Clar Gallistl trifft mit deren Essay den Nerv der Zeit. Machtmissbrauch, Mobbing und sexuelle Gewalt waren in den vergangenen Monaten wieder zentrale Themen der österreichischen Kulturszene. Während der Druck nach Veränderung und neuen Standards steigt, bleiben strukturelle Fragen oft unbeantwortet. Hier setzt Soft Power an.
Clar Gallistl, selbst viele Jahre im Kunst- und Kulturbereich tätig, verbindet persönliche Erfahrungen mit analytischer Schärfe und blickt über die Grenzen Österreichs hinaus. They teilt etwa deren Erfahrungen mit neu entstehenden Standards in Großbritannien. Diese Beispiele zeigen, dass solidarischere und gerechtere Strukturen möglich wären. Mit Zahlen belegt Gallistl, wie teuer uns das Fehlen von Standards kommt und dass dies reale ökonomische Auswirkungen hat.
Besonders eindrücklich schildert they, wie prekäre Arbeitsverhältnisse, Mehrfachrollen und fehlende Kontrollmechanismen Machtmissbrauch begünstigen. Der Kunst- und Kulturbetrieb erscheint dabei als fragiles Kartenhaus: unten Unsicherheit und Selbstausbeutung, oben gebündelte Macht. Gallistl scheut nicht davor zurück, Komplexitäten offen anzusprechen. They dekonstruiert gekonnt, warum viele Geschäftsführungen trotz vorhandenem Problembewusstsein kaum Veränderungen umsetzen. Zum einen fehlen in Österreich klare Standards sowie bei vielen Führungskräften auch das nötige Know-how. Oft mangelt es an den nötigen Ressourcen. Doch auch, wenn am Ende vom Jahr noch Budget vorhanden ist, wird dies lieber in neue Laptops investiert, als in die Erarbeitung einer Anti-Diskriminierungsstrategie.
Nicht jede Frage wird abschließend beantwortet, manches bleibt bewusst offen. Mit der Vision der Kultur der Zugehörigkeit bietet Gallistl am Ende des Essays eine Vision, die gemeinsam weitergedacht, ausprobiert und umgesetzt werden kann und soll. Soft Power liefert notwendige Impulse für eine Kulturlandschaft in Österreich, die aktuell lieber wegschaut und so weitermacht, als Probleme bei der Wurzel zu packen. Der Essay eignet sich hervorragend zum gemeinsamen Lesen, Diskutieren und Weiterdenken. Soft Power ist ein Anfang für alle, die ihre Positionen kritisch hinterfragen wollen und gibt Hoffnung für Veränderungen, die dringend nötig sind.






































































