Zeitungsrubrik: Kulturpolitik
Im Umfeld Museum und bildender Kunst hat Peter Assmann in vielen Bereichen gearbeitet. Ende März 2013 hat er die Oberösterreichischen Landesmuseen als Direktor verlassen. Sein Weggang hat unter anderem auf Leerstellen innerhalb des Museumssystems und der Kulturpolitik gezeigt. Welche Aufgaben hat ein Museum und welche Unterschiede treten hier zwischen privaten und…
Was bringt’s?
Kulturelle Nahversorgung ist eine der herausragendsten Leistungen regionaler Kulturinitiativen und natürlich ein wichtiges Thema in der KUPF-Arbeit. Doch ländliche Initiativen sehen sich oft den Begehrlichkeiten und dem Rechtfertigungsdruck der Tourismuswirtschaft ausgesetzt. Dabei könnte es doch auch genau umgekehrt sein, meint Martin Fritz. Tourismus und kulturelle Nahversorgung. Logische Allianz oder Gegensatz?…
Nach dem Höhepunkt
Der Kulturentwicklungsplan neu ist veröffentlicht worden. Ohne große Visionen, aber mit vielen konkreten Vorschlägen. KritikerInnen des KEP neu stehen auf dünnem Eis. Denn alle waren im letzten Jahr eingeladen, mitzudiskutieren und sich als Co-AutorIn einzubringen. Rund 650 Personen nahmen diese Chance wahr und besuchten die sieben «Visions- und Zielfindungsworkshops »,…
Im Gap von Burgenland und Brooklyn
Im Lande ob der Enns ist die Stimmung, trotz oder mit Musiktheater, ambivalent. Man muss eingangs feststellen: Es gibt viele Aktivitäten von verschiedenen ProtagonistInnen, aber nicht sehr viele freie Gruppen in Linz und Oö, die ausschließlich von ihrem freien Kunstschaffen leben. So wenige, dass man diese Personen und Gruppen…
Mozert Macht Musiktheater
Meine Erwartungen an das künstlerische Programm des Musiktheaters sind — schon allein berufsbedingt — ziemlich hoch. Kulturpolitisch bedingt sind sie allerdings noch viel hoher. Ich bin allerdings hier wie dort offenbar nur bedingt Zielgruppe. Wer einen Blick auf die Homepage der Statistik Austria wirft, der findet dort in der…
Gutes Klima für nachhaltige Projekte
Seit ein paar Jahren wird im Kulturmanagement das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger und ist nicht zuletzt eine ästhetische Entscheidung. An einem Sonntag im Juli, um 9.00 Uhr morgens sitzen Eva Falb, Michael Madlmayr und Lisa Wizany am Eingang des Festivalgeländes in Ottensheim und warten. Jetzt ist so ein Moment, in…
Kulturkampf von rechts oben
Gute Nachrichten für Kulturpessimistinnen: Die Kulturbudgets bleiben deprimierend – zumindest für die Initiativen. Kulturtanker hingegen müssen kaum um ihre Existenz bangen, ihre Budgets steigen sogar an. Möglich macht dies eine politische Umverteilung von unten nach oben, von links nach rechts und von jung zu alt. Ein Kommentar von Jürgen Lüpke.…
Pionierinnen der Tschickbude
Pionierinnen wagen sich auf unbekanntes Terrain vor, sammeln unter extremen Bedingungen Erfahrungen und bereiten den Weg für jene, die ihnen nachfolgen. Im Falle der Initiative schtsch ist das unbekannte Terrain das Magazin I der ehemaligen Tabakfabrik. Die Pioniertat hat aber vorerst nicht geklappt. Anfang Juli waren die Räume vermessen,…
Unverhältnismäßigkeiten
Seit Juni 2010 ist dorf tv auf Sendung. Ab 2004 wurde an der Idee gearbeitet. Dicke Bretter mussten erst gebohrt werden. Auch mit Erfolg. In diesen acht Jahren sind rund eine Million Euro in Entwicklung, Aufbau und Sendebetrieb geflossen. Der Beitrag des Landes OÖ war durchwegs bescheiden – und ist…
Schon wieder Brösel. Die Kunstförderung des Bundes
Im Jahr 2011 standen dem Bund laut Kunstbericht 85,28 Millionen Euro für Kunstförderung zur Verfügung (neben den Aufwendungen für die Bundestheater: 144,436 Millionen Euro und für die Bundesmuseen ohne ÖNB: 84,625 Millionen Euro). Das Bundeskunstförderungsgesetz zielt zentral darauf ab, das (zeitgenössische) künstlerische Schaffen und dessen Vermittlung sowie die Beteiligung aller…
Der Kulturinfarkt kommt bestimmt. Der Dritte Sektor hält schon einmal die Luft an.
