Resonanzräume

Als leitendes Material gibt Kupfer elektrische Impulse oder Wärme weiter. Das erscheint mir eine passende Metapher für den Austausch, etwa in Kultur- und Bildungsräumen, zu sein. Denn dabei werden gleichwohl Energie und Leidenschaft weitergegeben. Mit anderen in Kontakt zu treten wirkt unterstützend und hilft dabei, es auszuhalten, nicht immer den eigenen Ansprüchen genügen zu können. Das kann in Form gegenseitiger Bestärkung, aber auch in der Ausübung von Kritik geschehen. Man kann sich außerdem gegenseitig zu Überlegungen verleiten, die im stillen Kämmerchen so nicht möglich wären. Wenn man an Sinn und Zweck des eigenen Tuns oder der Möglichkeit des Handelns unter erschwerten Bedingungen zweifelt, sind wohlwollende Gespräche viel Wert. Die namentlich nahe am Metall liegende KUPFzeitung nehme ich auch als einen solchen Ort produktiven Austauschs wahr. Ich freue mich, seit inzwischen zwei Jahren zu diesem beizutragen. In der Zeit habe ich zunehmend verstanden, was man eigentlich eh weiß, aber oft zu kurz kommt: dass sich das Schreiben als Praxis durch Regelmäßigkeit und ernsthafte, wertschätzende Rückmeldungen erst so richtig entwickeln kann. Es sollte nicht unterschätzt werden, wie viel wohlwollender Austausch dazu beiträgt, die eigene – sei es schreibende, vermittelnde oder künstlerische – Praxis mit Leidenschaft weiterverfolgen zu wollen und zu können. Die Arbeit mit Zitaten ist dabei für mich eine Art des Kontakts mit anderen Schreibenden, die ich in den letzten Jahren besonders liebgewonnen habe. Auch meine Einstellung zur Arbeit mit Worten wurde naturgemäß bereits von jemand anderem treffend formuliert. Mit diesem Zitat der Autorin Mieze Medusa, welches im Magazin des Festival der Regionen 2025 abgedruckt ist und das ich ausgeschnitten auf die erste Seite meines Notizbuchs geklebt habe, möchte ich auch diesen Text beenden: „Rückblickend hätte ich früher wissen können, wie alternativlos meine Liebe zu Wörtern ist.“

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