Kuscheln vor lauter Schreck!

Warum Wahlen nichts mit dem politischen Verständnis zu tun haben, weiß Stefan Haslinger im Leitartikel zu berichten.   Heuer wird gewählt, und das gleich ein paar Mal, damit das politische Verständnis der BürgerInnen geschärft werden möge. Denn notwendig ist das allemal. Jedoch zeigt gerade die jüngere österreichische Geschichte, dass Wahlen nichts mit politischem Verständnis zu tun haben, sondern eine Momentaufnahme aktueller Stimmungen sind. Für nichts anders können die PolitikerInnen dieses Landes Wahlen halten, wenn Sie – in präventiver Weltumarmung – Koalitionen mit der extremen Rechten nicht ausschließen. Dabei bleibt es gleich, ob Fr. LH Burgstaller die Partei beim Namen nennt, …

Weiterlesen …Kuscheln vor lauter Schreck!

Rechte fallen nicht vom Himmel

Massives Auftreten der Rechten ist kein Einzelfall, meint Andrea Mayer-Edoloeyi.   Die rechtsradikale »Nationale Volkspartei« (NVP) ruft unter dem Motto »frei-sozialnational: gegen Globalisierung und Kapital« zu einer Kundgebung in Linz auf – am 1.Mai. Dagegen hat sich eine Plattform aus kulturorganisationen, politischen Gruppen und Einzelpersonen gebildet, welche die Stadt Linz auffordert, dieses öffentliche Auftreten der Rechten zu verhindern1. Diese Plattform, an der sich auch die KUPF beteiligt, ist notwendig, und leider ist dieses neuerliche massive Auftreten der Rechten auch kein Einzelfall. In Braunau hat die rechte Szene für den 18. April 2009 – zeitnahe zu Hitlers Geburtstag – eine Kundgebung …

Weiterlesen …Rechte fallen nicht vom Himmel

Glorreiche Zeiten? 10 Jahre 1999

Die 90er – glorreiche Aufbruchzeiten für die „freie“ oder „alternative“ Medienszene? fragt Veronika Leiner.   Es gibt noch immer MedienaktivistInnen, die bekommen noch immer ganz glänzende Augen, wenn von 1999 die Rede ist. In Graz, Wien, Linz, Salzburg waren in den 90ern Netzkulturinitiativen entstanden, die zugleich als alternative Netzprovider der Freien Kulturszene leistbaren Zugang zum Netz verschafften. Nach jahrelangen politischen Auseinandersetzungen gingen ab 1998 endlich die Freien Radios on Air. Und dann, im Mai 1999: die Medienkonferenz in Linz! Alternative Printmedien, Freie Radios, Initiativen der Netzkultur, IG Kultur und KUPF treffen sich, um sich zu vernetzen, Kooperationen zu initiieren. Der …

Weiterlesen …Glorreiche Zeiten? 10 Jahre 1999

Macht, mach Freiraum!

Richard Schachinger über den starken Aufwind der Freiraumbewegung in Österreich.   Raum ist mannigfaltig. Raum kann physisch wie psychisch existieren und ist fester Bestandteil in Disziplinen wie Landschaftsplanung, Architektur und Gesellschaftsanalyse. Raum tangiert selbstverständlich auch das Feld der Kulturarbeit, wie mitunter bei der letztjährigen KUPF-Kampagne aufgezeigt wurde. Über die bloße Möglichkeit zur Veranstaltungsabwicklung hinaus nehmen physische Räume im Kontext der freien Szene vorzüglich politische Funktionen ein und bieten schließlich Platz für psychische Räume1. Der Raum wird zum sozialen Raum. Der soziale Raum wird zum Freiraum. Der Freiraum wird von autonomen Gruppen angestrebt, geschaffen, ausgelebt, verloren und wieder angestrebt. Da die …

Weiterlesen …Macht, mach Freiraum!

Im Dickicht des österreichischen Kulturförderwesens

..hat sich Meena Lang umgesehen.   Neun Bundesländer, neun Kulturförderverfahren – der Dschungel der Gesetze, Regeln, Bestimmungen und Üblichkeiten ist manchmal mehr als undurchschaubar. Die Ländervertretung der IG Kultur Österreich hat deswegen vergangenes Jahr eine vergleichende Untersuchung der Kulturförderverfahren der Bundesländer in Auftrag gegeben, um Licht in die ganze Angelegenheit zu bringen. Die daraus resultierende Studie »Gut sein, besser werden. Kulturförderung als normative und administrative Herausforderung« von Tasos Zembylas untersuchte den Ablauf der Förderverfahren (von der Beratung bis zur Abrechnung und Berichtslegung der abgeschlossenen Förderung), wie ihn Individuen und Organisationen in privater Trägerschaft erleben. Um das respektable Niveau der Kulturadministration …