Otto Tremetzberger hat den „Kulturinfarkt“ gelesen. Infarkte kommen nicht aus heiterem Himmel. Schmerzen, Lähmungen, Schweißausbrüche. Und damit es überhaupt erst dazu kommt: Stress, falsche Ernährung, Bewegungsmangel. Das Ende: „Blutstau“ und schließlich der „pathologische Untergang einzelner oder mehrerer Zellen“[1]. So, oder so ähnlich, steht es auch um den Kulturbetrieb, glaubt man…
Arbeiten ohne Netz
Andrea Schober schreibt aus der Sicht der Gewerkschaften. In Österreich gibt es zurzeit ca. 55.000 Freie Dienstnehmerinnen und gut 40.000 Werkvertragsnehmerinnen, Tendenz stagnierend. In diesem Satz stecken schon gleichzeitig die gute und die schlechte Nachricht. Einerseits heißt das, dass sich ca. 100.000 Menschen in Österreich in wenig abgesicherten Arbeitsverträgen und…
Arbeitswelt steht Kopf
Gedankensplitter zu prekarisierten Lebensverhältnissen, bunten Paraden und Selbstschutz-Stechuhren. Willkommen postmoderne Kontrollgesellschaft, Ahoí Unternehmens-Regime! Weg vom analogen, fordistischen Arbeitsmodell bewegt sich Arbeit heute in Richtung allumfassender Produktion, in der das Leben in seiner Gesamtheit mehr und mehr in Verwertungszusammenhängen eingebunden ist. Im ‚Allroundunternehmen Lebensproduktion’ werden nicht nur materielle Erzeugnisse…
Lieb* Les*, * du das liest …
Zum Weltfrauentag denk Tanja Brandmayr über Sprache und dernen Wirkung nach. … hier geht’s um „geschlechtergerechte Sprache“, um KUPF-Praxis und darum, dass Sprache Wirklichkeit konstruiert. Achtung, vielleicht nur eine Kleinigkeit! Warum die aber mit Weltfrauentag, Diskurs, diversen Sprachgefühlen, aber auch mit Kritik an der KUPF zu tun hat, lesen Sie…
Wir alle sind Postmigrantinnen
Julia Engelmayer nähert sich dem Begriff des Postmigrantischen Theaters. Migration ist gesellschaftlicher Alltag und sollte dementsprechend auch auf dem Theater eine Rolle spielen. Zum Begriff des Postmigrantischen Theaters. „Nicht nur wir müssen uns integrieren, sondern alle müssen sich zur Realität hin integrieren“, bringt Asli Kislal das Programm des Postmigrantischen Theaters…
„Integration“ umkehren!
