Liebe Kulturinteressierte!

Edithorial

Die Zielgruppen von FIFTITU% und maiz wären zu spezifisch, ihre Vereinsarbeit passe damit ab 2018 nicht mehr ins Kerngeschäft des Frauenlandesreferats – so lautete die Begründung für die Streichung der Förderung durch das Referat. Doch wer genau sind die Zielgruppen von maiz und FIFTITU%? Valentine Auer porträtiert das tägliche Geschäft der beiden KUPF-Mitgliedsvereine.

An mediale Angriffe von der FPÖ ist man bei maiz gewöhnt. Dass nun aber die beiden Ressorts von Frauen- und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander die Agenda der FPÖ erledigen und maiz die Förderung streichen, erstaunt. Wäre es nicht klüger, sich als junge, konservative Politikerin hier etwas weltoffener zu positionieren? Um die Frauenpolitik der ÖVP besser zu verstehen, hat Valentine Auer mit der Leiterin der OÖVP Frauen, Doris Schulz gesprochen: Die ÖVP und der Feminismus. Maria Pernegger hat danach einige Fragen zur Rolle von Frauen in der Politik und Frauenpolitik beantwortet.

Die Kürzungen des Landes OÖ werden Realität und treffen viele Fraueninitiativen hart. Auch bei den Bundesförderungen werden weitere Einschnitte befürchtet. Mit welchen Strategien Frauenorganisationen schwarz-blauer Frauenpolitik begegnen, erzählen vier Mitgliedsvereine der KUPF.

Noch bis 4. April kann man eine Unterstützungserklärung für das Frauenvolksbegehren abgeben. Im Sommer 2018 findet die eigentliche Unterschriftenwoche statt. Bleibt Zeit, um für das Frauenvolksbegehren zu mobilisieren. Wie sich Kulturschaffende und Kulturvereine einbringen können, verraten Wiltrud Hackl und Kathrin Quatember.

Oberösterreich ist im Bundesvergleich Schlusslicht beim Angebot an Kinderbetreuung. Nun wurden Gebühren für die Nachmittagsbetreuung eingeführt und die Lage verschlimmert sich. Da hilft der sogenannte «Familienbonus» wenig. Er kann die unflexibleren Öffnungszeiten und zusätzlichen Gebühren nicht aufwiegen, wie Klaus Baumgartner anhand der Einkommen mehrerer Familien aus dem Kulturbereich berechnet hat: Kindergartengebühr frisst „Familienbonus“.

Warum #metoo in der oberösterreichischen Theaterlandschaft bisher kein Thema war, hat unsere Autorin recherchiert: #MeToö?! Ist Identitätspolitik eine Sackgasse, aus der nur Klassenkampf wieder herausführt? Dieser Frage geht Brigitte Theißl nach: Klassenkampf 4.0. Ist die Freie Szene eine Männerpartie? Tanja Brandmayr berichtet über Mansplaining in der Redaktion der KUPFzeitung.

Tamara Imlinger, derzeit bildungskarenzierte Leiterin der KUPFzeitung, lebt seit letztem Sommer in Leipzig – und blickt über den Tellerrand: Körper, Küche, Kommunismus.

Zeit für einen Rück- und Ausblick ist es auch einige Monate nach der erfolgreichen Initiative #kulturlandretten. Thomas Diesenreiter bilanziert: Es geht nicht nur ums Geld.

Mitte Mai diskutieren der Open Commons Kongress und die Medienkonferenz #mediana18 den demokratischen Auftrag des medialen Diskurses. Worum es dabei geht, erzählen Fanja Haybach und Magdalena Reiter im Interview über das  medienpolitische Symposium in Linz.

Heraus aus dem Abstellkammerl – Ex Kabinett! Ana Threat und Tamara Imlinger schreiben künftig abwechselnd nicht mehr eine reine Rock- sondern eine Musikkolumne.

Andi Wahl danken wir für seine jahrelange Kolumne! Ein neues Thema greift Eva Egermann in ihren Fieberträumen – Crip Chronicles auf.

Zuletzt ein Aufruf: Feminismus frei Haus liefert die an.schläge. Sie versorgt ihre Abonnent/innen acht Mal im Jahr mit fundiertem feministischem Journalismus. Wer diese Versorgung auch in den kommenden Jahren sicherstellen will, schließt ein Abo ab unter www. anschlaege.eu!

