Und sche laungsaum wochs ma zaum …

In seinem Buch über Leute, die „genial dagegen“ sind, bilanziert Robert Misik „kritisches Denken von Marx bis Michael Moore“ – mit wenig Aussicht auf Erfolg.   von Andreas Orukambe Globale Globalisierungsgegner, T-Shirts gegen den Krieg, Tute Bianche, Volxtheaterkarawane, Raisons d’agir, Che-Guevara-BHs, Attac. Es wurlt ganz schön in der gegenwärtigen Linken und der von ihr profitierenden Modebranche. Alles scheint in Bewegung zu sein, Robert Misik (Jg. 1966) beobachtet die Szenerie(n) mit viel Wohlwollen, ein bisschen Euphorie und subtiler Affirmation. Damit nicht genug, addiert der Wiener Publizist zur beweglichen Basis die von ihr angebeteten Götter (noch am Leben) und lässt alte linke …

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In der Linzer Bucht

Eugenie Kain über die Stille am 1. Mai   Was für Venedig gilt, ist auch für Linz festzustellen. Am schönsten ist die Stadt, wenn man sich ihr mit dem Schiffe nähert. Nach dem Durchbruch zwischen Mühlviertel und Kürnberger Wald tritt die Donau in die Ebene hinaus. Geologisch gesehen, weicht der Kristallin zwischen Kürnberg, Pöstlingberg und Pfenningberg zurück, dadurch wird eine Bucht gebildet, in der die Donau einen nach Norden gerichteten Halbkreis beschreibt, bevor sie Richtung Sonnenaufgang fließt. In der Bucht liegt Linz. Zu Zeiten der DDSG habe ich in der Hofgasse einen volltrunkenen Dichter aus Offenburg getroffen. Er war mit …

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Kunst und Revolution

Andre Zogholy über das neue Buch von Gerald Raunig das den künstlerischen Aktivismus im langen 20 Jahrhundert behandelt.   Darf diese Monographie Gerald Raunigs aufgrund des gewählten Titels aber auch ob der knallroten Farbe des Einbandes im Bücherregal den Platz zwischen Maos Bibel und dem Kommunistischen Manifest einnehmen? So oder so ähnlich formulierte Tina Leisch ihr Eingangsstatement anlässlich der Buchpräsentation am 30.März diesen Jahres im Wiener WUK. poststrukturalistischen Ansätze Es kann natürlich angenommen werden, dass sich Tina Leisch nicht an solchen Oberflächen orientierte, sondern ihre Fragestellung auf den Inhalt dieses Werks bezog. Im nunmehr vierten Band der republicart Schriftenreihe bezieht …

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Machen Deutsch

Eine schon lang verdiente Gnackwatschn geht diesmal an den Bund freier Jugend Ihr macht uns Sorgen, ihr Neonazis vom BFJ oder von der „Aktion sichere Zukunft“ wie ihr euch neuerdings nennt. Rene Lang, dekorierst dich selber mit dem Spitznamen „Gauleiter“, Rene Hönig, zeichnest für diverse dumme Nazi-Publikationen verantwortlich und Markus Knoll, tust dich als Herausgeber der äußerst geistesarmen BFJ-Postille „Jugendecho“ hervor. Ihr bemüht euch ja so, aber werden kann das nicht wirklich was. Ihr steckt tausende Flugblätter in Linz, was das für Arbeit gewesen sein muss. Ihr schreibt, wahrscheinlich mit noch mehr Mühe und Verzweiflung, Texte für eure Flugschriften, denen …

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10ter KUPF Innovationstopf 2005