Franz Fend stellte bei der Verleihung des Förderpreises für integrative Kulturarbeit „Stadt der Kulturen“ Ende Januar 2012 das Konzept des Preises und „Integration“ an sich in Frage. Sehr geehrte Damen und Herren, Werte Teilnehmer_innen beim Integrationspreis der Stadt Linz Werte Preisträger_innen. Ich darf mich zuerst einmal bei allen Einreicher_innen zum…
Das Amt, das es nicht gibt: „Treffpunkt Ehrenamt“
Eh scho wissen: Wir befinden uns im europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit. Pro Woche werden in Oberösterreich 2,8 Millionen Stunden ehrenamtlich gearbeitet, rechnet uns das Land OÖ vor. Das könnte aber noch mehr sein, findet das Land, und möchte daher ehrenamtliche Tätigkeiten fördern.Und zwar ganz konkret durch die Einrichtung einer Anlaufstelle…
Wüst?
Von Blumen und Wildkräutern und Josef Pühringers zwanzigjährigem Dasein als Kulturpolitiker. Zwanzig Jahre ist es her, dass Landeshauptmann Josef Ratzenböck seinen Landesrat Josef Pühringer gefragt hat: „Wüst de Kultur?“ Dieser wollte. Zwei Dekaden sind es schon. Nein, eigentlich 38 Jahre, wie der Altlandeshauptmann unterstreicht, denn zusammen mit seinen 18 Jahren…
Im oberösterreichischen Theatergebälk
Während das Musiktheater Formen annimmt, kracht es bei den heimischen Gruppen ordentlich im Gebälk. Und zwar vor allem bei jenen, die ihr Schaffen tatsächlich unter den Status der vollerwerblichen, freischaffenden Bühnenarbeit gestellt haben. Das Musiktheater nimmt Formen an, Pressekonferenz im November 2011: Landeshauptmann Josef Pühringer, Intendant Rainer Mennicken, der kaufmännische…
Produzierende sollen Priorität haben
Nach zehn Jahren hat sich die Stadt Linz entschieden, den Kulturentwicklungsplan (KEP) zu evaluieren und neu zu fassen. Der Prozess wurde im September 2011 gestartet und läuft – unter Einbindung einer großen Öffentlichkeit – bis Mai 2012. In ihrer Funktion als Mitglied der Steuerungsgruppe für den KEP sprach die KUPF…
Besser als nichts – das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien
Österreich und die katholische Kirche verbindet eine lange gemeinsame Geschichte unter den streng katholischen Habsburgern. Dieses Erbe prägt uns noch heute. Dollfuß schloss einen weitreichenden Vertrag mit dem Vatikan ab, in dem Rechte und Privilegien der Kirche festgelegt wurden und der bis heute gültig ist. An diesem Konkordat kratzt nun…
Die üblichen Verdächtigen! …oder: Die Ergebnisse des „Ersten Linzer Frauenberichtes“.
„Heimat bist du großer…“ Auch auf die Gefahr hin, mit der Erwähnung der leidigen Bundeshymnen- Diskussion zu langweilen, sie ist mir beim Lesen des Ersten Linzer Frauenberichtes nicht aus dem Kopf gegangen. Es ist halt so eine Sache mit den Töchtern und Söhnen … Frauenstadträtin Eva Schobesberger fasst es…
Das politische Rad
Klemens Pilsl und Christian Diabl haben zwei Menschen aus dem Organisationsteam des Cyclocamp, Zwili und Max, zum Gesprächgebeten. Ende Juli treffen fahrradbewegte Aktivistinnen aus ganz Europa in der schönen Donaugemeinde Ottensheim zum Cyclocamp 2011 zusammen, um sich über ihre gemeinsame politische und kulturelle Arbeit auszutauschen. In Workshops, Diskussionen und Partys…
Über Geld reden
Patricia Köstring über Grundlagen der Kampagne »Fair Pay für Kulturarbeit« Darf in Zeiten des großen Sparens über »Mehr Kohle« geredet werden?Eine Kampagne der Ländervertretung der IG Kultur Österreich stellt die Fragenach (leistungs)gerechter Bezahlung für Dienstnehmerinnen und Freiberuflicheinnerhalb der autonomen Kulturarbeit. Der Freiwilligenbericht des BMASK von 2009 versuchte sich auch an…








