Lebensqualität

Eugenie Kain über die Wichtigkeit der KUPF in der Pflasterspektakelstadt.   Neulich bei einer Flasche Wein. Ein Gespräch mit einem Dichterkollegen, der schon lange in Wien lebt. Wir befinden uns in der assoziativen Phase des Gesprächs, ein Stichwort fällt, es wird aufgegriffen, das Gespräch nimmt rasante Kurven, geographisch weitet es sich aus über Kontinente hinweg, inhaltlich zeichnet sich eine Einengung ab. Der Kollege sagt: KUPF. Die von der KUPF haben das geschickt gemacht, sagt er, sind bei der Gründung in Managermanier aufgetreten und haben für sich gut dotierte Posten durchgesetzt, auf denen sie noch immer sitzen, das weiß er von …

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Flüsterlieder

Eugenie Kains eben erschienenen Erzählband hat Elisabeth Greif gelesen.   „Die Araber wissen, dass der Tod ein schwarzes Kamel ist, das niederkniet vor der Haustür, wenn es so weit ist. In den Heimen sprechen die Alten verstohlen vom Qui Qui, der sie abholen kommt. Wer hatte ihn mitgenommen? Ein rostiger Donauschlepper auf dem Weg zum Schwarzen Meer? Oder der Rabe, der seit einer Woche vor dem Fenster hockte?” In leisen Tönen erzählt Eugenie Kain vom Tod eines Mannes und vom Zurückbleiben einer Frau. Episodenhaft reihen sich Bilder aneinander, die die Beziehung der beiden zueinander erahnen lassen, Bilder von vertrauten und …

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Creating the change

Ein von der IG Kultur Vorarlberg durchgeführtes Projekt thematisierte die nachhaltige Verbesserung der Situation von Frauen in Kunst-, Kultur- und Medienberufen. Eine Rezension von Katja Haller   Die Publikation gibt Vorträge und Diskussionsergebnisse wieder. Zu Wort kommen renommierte Kulturtheoretikerinnen, die aktuelle Diskurse präsentieren, sowie Praktikerinnen, die unterschiedliche Modelle von Frauenförderung im Kulturbereich vorstellen. Positionen einzelner Künstlerinnen zeigen auf, was es für sie aus subjektiver Sicht heisst, unter der Prämisse des weiblichen Geschlechts künstlerisch tätig zu sein. Das Kompendium schließt mit einer Kurzfassung des von der IG Kultur Vorarlberg entwickelten und durchaus verallgemeinerbaren Maßnahmenkatalogs zur Verbesserung der Situation von Frauen im …

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„Wirkungsorientierte“ Verwaltung

Eine „wirkungsorientierte“ Gnackwatschn für die Arbeit wirkungsorientierter BeamtInnen. Im November 2005 ereilte uns ein Poststück von der Sozialabteilung des Landes OÖ. Pfoah, freuen wir uns, das ist aber jetzt schnell gegangen mit der Förderzusage! Erst vorgestern eine gute Stunde mit R. telefoniert, erklärt, dass nein, wir kein gewinnorientiertes Unternehmen sind, dass ja, wir durchaus das eingereichte Projekt schon seit Anfang des Jahres durchführen, dass ja, das auf einem der zahllosen Formulare angegebene Gehalt das der Geschäftsführung und nicht das des Reinigungspersonals ist, dass nein, wir sie mit unseren Angaben nicht anlügen, dass ja, wir das Geld jetzt schon schön langsam …

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Innovationstopf 2006 – PROVOKATION

Gerlinde Schmierer porträtiert die ausgewählten Projekte des Innovationstopf 2006.   Am Freitag, den 17. März 2006 fand im Kunst-Raum Goethestraße die öffentliche Jurierung der eingereichten Projekte des Innovationstopfs 2006 statt. Bevor in eigenen Worten der EinreicherInnen und in aller Kürze die ausgewählten Projekte vorstellig werden, soll von der bestimmt nicht einfachen, aber feinen Sache der öffentlichen Jurierung die Rede sein. Für die KUPF als Organisatorin entspricht diese Vergabemodalität einer wichtigen Intention. EinreicherInnen sowie Interessierte sollen die Möglichkeit haben der Diskussion über die Auswahl der Projekte beizuwohnen und durch eine fachlich fundierte Begründung über ihre Förderung oder Nicht-Förderung erfahren. 62 eingereichte …