Edith Huemer
geht jetzt das Frauenvolksbegehren unterstützen.

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Liebe Kulturinteressierte

Tamara Imlinger, leitende Redakteurin der KUPFzeitung, über diese Ausgabe

Der Begriff „Kulturkampf“ taucht in den letzten Jahren immer wieder und in verschiedenen Kontexten auf. Die KUPFzeitung nimmt sich dem Begriff nun an, nicht um eine Ausgabe lang zu behaupten, dass wir uns im Kampf befinden, sondern um zu kontextualisieren, potentielle Schauplätze zu beschreiben und Fragen einzubringen. Sind die Errungenschaften und Folgen der Aufklärung – von Wissenschaftlichkeit bis Sozialstaat – und die Demokratie in Gefahr? Wer sind die Akteur*innen und mit welchen Mitteln wird gekämpft, bedroht und sich gewehrt? Sechs Beispiele rechtspopulistischer Strategien und sechs Vorschläge, wie man ihnen begegnen könnte, umreißt Barbara Tóth.

Einen Überblick, woher der Begriff „Kulturkampf“ kommt und wie mit ihm das Verhältnis von Staat und Religion verhandelt worden ist, gibt Michael Wimmer. Zur Wiederauflage dieser Debatte berichtet Thomas Schmidinger aktuelle Beispiele aus Österreich und deckt auf, was dahintersteckt. Alev Korun veranschaulicht, was “unsere Werte” bedeuten und inwiefern das Leitende in “Leit-Kultur” eine Rolle spielt.

Gegenwärtig stehen Frauenrechte unter massivem Beschuss: Zweifel an Selbstbestimmungsrechten werden wieder salonfähig, gleichzeitig sinkt das parteipolitische Interesse an “Frauenpolitik”. Sonja Ablinger denkt über die Herausforderungen des Feminismus nach und schließt mit einem Zitat von Clara Zetkin: “Erst recht!”. Als Kolumnistin neu mit dabei ist Jelena Gučanin und auch sie erklärt, warum wir Emanzen brauchen. Unterstützt werden die Protagonistinnen der verschiedenen Frauenbewegungen von unserer neuen, anonym verfassten Sexkolumne und von der Rockkolumne – weil unsere Kolumnistin Ana Threat das Popfest Wien kuratiert, darf mich derzeit ich im Kabinett Rockmusik umhören.

Hat die Linke die Kategorie “Klasse” verloren und die soziale Frage vernachlässigt? Barbara Blaha spricht mit Florian Walter über gesellschaftliche Klassen, die Illusion der Chancengleichheit und über Gründe für politischen Optimismus. Am Klassenkampf dranbleiben wird für uns Dorothea Dorfbauer, Vorsitzende der Sozialplattform, mit ihrer neuen Sozialkolumne.

Erstmals ist auch Barbara Eppensteiner mit ihrer Kommunikationskolumne an Bord, sie wird sich regelmäßig mit Versuchen zu Welt und Medien melden. Die Gnackwatsch’n geht dieses Mal an den österreichischen Umgang mit der Förderung von Medien.

Die Medienmacher*innen der KUPF sind mit einer Redaktionsklausur ins neue Jahr gestartet und werden in Zukunft noch enger zusammenarbeiten und die verschiedenen Kanäle – von Social Media über Blog bis Radio – gezielt bespielen. Flaggschrifft bleibt die KUPFzeitung. Im Rahmen der CIVILMEDIA wird die KUPF gemeinsam mit den freien Medien Oberösterreichs heuer erstmals die #mediana17 – Konferenz zu Medien, Demokratie und Kultur ausrichten. Wir sehen uns Mitte Juni in Salzburg.

„Unserem“ Kulturkampf – also inwiefern die freie Kunst- und Kulturszene bedroht wird und engagiert ist – widmet sich Christian Diabl. “Unsere“ Stärken heben Protagonist*innen der oberösterreichischen Freien Szene hervor – in der Rubrik Mitgegeben und auch im Leitartikel, der von Peter Kuthan kommt. Er hat sich beim KUPFsamstag, der Mitgliederversammlung der KUPF, zu Wort gemeldet und für uns seinen Input zur jetzigen Zeitenwende aufgeschrieben. Um den KUPFsamstag und um die Rolle der KUPF kreisen die Gedanken von Klemens Pilsl in seiner Bürokolumne.

the future is unwritten
Tamara Imlinger
für die Redaktion

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