Kulturpolitische Kamingespräche

Andre Zogholy präsentiert eine neue Veranstaltungsreihe der KUPF.   Öffentliche kulturpolitische Diskussion und Diskurs finden In Oberösterreich – falls überhaupt – nur zu den großen Mainstream-Themen wie Musiktheater, Kulturhauptstadt etc. statt. Die KUPF möchte daher realen Raum für eben diesen Diskurs zu aktuellen kultur-/politischen Fragestellungen schaffen und initiiert die „Kulturpolitischen Kamingespräche“. Zu Schwerpunktthemen der KUPF-Zeitung, dem wichtigsten Transportmittel der Öffentlichkeitsarbeit der KUPF, werden nach dem jeweiligen Erscheinungstermin zwei bis drei Personen des kulturellen Lebens in (Ober)Österreich unter einer Gesprächsleitung in gemütlichem Rahmen von der KUPF gestellte Themen reflektieren und vertiefen. Neben dem Eröffnen von neuen Feldern in der Kulturarbeit stehen …

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Vom Aufbäumen

Urike Stieger berichtet von einem Symposium in Steyr.   Aufeinandertreffen von Kulturhaus und Symposium. Der Innovationstopf 2003 ermöglichte ein Symposium mit den Themen „Interkulturelle Kulturarbeit, Gendermainstreaming & antirassistische Öffentlichkeitsarbeit in Kulturinitiativen“, das am 24. und 25. Oktober 2003 im Steyrer Jugend- und Kulturhaus röda stattfand. Ausgewählt wurde dieses Projekt, um „Maß zu nehmen“, wie der Titel des letztjährigen Innovationstopfes prophezeite. Es ging also darum, eine Reflexion der Kulturinitiativenarbeit zu ermöglichen, sich aufzubäumen, neue Ideen und Energien aus einem finanzierten Projekt zu ziehen, beziehungsweise das umzusetzen, was bisher mangels Ressourcen immer scheiterte. Und was bewegte nun dieses Symposium? Im Vorfeld der …

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Potentiale aktivieren!

Andi Liebl im Gespräch mir Susi Seifert und Thomas Duschlbauer über 10 Jahre Kulturzentrum d`Zuckerfabrik in Enns   Anfang des Jahres 1992 konstituierte sich die Kulturinitiative ZKURE – „Zeit-Kult-Ur-Raum-Enns“, die 1993 ihre Heimat im großen Areal der aufgelassenen Zuckerfabrik Enns/Kristein fand. Florian Hunger, Kulturmanager und Künstler, entwickelte das Konzept für die Kulturinitiative, bestehend aus einer losen Gruppe von KulturidealistInnen. Susi Seifert, von der ersten Stunde an mit dabei, sorgte nach dem Tod von Florian Hunger für den Fortbestand der Initiative. Das neu adaptierte Kulturzentrum „d’Zuckerfabrik“ nahm nach viel Planungsarbeit und Gesprächen 1994 den kulturellen Betrieb auf. Die Veranstaltungen fanden zwischen …

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… noch lange nicht Normalität

Über die Schwierigkeit grenzüberschreitender Kulturarbeit berichtet Bettina Mayr-Bauernfeind. Obwohl oft nur einen Katzensprung voneinander entfernt, zählt die Zusammenarbeit von ÖsterreicherInnen und TschechInnen im Kunst- und Kulturbereich noch lange nicht zur Selbstverständlichkeit. Warum das so ist und wie grenzüberschreitende Kooperationen in Zukunft weiter forciert werden können, darüber wurde bei einer zweitägigen Konferenz diskutiert. Vom 17. – 18. 10 2003 veranstaltete die Austrain Czech Cultural Cooperation (ACCC) in Bad Leonfelden eine Konferenz zur regionalen grenzüberschreitenden kulturellen Zusammenarbeit zwischen Oberösterreich und Südtschechien. Neben der Präsentation von Projektbeispielen, einem Workshop zum Thema Fördermöglichkeiten bzw. Finanzen in der internationalen Projektkooperation, wurde bei der Konferenz auch …

