Frauen – Kultur – Frauen (1997)

Die Studie bietet einen informativen Einblick in Frauen – Kultur, Feminismus, Sozilisation, Rollenspiele uvm.

 

Nach Kapiteln geordnet werden die Geschichte der „Frauenfrage“ und deren Anfänge erörtert (wobei es auch viele kunstschaffende Frauen wiederzuentdecken gibt); wird dem Begriff des Feminismus nachgespürt und feministische Theorien besprochen; werden die Mechanismen der „heiligen (männlichen) Ordnung“ freigelegt; die Situation von Frauen im Hochschulbereich beleuchtet; die Verzerrung und Ausbeutung der Weiblichkeit durch mänliche Kunst-, Sex- und Werbeproduktion analysiert; wird der Geschichte der permanenten Vereinnahmung von weiblichen Kunst- und Kulturleistungen durch männliche Kollegen, die Beschäftigungslage von Frauen in der österreichischen Medien- und Kulturindustrie, sowie einige Beispiele von Frauen-Selbstorganisation dargelegt. Der ausführliche Statistikteil am Ende der Studie führt noch einmal drastisch vor Auge, daß auch im Kultur- und Kunstbereich die Situation der Frauen schwer im Argen liegt. Alles in allem, eine interessante Lektüre die nicht nur heiligen Zorn auslöst, sondern auch Mut macht, die Verhältnisse – wie sie sind – nicht mehr länger hinzunehmen.

Inhalt

Sylvia Amann: Frauen und Kultur & Kultur durch Frauen

Elisabeth Vera Rathenböck: Übervölkerung der Ränder – ein Kulturschiksal? Zum Geleit

Elisabeth Vera Rathenböck: Brot und Rosen. Historischer Abriß – Kleine Chronologie des 20. Jahrhunderts – Die Frau und das Bildungssystem – Noch ein Blick in nächster Nähe – Sozialer Prozeß – Wenn Frauen schreiben … – „Andere“ Schriftstellerinnen – „Dann wär‘ es für die Frau wohl an der Zeit, Gottes Tochter zu werden“ – Bildende Künstlerinnen – Die Rolle der kunstschaffenden Frau in einer kunstinteressierten Öffentlichkeit – Psyche und Soma – Lieder in der Frankfurter Küche – Das Gesetz der Familie beginnt beim Gesetz des Staates – Exkurs: Strategien des Vergessens – Träger der göttlichen Zeichen – Exkurs zu den Tugenden der Lebensentwürfe – Männliche Tugend – Weibliche Tugend

Was ist Feminismus? Geschlechter als soziale Konstruktion (Sex/Gender) – Differenz und Gleichheit (Ansatz 1) – Gleichberechtigungs-/ Gleichstellungspolitik (Ansatz 2) – Feministische Theorien – Die gläserne Decke – Kulturelle Beispiele aus dem regionalen Raum – Andere Körper

Irene Faehndrich: „Die Sozialisation ist geschlechtlich wie der Mensch“ Reduziert sich Haltung auf Pose?

Elisabeth Vera Rathenböck: Rollenspiele. Hosenrolle – Frauen ex aequo – „Kommt eine Frau an Bord, geht das Schiff gleich unter“ – Kultur von allen für alle? – Unterstützende Thesen zu frauenpolitischen Aktivitäten – Grammatik der Epigonen: Konzept/Projekt versus Konzession/Prozeß – Am Anfang war die Parole – Was also tun? – Die Regel der umgekehrten Proportionalität – Wie also tun?

Eva-Maria Kósa: Cultural Reproducers? Zur Bildungssituation von Künstlerinnen im kulturpolitischen Kontext.

  1. Kulturproduktion versus akademische Kunst?
  2. Gesellschaftliche Funktionen und Akzeptanz. Die Kunst und das „Weibliche“ im Vergleich
  3. Kulturpolitik und Curriculum – die Verweiblichung des Systems? – Zwei Beispiele curricularer Konzeptionen – Kritik am Curriculum – Exkurs: Frauen und Akademie …
  4. Bildungsniveau undProfessionalisierungsgrad von KünstlerInnen – Zusammenfassung – Wie gebildet sind KünstlerInnen und wie gebildet müssen sie sein? – Die Einschätzung der Kunst(aus)bildung in der öffentlichen Meinung und ihre Anerkennung in der Gesellschaft. – Das Thema Bildung und der offizielle Kunstbetrieb. – Der Stellenwert von Bildung in der wissensbasierten Organisationsgesellschaft – Bildungskampf … – … als Geschlechterkampf – Reform der Kunsthochschulen
  5. Nachtrag: Beispiele für kulturpolitisch motivierte Bildungsinitiative

 

Elisabeth Vera Rathenböck: Forbidden Fruits oder: Wie wir lernten, die Bilder nicht mehr zu sehen. Schöpfung oder Transformation – Von Objekten und Subjekten des Begehrens Manuskripte einer und einer Blutarmen

Brigitte Zehethofer: Double bind – Double mind. Frauen in der österreichischen Kulturmaschinierie Beispiele: Interuniversitäre Koordinationsstellen für FrauenforschungLinz/Graz/Wien/Salzburg – Autonomes Frauenzentrum, Linz – INSEL Scharnstein, Mädchen- und Frauenzentrum – FRAUENhetz Wien – Salzburger Künstlerinnen (Auszüge) – Frauen-Kultur-Zentrum Salzburg

Mater-Realien Die Hälfte der Welt der Frauen (Auszüge der Ergebnisse einer Aktionswoche der österreichischen Fraueneinrichtungen) – Cyberfeminism: The world, the flesh, and the woman-machine relationship – ANTWORTEN zum Fragebogen (Beilage zur Umfrage der IG-Kultur Österreich 1996) und Versuch einer Darstellung – THESEN als Anregung zu einer Diskussion – Alice am Stammtisch

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