Gnackwatsch’n #117

Die Wahl steht vor der Tür – wir bitten zum Watschentanz!   Wenn der Sponti-Spruch, der den Gegensatz von erwünschter Nahrungsaufnahme und Menge der oralen Ausscheidung zum Inhalt hat, nicht schon so alt wäre, könnten ihn heute wieder viele auf ihren T-Shirts, Baseballkappen, usw. tragen. Angesichts des Wettstreits um das dumpfbackige WählerInnenpotential am äußersten rechten Rand, (der der Mitte immer ähnlicher sieht) agieren fast sämtliche Parteien in einer Weise, für die das soeben dem WählerInnenpotential attestierte Attribut noch viel zu harmlos ist. Dass sich der schmissige Strache und der zurückgekehrte Ingenieur der Wende Westenthaler in Sachen Höchstgebot der abzuschiebenden AusländerInnen …

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Antiziganismus und Sozialarbeit

Gernot Haupt’s Neuerscheinung hat Andi Wahl für Sie gelesen.   Gernot Haupt, ein Mensch mit dem ich seit einigen Jahren auf sehr komplizierte Weise verbunden bin, ist vieles: Ehemann, Vater, Germanist, Politikwissenschafter, Theologe, Projektmanager, Pädagoge und noch einiges mehr. Eines aber ist er nicht: ein Angeber. Darum hat er mir wohl auch nie erzählt, dass er gerade an einem wissenschaftlichen Werk zu Hintergründen der Roma-Feindlichkeit schreibt. Dementsprechend überrascht war ich, als er mir in einem Rundmail mitteilte, dass nun sein neues Buch beim Verlag bestellt werden könnte. Kein Sterbenswörtchen hatte er mir vorher gesagt. Aber so sehr er im Persönlichen …

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Bleierne Zeiten

Noch viele Aufbrüche werden notwendig sein, um die bleiernen Zeiten zu überwinden, meint Eugenie Kain.   Ein denkwürdiger Ferienbeginn in einem merkwürdigen Sommer. Im Eilzug war es heiß, in der Straßenbahn voll. Ich war auf dem Weg nach Simmering zu Onkel und Tante. Die Strecke war mir vertraut, es waren nicht meine ersten Ferien in Wien. Die U4 war gerade eröffnet worden, aber die fuhr nicht in den 11. Bezirk. Dass es trotz neuer U-Bahn ziemlich verschnarcht herging in der Weltstadt, ist einer, die aus Linz kam, nicht weiter aufgefallen. 56er, Ringlinie, 71er. Beim Umsteigen auf dem Schwarzenbergplatz schenkte mir …

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Soziokultur-Förderung in Deutschland im Blickpunkt

Wie findet die Förderung der Soziokultur durch die deutschen Länder statt? Eine Rezension von Andrea Mayer-Edoloeyi   Wie findet die Förderung der Soziokultur durch die deutschen Länder statt? Wir sollen zukunftsfähige Stukturen einer solchen Förderung aussehen? Diesen zwei Fragen widmet sich das von bundesdeutschen Kulturvernetzungen herausgegebene Buch. Die Länderportraits – immer aus Sicht der Politik/Verwaltung und Sicht der Interessensvertretung – geben einen guten Überblick über die Unterschiedlichkeit von Soziokultur-Förderung in verschiedenen Regionen: von nichts bis sehr gut entwickelte Strukturen. Für den/die österreichische/n LeserIn ist vermutlich der einleitende Teil mit grundsätzlichen Texten und einer Zusammenfassung einer empirischen Studie der Bundesvereinigung Soziokultureller …

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Berufswechsel erwünscht

Garten.Leben. Gartentipps von Wolfgang Schüssel und Freunden.   Von Franz Fend Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Das wusste schon der Volksmund, dessen grantlerische Variante samt völkischem Idiom hierzulande besonders verbreitet ist. Dieser Volksmund meint auch zu wissen, dass nix G’scheiteres nachkommt und dass alles ohnehin in der Katastrophe enden werde. Als ob sie dem besagten Volksmund eine letztgültige Bestätigung zukommen lassen wollten, haben die ÖVP-PolitikerInnen Schüssel, Gehrer und Molterer vor den letzten Wahlen die Öffentlichkeit mit einem heimattrunkenen Wanderliederbuch behelligt. „Wir laden unsre Büchsen mit Pulver und Blei” hieß es darin und die Drohung hat niemand wirklich …