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Oberösterreich ist anders

Anmerkungen zum Oö Wahlergebnis 2003 von Stefan Haslinger und Andre Zogholy .   Gelacht hat er nicht der Josef. War ja auch kein Erdrutschsieg wie der vom Wolfgang voriges Jahr. Der Günther hat auch nicht gelacht, aber das hätte auch alle gewundert, wenn er noch was zu lachen gehabt hätte. Der Rudi war ein bisschen verhalten, er hat es noch nicht recht gewusst. Der Erich, ja der hat schon gelacht, und wie. Hat ja auch allen Grund dafür gehabt. Und dann! Ja dann kam, nach ein bisschen hin und her Geraunze und von wegen: „Du warst nicht fair!“ oder „Du …

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Medienlabors jetzt

Die Entwicklung von Medienlabor – Pilotprojekten verfolgt Andi Liebl im Interview mit Andrea Mayer-Edoloeyi.   KUPF: Andrea, du arbeitest seit den Anfängen an der Idee „cultural highway“ mit. Ist der jetzige Stand mit fünf ausformulierten Medienprojekten (siehe Kasten, Red.)der Startschuss für konkrete politische Arbeit? Andrea Mayer-Edoloeyi: Ja, nach langer Zeit, wo es viel um politische „Hintergrundarbeit“ ging, steht nun die konkrete Umsetzung an. Manche PolitikerInnen haben in Gesprächen eine Konkretisierung unserer Forderung mittels Projekten eingefordert: Hier sind sie nun und wir wollen eine Finanzierung! Die freien Radios in Oberösterreich kämpfen seit fünf Jahren (erfolgreich) ums Überleben, an Landesmittel als Basisförderung …

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Kulturhäuser

Andi Liebl und Stefan Haslinger berichten von Kernpunkten und Wünschen zweier kulturpolitischer Diskussionen.

Sie sind ja eh kreativ!

Linzer Kulturförderung entlarvt Veronika Leiner als Risikokapital-Lotterie.   Ein Kulturverein stellt im Dezember 2002 einen Antrag auf Förderung des Jahresprogramms 2003 an die Stadt Linz. Es gibt ein Gespräch mit Kulturstadtrat Reinhard Dyk, Kulturamtsleiter Siegbert Janko und dem im Magistrat für Kunst-, Kultur- und Projektförderung zuständigen Peter Leisch. In diesem Gespräch wird dem Verein mündlich zugesichert, „dass wir etwas kriegen, wie viel nicht, aber dass wir etwas bekommen“. Es folgen 10 Monate Sendepause. Ende September 2003 (!) erhält der Verein einen Brief mit der Mitteilung, dass der Antrag abgelehnt wurde, weil die Antragssumme den möglichen Höchstsatz für Projektförderung (!) übersteige. …

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Fallstudie

Andrea Gassner, Bianca Geiblinger, Kerstin Hütter berichten über den Fortgang ihres Forschungspraktikums.   In der vorletzten Ausgabe der KUPF-Zeitung haben StudentInnen der Soziologie an der Universität Linz und die Lehrveranstaltungsleiter Dr. Fritz Hemedinger und Roland Haller, das Projekt „KUPF’t wia g’hatscht? Wege freier Kulturarbeit in Oberösterreich. Eine Analyse der KUPF und ihrer Mitgliedsvereine in Theorie und Praxis“ vorgestellt. Ein Update zum Fortschritt des Projekts. Hier noch einmal zusammenfassend, worum es in der Analyse geht: Es geht um die KUPF und ihre Initiativen selbst. Freie und autonome Kulturarbeit soll beleuchtet werden, Strukturen und Zusammenarbeit zwischen der KUPF und Mitgliedsvereinen, wie auch …

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Ein subjektives Gefühl der Sicherheit

Udo Danielcyk interviewt Josef Ecker, den neuen Chef der Landeskulturförderung. Seit Juli 2003 ist Josef Ecker, seit über 12 Jahren in der oö. Landeskulturdirektion zuständig für die Förderung von Kulturinitiativen, Leiter des „Instituts für Kunst und Volkskultur“. Grund genug für die KUPF, ihn zum Interview zu bitten. KUPF: Herr Mag. Ecker, Sie sind seit gut 12 Jahren in der Landeskulturdirektion zuständig für die Förderung von Kulturinitiativen im Bereich der Zeitkultur. Was waren im Rückblick für Sie die wichtigsten Entwicklungen und Veränderungen im Feld der Kulturarbeit.? Mag. Ecker: Die größte Entwicklung war eigentlich die massive Erhöhung des Budgets für Kulturvereine und …