Lebendige Archive – als Ausgangspunkt für aktives Mitgestalten. Gerlinde Schmierer zur Auswahl der aktuellen KUPF-Innovationstopfprojekte. Gemeint ist ein aktives Mitgestalten von Formen der Weitergabe von Wissen bzw. von Zugangsmöglichkeiten zu archiviertem Wissen, etwa als Ausgangsbedingung für partizipative Kulturarbeit. Die Themenstellung des Innovationstopfes 2005 formulierte dabei eine Reihe von Fragen mit Blick auf Barrieren und Aussparungen, damit Wissen als notwendiges Instrument nicht in abgezirkeltem Rahmen bleibt und das Eröffnen von Zugangsmöglichkeiten in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung gerückt wird. 44 Einreichungen folgten der Einladung Archiv in jedweder Form zu denken. Der Schwerpunkt, der mit den ausgewählten Projekten ersichtlich wird, liegt vielleicht unerwartet …

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Von dem Einen, das ohne dem Anderen nicht möglich wäre.

Andi Liebl spürt der Verschränkung des „Festival der Regionen“ mit lokalen Kulturinitiativen nach.   Unter der neuen Leitung durch Martin Fritz beginnt im Juni die siebte Auflage des im Zweijahrestakt stattfindenden Festival der Regionen in OÖ. Über kulturelle Großbaustellen wie die Expo 2000 in Hannover oder die europäische Kunstbiennale Manifesta 4. kam Martin Fritz in die Provinz – die er selbst nie wagen würde so zu nennen. Die Region abseits des Linzer Ballungsraumes besticht durch ihr dichtes Netz an Kulturinitiativen. „Alle 30 Kilometer Leute und Initiativen zu finden, die die Flagge der Kultur hochhalten, ist schon sehr verblüffend“, sagt Fritz …

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Muttertag

Hanna Schatz blickt auf die Gschichte eines seltsamen Feiertages.   „Wir wären nie gewaschen, und meistens nicht gekämmt, die Strümpfe hätten Löcher und schmutzig wär` das Hemd…“ Zum Glück gibt es eine, die das verhindert, deren Aufgabe es ist, sich um die Wäsche von Kind und Kleidung zu kümmern. Das feiern wir in Österreich seit den 1920er Jahren jeden 2. Sonntag im Mai. Der Ursprung des Muttertages in seiner heutigen Gestalt liegt in den USA. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die amerikanische Methodistenpredigerstochter Anna Jarvis ihren Kreuzzug für einen offiziell zu feiernden „mother’s day“. Anlässlich des Todestages ihrer eigenen Mutter …

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Knowledging the Background

Vlatka Fretic über das gleichnamige Innovationstopfprojekt.   Projekte zu und über Migrantinnen werden vorwiegend von Mehrheitsangehörigen konzipiert, geleitet und natürlich verfügen die Letztgenannten auch über entsprechende Zugänge zu Ressourcen. Dieser Umstand wurde schon so oft beschrieben, kritisiert und angefochten, dass es fast banal klingt. Trotzdem: Die Situation hat sich nicht bedeutend geändert. Das bei der KUPF eingereichte Projekt „Knowledging the Back- ground“ ist ein Versuch diese Sackgasse, abseits der vereinfachenden Gegenüberstellung von Migrantinnen und Mehrheitsangehörigen, abseits des Entweder-Ihr-oder-Wir-Prinzips, zu hinterfragen und Gegenstrategien zu entwickeln und zu erproben. Die Projektmitarbeiterinnen, Helga Hofbauer und die Verfasserin dieses (zu kurzen) Textes möchten in …

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Konkret und notwendig

Andrea Mayer-Edoloeyi präsentiert die Frauenstudie der IG Kultur Vorarlberg Die IG Kultur Vorarlberg führte eine von der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg finanzierte Studie durch, die, ausgehend von den zahlreichen Analysen der Situation von Frauen im Kulturbereich, das Ziel hatte, Vorschläge für die Verbesserung der (Produktions- und Rezeptions-)Bedingungen für Künstlerinnen und Kulturarbeiterinnen in Vorarlberg zu erarbeiten. Mittels profunder Recherchen – auch bezugnehmend auf die Aktivitäten von KUPF und FIFTITU% in Oberöstereich – und im Rahmen von öffentlichen Expertinnenworkshops und Diskussionsveranstaltungen entstand in den letzten eineinhalb Jahren so ein sehr umfassender Maßnahmenkatalog , der im Jänner 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Breiter …