Weiterlesen …Im Dickicht des österreichischen Kulturförderwesens

„wer fürchtet sich vorm schwarzen haus..?“

oder: wo kulturarbeit (noch) zum ideologischen kampf wird: das ck13 in novi sad. von igor f. petković.   am freitag, dem 13. april 2007 öffnete das jugendzentrum ck13 in novi sad seine schwarzen pforten. schwarz getüncht sind auch die wände des gebäudes mit der hausnummer vojvode bojovica 13. ck13 steht für crna kuća, schwarzes haus. die farbe symbolisiere den zustand der gesellschaft in der vojvodina, so lautet es von seiten der betreiber. warum junge menschen in der ehemaligen autonomen provinz im norden von serbien nach außen schwarz sehen, nach innen jedoch dottergelb leuchten, soll folgend geschildert werden. das pannonische klima …

Weiterlesen …„wer fürchtet sich vorm schwarzen haus..?“

Geheime nachträgliche Weihnachtsgeschenke

Manch sinnvolle Fördermaßnahmen werden gerne in stillen Kämmerchen getroffen, vermutet Andrea Mayer-Edoloeyi   Zufällig stolpere ich beim weihnachtlichen Websurfen über einen Blogeintrag – und kann es erst gar nicht glauben: Weihnachten und Ostern zugleich für die Freie Szene? Ein radikaler Kurswechsel in der Linzer Kulturpolitik? Die Stadt Linz fördert ab 1.1.2009 Werke, die unter freien Lizenzen lizensiert sind, mit zusätzlichen 10% und will auch vermehrt freie Software in der Verwaltung nutzen. Es gibt eigene Förderrichtlinien1 dafür und der einzige Wermutstropfen ist, dass KünstlerInnen, die bereits Mitglied einer Verwertungsgesellschaft wie der AKM oder Austro Mechana sind, von dieser Förderung ausgeschlossen sind, …

Weiterlesen …Geheime nachträgliche Weihnachtsgeschenke

WIR

Wer sind wir denn überhaupt, wir, die wir Kulturhauptstadt sind? fragt Norbert Trawöger.

Prekariat am Magistrat

Ein Kommentar zu zweifelhaften Arbeitsverhältnissen in stadtnahen Betrieben von Franz Fend.

Ein urdeutsches Grüß Gott dem Ring Freiheitlicher Jugend!

Und eine Gnackwatsch’n dazu! Euch gibt’s noch? Ich dachte schon, ihr seid alle zum rechtsextremen BFJ übergelaufen, aber wahrscheinlich läßt sich das ganz gut verbinden. Voller Freude haben wir festgestellt, dass auch ihr einen Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr leistet: Ortstafelpickerl mit dem Slogan »Hier spricht man Deutsch«. Wir waren fast ein wenig enttäuscht, weil sich ausser eurem Kleinhanns alle positiv zu den neuen fremdsprachigen Ortstafeln geäußert haben. Wie soll da eine Debatte entstehen? Aber auf euch ist Verlaß, drum ein großes Dankeschön für die Pickerlaktion. Eine Hand wäscht die andere und deshalb wird euch die große Ehre zuteil, eine Gnackwatschn aus …

Weiterlesen …Ein urdeutsches Grüß Gott dem Ring Freiheitlicher Jugend!

Nicht nur ein Skin(n)viertel

Nazi-Läden, Fascho-Skinhead-Banden und ab und zu mal ein Toter: Das Innviertel ist eine Hochburg militanter Rechtsextremer. Von Thomas Rammerstorfer.   Im Westen nichts Neues: »Der Hauptaktionsraum von rechtsextremen Skinheads in Oberösterreich war unverändert das Innviertel.« vermerkt der Verfassungsschutzbericht 2008 beinahe schon resignierend. Die in Deutschland verbotene Nazibande »Blood and Honour« ist hier ebenso heimisch wie zwei weitere grössere Skinhead-Gruppierungen oder die sich etwas biederer gebende »Nationale Volkspartei«. Die letzte – nicht untersagte – Neonazidemonstration fand hier statt (durch den »Bund freier Jugend/BfJ«, Ried 2006) und die einzigen drei Nazi-Ramschläden Österreichs befanden bzw. befinden sich ebenfalls allesamt dort: »Walhalla« in Ried …