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Zur Geschichte der KUPF

Franz Prieler‘s Rede anlässlich der 20-Jahres Feier am 22. April 2006, Alter Schlachthof Wels.   20 Jahre Verein KUPF – Die offizielle Geburt fand am 18. Juni 1986 im Alten Schlachthof in Wels statt. Der Akt der Zeugung hatte allerdings bereits im Herbst 1983 stattgefunden. Mäusen sagt man eine Schwangerschaft von einem Monat nach, Elefanten von elf und was eine richtige Kulturplattform werden will, braucht eben fast 3 Jahre. Der damalige Kulturreferent und Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck hatte zum Kulturstammtisch eingeladen. Zwischen Goldhaubenobfrauen, Trachtenvereinsschriftführern, Kirchenchorleitern und Blasmusikkapellmeistern saßen noch zwei andere, ganz andere – die nicht ins Bild passten, altersmäßig …

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SCHRÄGE VÖGEL, verschwimmende Grenzen

Katja Haller im Interview mit der KUPF Mitgliedsinitiative „Schräge Vögel“.   Empowerment bezeichnet Strategien, die das Maß an Selbstbestimmung im Leben der Menschen erhöhen. Die eigenen Potentiale zu stärken, selbstverantwortlich zu handeln, dazu ermutigt die Empowerment-Theater Gruppe Schräge Vögel, seit 2005 Mitgliedsverein der Kupf – Kulturplattform OÖ. 2001 feierte die psychosoziale Einrichtung Exit Sozial ihr 20jähriges Bestehen. Premiere hatte die erste Eigenproduktion einer KlientInnen- Gruppe. Das Bedürfnis, Theater zu spielen war so stark, dass ein Kern der Gruppe bestehen blieb und sich Schräge Vögel nannte. Ein Name, der das Anderssein deklariert, wie Ingrid Gruber, Leiterin der Gruppe, im Interview betont: …

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Was ist „Selbst“

Galia Baeva fragt „was ist selbst?“   In einem X-Y Raum unter solchen, wie mich: – Aber ich bin keine Migrantin? – Was bist du dann ? – Ja, ich bin mal anders – manchmal fremd – aber Migrantin ? – Was machst du hier, wenn du keine Migrantin bist? – Ich wollte es mir nur anschauen – oder so – einfach – – Oder willst was sagen? Tut dir was weh? Fühlst du dich leer? Oder fühlst du dich voll, gerade vor dem Ausbrechen? Hast du jemals mit dem Gedanken gespielt deinen Namen zu ändern? Wolltest du deine Aussprache …

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Alte Hasen, aber auch neue Gesichter

Über Mühlviertler Kulturinitiativen und Jugendzentren die das Freie Radio Freistadt bespielen und auch sonst näher zusammenrücken. Etwas mehr als ein Jahr ist das Freie Radio Freistadt auf Sendung. Neben erfreulich vielen Seniorinnen nutzen vor allem regionale Kulturinitiativen das Radio als Plattform. Mit dem Projekt „Offene Archive – Neue Spielstätten“ aus dem KUPF Innovationstopf 2005 konnten neben weiteren KI’s auch Jugendzentren für die Radioarbeit gewonnen werden. Aus dem Projekt sind mittlerweile zwei fixe Sendeschienen entstanden. Die „Kulturstunde“ und das „Jugendradio“. Die Jugendarbeit zählt zu den Schwerpunkten in Freistadt. Schon seit Herbst senden die Kinderfreunde Mühlviertel jeden Freitag von 16.00 bis 17.00 …

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Linz wird niemals Graz werden!

Michael Petrowitsch über Graz03 und Linz09.   Eingedenk der Tatsache, dass bei einer Veranstaltung der IG Kultur Österreich der „gewerkschaftliche“ Gedanke im Kulturbetrieb als „Relikt der 80er Jahre“ bezeichnet und als weitgehend abgehakt angesehen wurde, hier ein bescheidener, augenzwinkender Versuch mit fordernder Textsorte den apolitischen verwässerten und also sozialpartnerschaftlichen Tendenzen am Fallbeispiel Linz09 ein wenig entgegen zu treten. Mit diskursivem Schwadronieren ist kein Staat zu machen, schon gar nicht bei einem 60 Millionen Projekt. Zum Thema: Als verpflichtende Sofortmaßnahmen müssen folgende Dinge angesehen werden: Die Einrichtung eines unabhängigen Programmbeirats, der spartenübergreifend zu urteilen vermag. Transdisziplinäre Projekte dürfen nicht durch die …

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Geld zurück!