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Ultraliberalismus…

Markus Griesser zu den Hintergründen der umstrittenen Bolkensteinrichtlinie. Ultraliberalismus ist der neue Kommunismus, erklärte unlängst Jacques Chirac mit Blick auf die Bolkesteinrichtlinie. Die Utopie einer freien Assoziierung freier Individuen war damit wohl nicht gemeint. Barrosos Kinder Als Kommissionspräsident José Manuel Barroso vor kurzem in einer Rede vor dem Europäischen Parlament verlautbarte, dass eines seiner „drei Kinder“ (Beschäftigung, Umwelt und Soziales) erkrankt sei und er sich deshalb zukünftig verstärkt auf dieses – nämlich die Beschäftigung – zu konzentrieren plane, klang das in den Ohren vieler wie eine Drohung. Denn der Versicherung zum Trotz, dass er die anderen beiden „deshalb nicht weniger …

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Edelpuff und Musiktheater

Wie eine Stadt von Industrieabgasen und Bettlern gesäubert wird. Franz Fend über die Entwicklung von einer „schmutzigen Industriestadt zu einer sauberen Kulturstadt“.   Die Dimensionen sind gewaltig. Auf dem Gelände des ehemaligen Frachtenbahnhofs in Linz soll eine neue Stadt in (neben) der Stadt entstehen. Die gigantische Geldsumme von mehr als drei Milliarden Euro (das sind in etwa 42.000.000.000 Schilling) soll verbaut werden, die Bauzeit soll bis 2036 dauern. Da machen sich die aktuellen städtebaulichen Investitionen wie der Tunnel zwischen Bindermichl und Spallerhof oder der Lenaupark geradezu lächerlich aus. Bahnhofneubau, das Bürotürm-chen daneben und der Wissensturm (ein bedrohliches Wort) vis á …

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Beratung im Abseits

Über das Wirken und Werken des OÖ Landeskulturbeirat berichtet Andi Liebl   Die vierte Funktionsperiode des OÖ Landeskulturbeirats neigt sich dem Ende zu. Vor der Neukonstituierung kommenden Herbst steht noch das Jahresplenum und damit die Verabschiedung des jährlichen Vorschlagspaketes an die Landesregierung aus. Anlass genug, dem Wirken und Werken dieses kulturpolitischen Gremiums nachzugehen. Seit 1988 gibt es in OÖ den Landeskulturbeirat. Gesetzlich im Kulturfördergesetz verankert werden alle vier Jahre ExpertInnen in seine sechs Fachbeiräte bestellt um „…in grundsätzlichen Fragen der Kulturpolitik…“ der Landesregierung zur Seite zu stehen. Einer dieser Fachbeiräte ist von dieser Verankerung ausgenommen. Seit der zweiten Funktionsperiode auf …

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Inkongruenzen!

Über Unstimmigkeiten von Ausschreibungen und kulturpolitischen Vorgaben schreibt Stefan Haslinger „2006 soll ein landesweites Kulturleitbild formuliert werden“, so LH Dr. Josef Pühringer in den OÖN vom 26.3.2005. Laut Auskunft des zuständigen Beamten beim Land Oberösterreich werden die Landesausstellungen 2012 – 2018 Ende April 2005 ausgeschrieben. Ohne groß im Kalender nachzuschauen, erkenne ich eine Datums-Inkongruenz. Die Landesausstellungen bis 2018 gibt es vor dem Kulturleitbild, an welchem – so der Klubobmann der Grünen Gunther Trübswasser – Ende 2005 zu arbeiten begonnen wird. Jetzt kann ich sagen: „Na gut, die Landesausstellungen haben nichts mit einem Kulturleitbild zu tun“. Kann ich, will ich aber …

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