Parkour

Das Dasein als Kulturarbeiterin ist kein Ponyhof und auch keine Kartenspielrunde. Ob der vielen Hürden kommt es einer eher vor wie ein Parkour. Reimt sich zumindest auf Kultur. Und was sicht reimt … ist ein guter Titel für einen Zeitungsschwerpunkt! Aber in diesem Fall noch lange nicht gut. So gern ich da bei dir bliebe, liebster Pumuckl!

Engagierten Menschen, die Orte beleben und sich selbst und anderes verwirklichen, werden so viele Hürden in den Weg gestellt, dass Richard Schachinger im Leitartikel Entlastung fordert. Besonders schwer zu nehmen sind sie, wenn’s um Administration, Bürokratie, Verwaltung und Finanzen geht. Zeit und Lust bleiben hier schnell einmal auf der Strecke. Stefan Haslinger wirft einen Blick auf die schwierige Geschichte mit dem Veranstaltungssicherheitsgesetz. Nach der Visualisierung der Kulturbudgets mehrerer Bundesländer in der letzten Ausgabe nimmt dieses Mal Thomas Philipp das oberösterreichische im Detail unter die Lupe. Zu Wort kommen darüber hinaus Kulturarbeiterinnen und erzählen, mit welchen Rahmenbedingungen sie kämpfen und was sich verbessern ließe.

Als wäre der Parkour nicht schon komplex genug, gibt’s da noch Mainstream-Medien, die sich allerhand erlauben. Nicht zum ersten Mal fangen sich die OÖN eine Gnackwatsch’n ein. Für einen Artikel, der, auch nicht zum ersten Mal, die Migrantinnen-Selbstorganisation maiz angreift. Darüber, wie sich solche Zeitungsartikel aushalten lassen und über ihre vielen Arbeitsbereiche plaudern zwei maiz-Mitarbeiterinnen.

Was tut sich in der Außenwelt? Die Basisdatenerhebung der IG KIKK, der Kärntner KUPF-Schwester, und was sich aktuell in der Kärntner Kulturpolitik (zurück) entwickelt, fasst Barbara Stüwe-Eßl von der IG Freie Theater zusammen.

Noch weiter über den Tellerrand blicken wir mit Veronika Moser, aka Frau Tomani, die im März gute zwei Wochen in Iran verbrachte. Sie schildert Eindrücke von Flughäfen, Klos, Städten, Frisuren, Internetzugängen und Geschlechter(un)ordnungen.

Bei den Rezensionen sind wir diesmal in unserem Umfeld fündig geworden: Christian Diabl hat die Publikation Fuck You! gelesen, das Begleit-Produkt zum Projekt Verletzende Sprache der IG Kultur Österreich. Elisabeth Ertl stellt die Neuerscheinung von Pamela Neuwirth und Tanja Brandmayr vor: Genossenschaftliches Wohnen. Auf den Spuren des Isidor Karl Theodor Demant. Die Autorinnen sind langjährige Freundinnen und Mitarbeiterinnen der KUPF und ihrer Redaktion.

Elisabeth Ertl ist übrigens bei unserem Mitglied habiTAT aktiv. Nach dem deutschen Vorbild des Mietshäuser Syndikats wird durch habiTAT genossenschaftliches Wohnen im ursprünglichen Sinn womöglich bald wieder auch in Österreich Realität: Der Kaufoptionsvertrag für ein Haus mitten in Linz ist unterschrieben und eine startnext.com-Kampagne am Laufen. Wir werden hoffentlich bald über die Umsetzung des Hausprojekts Willy-Fred berichten können. Zum momentanen Stand gibt’s in der aktuellen Ausgabe der Versorgerin, der Zeitung der Linzer Stadtwerkstatt, einen Artikel von Tanja Brandmayr.

Mit Karten Häuser bau’n anstatt zu spielen
Tami Imlinger
für die Redaktion

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