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Regierungsübereinkommen – Check One Two

Stefan Haslinger analysiert das schwarz-grüne Regierungsübereinkommen aus kulturpolitischer Sicht.   Ein bisschen Hineinlesen in das Übereinkommen von Schwarz-Grün und ein paar Gedanken zu möglichen Auswirkungen. So schaut’s aus in Oberösterreich. Regierung gebildet. Übereinkommen da! Auf geht’s, Jubel! Wie jedesmal bleibt es uns nicht erspart, uns damit zu beschäftigen, und den Versuch zu unternehmen, die möglichen (kultur-)politischen Auswirkungen auf Kulturinitiativen und die freie Kulturszene in OÖ abzuschätzen. Tellerrand! Ja, selbstredend soll auch versucht werden über den Tellerrand hinauszuschauen. Bevor wir mit dem Ausblick beginnen, vielleicht noch ein kleiner Blick zurück. Zurück zur Antrittsrede von Dr. Josef Pühringer am 23.10.2003, wo doch …

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Change the rules!

Stefan Haslinger und Katharina Wagner machen sich Gedanken zur Ausschreibung des neuen KUPF Innovationstopf ‘04   Das Spektakel unterjocht sich die lebendigen Menschen, insofern die Wirtschaft sie gänzlich unterjocht hat. (Guy Debord , Die Gesellschaft des Spektakels) Reden wir von Strukturen! Reden wir von Bedingungen, unter welchen wir zu agieren haben! Reden wir von berechtigter Kritik an Stagnation, und reaktionärer Bürgerlichkeit! Reden wir von Umgestaltung und Provokation! Es herrscht Resignation im Kulturbetrieb. Mediale Beachtung findet nicht mehr die kontinuierliche Arbeit, sondern das kurze Event, das pompöse Spektakel. Beachtung von der Öffentlichkeit (und der öffentlichen Hand) findet das „Außergewöhnliche“, oder das, …

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Alternativen zur Alchemie?

Subsistenz als Alternative zur Globalisierung empiehlt Reinhold Schachner-Nedherer   Die global operierende Wirtschaftspolitik sei keine Art höhere Gewalt, der man ausgeliefert wäre, meinen die HerausgeberInnen einer umfangreichen Aufsatzsammlung, welche Maria Mies, der Doyenne des Öko-Feminismus, zu Ehren publiziert wurde. Die moderne Alchemie filtert Kapital, Boden und Arbeit als reine Stoffe aus der Welt und vermischt diese in den Laboratorien des Patriarchats zum Nachfolger des Goldes, dem Geld, lautet die geraffte These von Claudia v. Werlhof, Mitherausgeberin (weiters: Bennholdt-Thomsen, Veronika / Faraclas, Nicholas) und Mitautorin des Buches Subsistenz und Widerstand. Alternativen zur Globalisierung. Was könnte diesem alchemistischen Procedere entgegengesetzt werden? Die …

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Schnelles Fernsehen – Langsames Radio

Reinhold Schachner- Nedherer weis warum Peter Huemer Fernsehen dümmer als Radio findet.   Das Fernsehen sei strukturell dümmer als das Radio konstatiert Peter Huemer. Zu dieser Schlussfolgerung kommt der ehemalige ORF-Fernseh- und Radiojournalist in seinem neuen Buch, das auf langjähriger Erfahrung als Gesprächsleiter in beiden Medien basiert. Speed kills – die Fernbedienung der Fernsehapparatur zielt vermeintlich auf die Beschleunigung der Zeit. Läuft auf einem Kanal ein Gespräch mit längeren Nachdenkpausen, so imaginiert man sich neben Homer Simpson auf das Sofa und raunzt mit ihm im Duett: „Laaaaangweiiilig!“ Der Kanalwechsel möge doch Schreiduelle mit Weinkrämpfen in einer Talkshow liefern oder vielleicht …