Weiterlesen …Nicht nur ein Skin(n)viertel

Fruchtbare Gegend

Die Gegend im nord-westlichen Teil des Traunviertels entpuppt sich immer mehr als eine für ländliche Gebiete mehr als fruchtbare Gegend, was jugendkulturelle Aktivitäten betrifft. Richard Baldinger weiß, warum das so ist.   Inzersdorf, Vorchdorf und das genau dazwischen liegende Pettenbach sind drei Orte, in denen regelmäßig verschiedenste Veranstaltungen stattfinden, viele junge Bands entstehen und somit ein Kulturleben fernab von Traditionskultur stattfindet. Verantwortlich dafür zeigen sich vor allem drei junge Initiativen. So gibt es schon längere Zeit das Kulturprojekt IFK (Inzersdorfer Freundeskreis), den Bauhof sowie das Müh Fest Pettenbach und seit knappen zweieinhalb Jahren den Kulturverein DEZIBEL aus Vorchdorf. Doch es …

Weiterlesen …Fruchtbare Gegend

Call for Austria´s Next Top EinwanderIn

Belinda Kazeem zum Call for Austria’s Next Top EinwanderIn.   Neulich kam mir folgende Anzeige unter: Integrationswillig und österreichbegeistert? Verwertbar und jung? Gesucht werden telegene Menschen mit Deutschkenntnissen (ab Stufe C2), die sich für die Sendung Austria´s Next Top EinwanderIn bewerben möchten. Das Sendungskonzept wurde zusammen mit Innenministerin Fekter entwickelt, da sich die Kooperation zwischen österreichischen Medien – insbesondere ORF und Kronen Zeitung – und verschiedenen RegierungsvertreterInnen schon in der Vergangenheit als besonders innovativ erwiesen hat. Im Mittelpunkt soll die Wahrung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Interessen der österreichischen Gesellschaft stehen, daher wird das Publikum – natürlich nur echte ÖsterreicherInnen …

Weiterlesen …Call for Austria´s Next Top EinwanderIn

Kulturpolitische Massezunahme

Tick, Trick und Track über die im Jänner 2009 neu aufgenommenen KUPF Mitgliedsinitiativen.   Schwarze Löcher sind für Laienastronomen diskursive Fetische: erzähl- und vorstellbar sind sie gegenständlich genug, um sich eine Meinung dazu zu bilden. Wobei das klischeeierte Bild vom allesfressenden Schwarzen Loch auch in der populärwissenschaftlichen Rezeption ausgedient hat – immerhin sind die vermeintlichen Löcher ganz schön handfest, wirken auch erstaunlich konstruktiv auf ihre relative Umwelt und schleudern alle möglichen Dinge (wie z.B. Elektronen und so) durch die Gegend. Was der Schmafu jetzt soll? Nun, die KUPF ist auch ein Schwarzes Loch. Natürlich eines von den guten: sie zieht …

Weiterlesen …Kulturpolitische Massezunahme

Sich/anders umschauen; aber wie?

Johanna Schaffers Auseinandersetzung mit visueller Repräsentation und Sichtbarkeit hat Kristina Pia Hofer für Sie gelesen.   Der Titel ist Programm ist ein gut eingelöstes Versprechen. Mit ihrer Dissertation entführt uns Johanna Schaffer auf unsicheres, unbequemes Terrain, auf dem so manches aus der marxistischen Tradition überlieferte Kochrezept der Linken zum politischen Empowerment ins (haha) Strudeln kommen wird. Ambivalenzen der Sichtbarkeit beschäftigt sich nämlich mit den Uneindeutigkeiten, mit der Repräsentation ins Politische wirkt: Was bedeutet visuelle Präsenz innerhalb hegemonialer Strukturen für minorisierte Subjekte? Übersetzt sich ein (quantitatives) Mehr an Sichtbarkeit zwingend in ein (quanti- und qualitatives) Mehr an Bestimmungsund Gestaltungsmacht? Oder setzen …

Weiterlesen …Sich/anders umschauen; aber wie?

Alles schon gehabt

Und die Welt schaut auf das Spiegelei. Von Eugenie Kain.   Das Jahr hat gut angefangen. Linz ist europäische Kulturhauptstadt. Spiegelei um Spiegelei tastet sich die Stadt vor zu dem Bewusstsein, jetzt ein Jahr lang nicht zwischen Salzburg und Wien zu liegen, sondern im kulturellen Mittelpunkt EU – Europas. Die Welt schaut auf Vilnius und unseren Eidotter. Was kommt? Was ist? Ist was? In den oberösterreichischen und damit auch in den Linzer Kindergärten müssen Kreuze aufgehängt werden, aber nicht die mit dem gekreuzigten Frosch von Martin Kippenberger, denn sonst kommt auch noch die Polizei in den Kindergarten. Linz hätte fast …

Weiterlesen …Alles schon gehabt