Epilog!

Ein letztes Mal die Bibel um zu einem Schluss zu kommen

Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben, soll Pontius Pilatus gesagt haben. Ich kann das auch sagen. Rückblickend. Habe ich so einiges geschrieben. Und das habe ich geschrieben.
Zum Beispiel waren das in den letzten 12 Jahren: 15 Leitartikel für diese Zeitung in denen elf mal das Wort Budget vorkam, neun mal die Grünen, acht mal LH Pühringer, ex aequo (wer hätte das gedacht) mit sieben mal SPÖ und ÖVP, vier mal wurde mehr Mut eingefordert, zwei mal die Umverteilung und ein mal verwendete ich das Wort Erbsenzählen.
Eine schöne Bilanz. Ein Vermächtnis?
Das ist was bleibt! Das habe ich geschrieben.
Sie merken es schon, dass es hier etwas wehmütig zugeht. Denn dies hier wird auch der letzte Leitartikel sein, den ich für dieses kulturpolitische Streit- und Informationsblatt verfasse. Aus. Schluss. Jetzt ist es genug.

Um auf ihre Frage zurückzukommen: Mein Vermächtnis kann es im Kontext der KUPF nicht geben. Die KUPF wähnt sich nämlich nicht nur, sondern ist ein Kollektiv. Die Hervorbringungen, Er- und Misserfolge treffen immer die Organisation.

Was meinen Sie? Ob das bedeutet, dass die Organisation stärker ist als das Individuum? Organisationen kommen mit den Inhalten. Und da müsste die Antwort wohl „Ja“ sein, wenn die Frage gelautet hätte, ob die Inhalte wichtiger sind als das Individuum. Ja, allemal. Nicht in einem individuellen, aber – eben – in einem organisationalen Zusammenhang.

Das, wofür die KUPF kämpft, wofür sie sich einsetzt, wofür sie schreibt, wogegen sie antritt, bestimmt das Handeln der Protagonistinnen und – naturgemäß – auch umgekehrt.

Ich nutze hier, wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, den mir zur Verfügung gestellten Platz für einen kleinen Abschiedsbrief. Hat mir ja niemand gesagt, dass ich das nicht darf. Mach ich einfach.

Wobei … Abschied? Kann sich jemand von der KUPF verabschieden? Wir können weggehen, aufhören, wir können sie verlassen, aber die KUPF bleibt. Ich kann tschüss sagen und die KUPF bleibt. Immer. Mit wechselnden Personen, Inhalten, Gegenübers. Die KUPF bleibt. Und sie bleibt sicht- und erlebbar, was einen Abschied äußerst schwierig gestaltet.
Aber sie bleibt nicht erstarrend oder beharrend. Sie bleibt mobil, flexibel. Sicherlich nicht mehr wie ein junger Springinsfeld, aber auch nicht auf den Stock angewiesen.

Ebenso wie ich das, was ich geschrieben habe geschrieben habe, habe ich das was ich gelernt habe gelernt. Und – jetzt kommt gleich ein ganz böses Wort – die KUPF ist eine wunderbare Schule. Denn was hier die Individuen lernen (müssen) um im organisationalen, kollektivistischen Gedanken als Individuen mitmachen zu können, dafür kriegen andere einen Doktorinnenhut übergestülpt.

Meine Güte, jetzt wird es auch noch sentimental am Schluss. Sorry, wollte ich eigentlich vermeiden. Aber – das geht sich nicht aus. Nach zwölf Jahren (fünf Vorstand, sieben Geschäftsführung) ist dieses sympathische Organisationsmonstrum ein prägender Teil meines Lebens.

Euch da draußen möchte ich noch sagen: Streichelt und hegt die KUPF, aber tretet ihr auch ruhig in den Popo, wenn ihr glaubt, dass sie zu lasch ist – sie hält es aus!
Euch da drinnen möchte ich noch sagen: Ihr seid das Beste, was einem in der Kulturarbeit passieren kann.

Mir selbst sage ich: Jetzt aber Schluss!
 

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