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„Sie dürfen nicht hinein!“

Über kopftuchlos genug, weiß genug und akzentfrei genug.   Von Radostina Patulova „Sie dürfen nicht hinein!“ So die Aussage am Tor zur Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der Studie zur Integration der Moslems in Österreich im Innenministerium. Neben mir unterhielten sich involvierte Männer darüber, was getan werden solle, falls VertreterInnen anderer Religionsgemeinschaften erscheinen und ihr Recht, eine öffentliche Veranstaltung zu besuchen, in Anspruch nehmen. An dem zum Grenzübergang stilisierten Eingang der Herrengasse 7 konnte die, in stete strukturelle Kleinarbeit produzierte, Kluft zwischen uns und ihnen auf Meilen genau gemessen werden. Zugeschriebenes, Herbeigeführtes, Unterstelltes: Es handelt sich hier weniger um „diffuse, abstrakte …

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Machos, Quoten und die Frau Landeskulturreferentin

Andrea Mayer-Edoloeyi über die Geschichte der Frauen in der KUPF.   Uli Böker, ehemaliges KUPF-Vorstandsmitglied, sprach auf der 20-Jahre-KUPF-Feier davon, dass die KUPF ehedem eine „Macho-Partie“ war. Da kann ihr wohl niemand widersprechen, aber es ist interessant zu fragen, was passiert ist, dass diese Zuschreibung heute so nicht mehr gelten kann. Auf Wikipedia wird der Begriff „Macho“ erklärt: „Macho (sprich: Matscho) bezeichnet in der deutschen Umgangssprache einen Mann oder eine Person, die sich stark an den traditionellen westlichen Bildern von der männlichen Geschlechterrolle orientiert“. Da ist aber auch ausgeführt, dass Machos zu prestigeträchtigen Statussymbolen wie imposanten Autos oder zu aggressivem …

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Ein Verein darf nicht stehen bleiben

Zum 20. Geburtstag des Vereins Frikulum in Weyer, berichten Klemens Pilsl und Sylvie Ritt. Weyer klingt so ähnlich wie Steyr, und in dessen geographischer Nähe befindet es sich auch -; wobei es einerseits „Weyer-Marktgemeinde“, andererseits „Weyer-Land“ zu geben scheint. Verwirrend, aber andererseits eh wurscht. Weil das Interessanteste in dieser Gegend ist zweifelsohne der Verein Frikulum. Seit 20 Jahren agiert der Verein bereits in Weyer und Umgebung und gilt – so raunt man mir im KUPF-Büro ins Ohr – als vorbildlich in Sachen generationsübergreifender Vereinsarbeit. Doch erstmal von vorne: Mitte der Achtziger gab es in der Region nichts, was das Adjektiv …

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MIRIAM – Von Wegstrecken bis Summerau96

Katja Hallerim Gespräch mit dem Mitgliedsverein Miriam.   Es hatten sich einmal zwei gefunden: Manuela Mittermayer und Erich Klinger. Nein, kein Märchen soll hier erzählt, sondern ein Verein portraitiert werden, der seit 2005 Mitglied der KUPF ist und den Namen „Miriam“ trägt, die aramäische Form von Maria. Hier allerdings erschließt sich der Name aus „Meinungsvielfalt und Information über Radio und Internet in alternativen Medien’“. Ihr beschäftigt euch mit alternativen Medien und macht auf Radio FRO 105.0 MHz Sendungen. MM: „Wir haben den Verein 2003 gemeinsam gegründet. Der Schwerpunkt liegt in der Radioarbeit, weil das eine Zugangsform ist, die kaum etwas …

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Ein Mahnmal für den Frieden

Von der gut gemeinten Forderung nach Frieden und der Gefahr, nationalsozialistische Verbrechen zu relativieren.   Von Univ.-Ass. Dr. Thomas Hellmuth Gallneukirchen hat ein neues Denkmal, ein Mahnmal für den Frieden. Zwei mächtige Platten aus rostigem Stahl ragen aus dem Boden, die allerdings als ganze Fläche zu verstehen sind, von der nur deren beiden Enden dem Erdreich entrissen wurden. Diese imaginäre ganze Fläche soll die Vergangenheit symbolisieren, von der noch vieles unter dem Mantel der Vergessenheit verborgen liegt und von der nur allmählich bestimmte Teile zum Vorschein kommen. Das Mahnmal in Gallneukirchen thematisiert Ereignisse, die in der Region lange Zeit nur …

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Abzugsteuer – ein Leckerbissen für den Amtsschimmel

Juliane Alton fragt, welche Möglichkeiten es gäbe, administrativen Wahnsinn abzubauen.   Die Abzugsteuer ist eine Art der Einkommensteuer, die für ausländische Einkommen zu bezahlen ist. Soweit so gut. Bei sieben Arten von Einkünften: aus Land- und Forstwirtschaft, aus selbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb, aus nichtselbstständiger Arbeit, aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalvermögen und Sonstigem. Somit ist klar, dass diese – egal wo sie erwirtschaftet werden – irgendwo versteuert werden müssen und dass es dabei um viel Geld geht. Ein „Abzug an der Quelle” (bekannt auch bei der KEST) ist für die Finanzbehörden der bequemste Weg, Steuern zu erheben und die Mühen …