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Es gibt keine ideale Welt

Das Buch „Um 6 kommt Meier“ von Doris Rögner (Text) und Margit Feyerer-Fleischanderl (Illustration) stellt Andi Wahl vor.   Als Mensch mit Kindern muss man sich allabendlich durch ganze Stapel schlechter Kinderliteratur fräsen. Bücher, die ein Klischee nach dem anderen herunterklopfen, Bücher, die die junge Leserschaft aufs Gröbste indoktrinieren und Bücher, in denen zwanghaft versucht wird, sich mit den Kindern gegen die Erwachsenenwelt zu verbünden. (Diese Aufzählung ließe sich wohl noch endlos fortsetzen). Um so dankbarer ist man da für ein Buch wie Um 6 kommt Meier. Dieses Buch ist so wunderbar frei von jeder banalen Effekthascherei. Will Kinder vor …

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Verständigung in finsteren Zeiten

  Ein Buch über Interkulturelle Dialoge stellt Stefan Haslinger vor. Wenn im Subtitel schon der Clash of Civilizations zitiert wird, fällt es schwer nicht Huntingtons These kurz Revue passieren zu lassen. Der Politologe Samuel P. Huntington beschäftigte sich 19931 mit der Frage nach einer New World Order nach dem Ende des kalten Krieges. Seinen Ausführungen zufolge würden die bisherigen Konflikte nun zwischen verschiedenen civilizations hervortreten. Einerseits auf einer Mikro-Ebene (Grenzkämpfe, territoriale Streitigkeiten) andererseits auf einer Makroebene (Kontrolle über internationale Institutionen und Hegemonialisierung des eigenen politischen und religiösen Gedankengutes). Der Band Verständigung in finsteren Zeiten – Interkulturelle Dialoge statt ‘Clash of …

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So nicht!

Den Bogen überspannt hat diesmal Peter Leisch vom Kulturamt Linz. Ja, da wird schon eine oder einer sagen: Ein Beamter kann ja nichts dafür, er ist nur Ausführender im System. Ja, aber es ist eine Frage, wie ein Beamter innerhalb der von der Politik vorgegebenen Rahmenbedingungen agiert. Dr. Peter Leisch, im Linzer Kulturamt zuständig für die Abwicklung der Förderungen für kleinere Kulturinitiativen und KünstlerInnen, ist so ein Beamter, der innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen das Schlechteste für die Betroffenen daraus macht. Ein Kulturverein hat im Dezember 2002 einen Antrag auf Förderung der Jahresaktivitäten 2003 gestellt. Zu Beginn 2003 gab es ein …

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Reifenwechsel

  Eugenie Kain empfiehlt Reifenwechsel statt Reformen. In der Geschichte vom Wolf und den sieben Geißlein frisst der Wolf Kreide, um seine wahren Absichten zu verschleiern. Beim Bundeskanzler ist der Wolf im Vornamen, aber er hat es nicht notwendig, Kreide zu fressen. Er engagiert Berater, die ihm die Sprache hinbiegen, bis wir nicht mehr richtig hören. Wortschöpfungen wie Pensionssicherungsreform werden gegen die Bevölkerung auf die Schiene gestellt. Diejenigen, die sich im Schulterschluss des Nulldefizits nicht auch noch das Weiße aus den Augen nehmen lassen wollen, werden Besitzstandswahrer und das Ganze verkauft der eiskalte Kanzler in seinen ORF-Auftritten – modulierend und …

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Read my lips!

Fragen der Glaubwürdigkeit erläutert Udo Danielczyk   Fallbeispiel Grieskirchen Wie aufmerksame LeserInnen der KUPF-Zeitung wissen (siehe Ausgaben 102 & 98), kämpft der KV Roßmarkt in Grieskirchen seit sieben Jahren um den Ankauf des Stammhauses des Vereins durch die Marktgemeinde Grieskirchen, repräsentiert durch Bürgermeister Großruck (übrigens ein enger Freund von Regionalisierungs-Kunststaatssekretär Morak). Dieser kündigt auch immer wieder großspurig an, alles für den Verbleib des Vereins im traditionsreichen Haus im Zentrum Grieskirchens und dessen Renovierung zu tun. Allein – es fehlen die entsprechenden Taten. Verhandlungen zum Ankauf des Hauses wurden so halbherzig geführt, dass sie letztendlich an einer finanziellen Lappalie scheiterten. So …

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