch sinnvolles Ziel als vielmehr ein Instrument zum Abbau des Sozialstaates und der Repression, meinen kritische ÖkonomInnen. von Franz Fend Glaubt man der Regierung, so sollte kein Österreicher mehr ruhig schlafen können. So überbordend und alles erdrückend sollen die Schulden des Staates Österreich sein.…

Stallgeruch allemal

An einer Definition des Begriffes Zivilgesellschaft versucht sich Franz Fend   Stallgeruch allemal Als der Autor dieser Zeilen unlängst dienstgemäß das sogenannte „Kistl“, das die redaktionelle Post des Tages beinhaltet, durchforstete, fiel ihm eine Presseaussendung der Interessenvertretung österreichischer gemeinnütziger Vereine auf. Unter dem Titel „Nächster Regierungs-Schlag gegen gemeinnützige Einrichtungen“ protestierte…

Kulturkampf

Franz Fend   Kulturkampf – oder wie sich die Kulturszene wieder einmal hineinlegen lassen hat Einige (thesenhafte und durchaus auch selbstkritische) Anmerkungen zur akuten Diskussionsveranstaltungskultur und warum das Theater Phönix doch weiterhin Diskussionsreihen organisieren wird. 1. Der Begriff Diskurs avancierte in jüngster Zeit zu einem der meistgebrauchten und beliebtesten Termini…