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NODE.London meets Nodes in Linz

Vom KUPF-Kamingespräch zum Medienstammtisch und dann nach London. Ein Bericht   von Aileen Derieg Wie wird eine öffentliche Diskussion zielführend vorbereitet? Das fünfte politische Kamingespräch am 27. September 2005 war gut vorbereitet, die Themenstellung mit sinnvollen Fragen klar umrissen: „Medienstadt Linz” – Wodurch zeichnet sich eine Medienstadt aus? Was zeichnet Linz als Medienstadt aus? [1] Doch dann geschah etwas Unvorhergesehenes: Am Anfang des Gesprächs beschloss die Moderatorin, die Fragestellung sei durch die Vorbereitung bereits abgedeckt, und wechselte kurzerhand das Thema. Diese ungewöhnliche und zunächst leicht irritierende Vorgehensweise erwies sich aber schließlich als äußerst ertragreich. Es lag somit am Publikum, für …

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Einmal Extrawürsteln mit süßem Senf, bitte!

Marty Huber kann über Ried nicht viel sagen. Genausowenig wie über Alkoven, Gmunden, Rohrbach, Wels, Perg…   Über Ried kann ich nicht viel sagen … aber Baden in Ried scheint ein besonders wichtiger Teil der Kultur zu sein. Über Ried kann ich nicht viel sagen, ich wurde dort nur geboren, bin dort in die Schule gegangen, oder besser gesagt in mehrere Schulen gegangen. Die eine brachte mir eine Matura, die andere eine nicht abzuschließende Fortbildung im Hauptfach „Kontinuität des österreichischen Rassismus und Antisemitismus“. Über Ried kann ich nicht viel sagen, außer vielleicht dass die Leute immer noch gerne bezahlen, um …

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„Wenn sich die Politik zu den Freien Radios bekennt…“

Karin Luzia Spiegel und Veronika Leiner berichten von der Podiumsdiskussion „Land der Freien Radios“ im Architekturforum Linz.   Laut ÖVP und Grüne OÖ soll die Reform der Landesmedienförderung bis 2009 umgesetzt sein: Kurzfristig ist eine Sicherung der Freien Radios angekündigt. Trotz brütender Hitze und Fußball-WM kamen um die 70 Interessierte am 21. Juni zur Podiumsdiskussion „Land der FREIEN RADIOS!“ ins afo – Architekturforum Linz, wo die drei Freien Radios ihren Entwurf für die Reform der Landesmedienförderung präsentierten und mit Politikern und Experten diskutierten: Dass der Anstoß, die Reform der Landesmedienförderung voran zu treiben von den Freien Radios selbst kommt, wurde …

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In einem Land der Freien Radios

Otto Tremetzberger über den dringenden Handlungsbedarf bei den Freien Radios in OÖ. Die drei Freien Radios in OÖ – Linz, Freistadt und Salzkammergut -präsentieren ihre Vorstellungen für eine Reform der Landesmedienförderung. Mit dabei: Der fertige Gesetzesentwurf zur Förderung nichtkommerzieller Radios. Die Zeit drängt. Auch sofortige Maßnahmen werden gebraucht. Auf die schwierige Situation der oberösterreichischen Freien Radios wurde in der KUPFZeitung schon wiederholt hingewiesen. Die Fakten sind bekannt. Der Ausfall der Bundesförderungen 2000 hat den Radios beinahe die Existenz gekostet. Sechs Jahre danach ist die Situation nach wie vor prekär. Das aktive Interesse an Sendezeit und Ausbildung steigt zunehmend. Das ohnehin …

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Playground vs. Battlefield

Stefan Haslinger zur Frage was denn eine Reform des Kulturfördergesetz heißen könnte.   Betrachten wir einmal das Kulturförderungsgesetz als Spielwiese. Auf dieser dürfen alle herumtollen, die Förderungen wollen. Die Grenzen sind klar abgesteckt. Die SpielleiterInnen selbst sind nicht am Geschehen beteiligt, sondern betrachten das Spiel von oben herab bzw. vom Spielfeldrand aus. Die Möglichkeit für diesen BeobachterInnenstatus liegt im Mangel an Selbstbindung begründet. Die Kulturpolitik und –verwaltung verpflichtet sich im Kulturförderungsgesetz zu nichts. Betrachten wir einmal das Kulturförderungsgesetz als Schlachtfeld. Auf diesem findet der Verteilungskampf statt. Opfer gibt es immer wieder zu beklagen. Als Strategiegrundlage für die Generäle (vulgo Verantwortliche …

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