Daniela Koweindl über Strafmaßnahmen gegen KünstlerInnen, die zu wenig verdienen.   Wie viele KünstlerInnen haben im Jahr 2001 unter 3.554 Euro verdient? 600! Wer hat das festgestellt? Der Künstlersozialversicherungsfonds. Und warum? Um Strafmaßnahmen zu setzen. Wer zu wenig verdient, muss draufzahlen. Nicht nur einmal, sondern doppelt. Seit gut fünf Jahren gibt es den so genannten Künstlersozialversicherungsfonds. Dort können selbstständig erwerbstätige KünstlerInnen um einen Zuschuss zum Pensionsversicherungsbeitrag ansuchen. Eine der Voraussetzungen, um den Zuschuss zu erhalten, ist das Erreichen einer Mindesteinkommengrenze aus künstlerischer Tätigkeit. Wer zu wenig verdient, erhält auch keinen Zuschuss. Wer wider Erwarten die vorgeschriebene Mindesteinkommengrenze nicht erreicht, muss …

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Lügen wie gedruckt

Von Lois Sonnleitner.   „Man würde gewiß fehlgehen, wenn man glaubte, dass alle Greuel dieser Welt durch Korruption bedingt werden und dass bei Einwurf der Münze die Niedertracht automatisch funktioniert.“1 Reden wird doch einmal über die, wie sie sich selbst nennt, „unabhängigste Zeitung“. Moment, das war noch nicht alles: „Die unabhängigste Zeitung in den Augen ihrer Leser“. Nähern wir uns der Antwort auf die Frage, wovon diese Zeitung unabhängigst ist, über ein buchstäbliches Fallbeispiel: Ich hatte da einen stillen Zivildienstkollegen, der auf eigenen Wunsch von der Post, wo er Tag für Tag schikaniert worden war, zur Lebenshilfe versetzt wurde. Eine …

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Zielgruppentransparenz!

Nachlese und Vorschau zum Thema Förderberichte, und Verweise auf einschließende Mangelerscheinungen.   Von Stefan Haslinger. „Auch wenn ein Reformprozess dieses Berichtswesens im Gange ist, kann garantiert werden, dass die Information über die Kulturausgaben des Landes künftig an Transparenz nichts verlieren, wohl aber an Übersicht gewinnen wird“. Das schrieb Landeshauptmann und Kulturreferent Dr. Josef Pühringer im Vorwort des Kulturförderberichtes 2000. Tja, und dann gab es ihn auch schon nicht mehr den Förderbericht. Essig mit Transparenz, vorbei der Reformprozess. Hinhalten, vertrösten, erklären, dass alles so schwierig ist, das alles erlebte die KUPF – Kulturplattform OÖ auf ständiges Nachfragen und insistieren, was denn …

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Lebenslang angelernt

Franz Fend hat sich in der Wühlkiste der Bildungsangebote umgetan.   Es tut sich was auf dem Feld der Bildung und Ausbildung. Wie es scheint, wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Das staatliche Bildungssystem wurde heruntergewirtschaftet zu einem Ausbildungsbetrieb, der bestenfalls kurzfristige Berufsanforderungen zu vermitteln mag. Die Universitäten können mangels an Ressourcen schon längst keine fundierten wissenschaftlichen Ausbildungen garantieren. Mit den neuen Studienplänen, die nun als neuen akademischen Grad eine Bachelor vorsehen, wird aus der Not eine Tugend gemacht. Die Sprache ist verräterisch: Bachelor heißt, frei übersetzt, Geselle. Das war man früher, wenn man eine Lehre abgeschlossen hat. Rein …

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How Scandinavian

Rundgänge im Kopf zu einer Studie, einem Gespräch und den Möglichkeiten kulturpolitischer Durchsetzung von Förderverfahren!   Von Stefan Haslinger. „Good Governance“ übersetzt das Wörterbuch mit „verantwortungsbewusste Regierungsführung“. „Good Governance in der Kulturförderungsverwaltung“ nennt sich eine empirische Untersuchung, die Tasos Zembylas – Professor am Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft – mit FörderwerberInnen der Abteilungen II/2 (Theater, Musik) und II/8 (regionale Kulturinitiativen) der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes durchgeführt hat. Verantwortungsbewusste Regierungsführung! Das klingt einmal sehr salbungsvoll. Es steht aber nicht als Status Quo sondern als Forderung über der Studie. Als Forderung über einer Studie, die mit Begriffen aufwartet, die in einem Förderverfahren eigentlich …

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