Wir veröffentlichen gerne diese heutige Stellungnahme, die wir vollinhaltlich unterstützen:
Bei zusätzlichen Kürzungen der Bundesförderungen droht vielen regionalen Kulturinitiativen die Luft auszugehen. Die Konsequenz wären ein deutlich eingeschränktes Kulturangebot außerhalb der Metropolen und etablierten Einrichtungen. Das geht zulasten Kunstschaffender, aber auch der regionalen Identität und der Entwicklung attraktiver Lebensräume. Der OÖ. Landeskulturbeirat unterstützt eine Initiative von Dr. Christian Strasser.
An Kulturminister Andreas Babler und die Bundesregierung ergeht der dringende Appell, im Budgetvoranschlag 2027 eine verbindliche Sicherung des Finanzierungsvolumens festzuschreiben. Gefordert wird ein klares politisches Bekenntnis zur Absicherung der freien Kunst- und Kulturarbeit.
„Ziel muss sein, die kulturelle Nahversorgung zu gewährleisten, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen und die soziale Lage Kunst- und Kulturschaffender zu verbessern. Darüber hinaus ist mittelfristig eine kontinuierliche Anhebung der Mittel für die Kulturszene in den Bundesländern notwendig, um eine faire und ausgewogene Verteilung der Förderungen sicherzustellen“, sagt Christian Strasser
Die angekündigten Kürzungen bei den Ermessensausgaben des Bundes sorgen im Kunst- und Kultursektor für erhebliche Verunsicherung. Nach aktuellen Plänen sollen die direkten Förderungen bis 2029 ressortübergreifend um insgesamt 800 Millionen Euro reduziert werden. Für die regionale Kunst- und Kulturszene könnten daraus Einschnitte von über 60 Millionen Euro resultieren. Unter Berücksichtigung der Inflation würde dies einem realen Rückgang der Finanzierung um rund ein Drittel über die Legislaturperiode hinweg entsprechen.
Die konkrete Umsetzung sieht vor, dass alle Ressorts ihre Fördermittel ausgehend vom Budget 2026 schrittweise kürzen: um 3,2 Prozent im Jahr 2027, 5,8 Prozent im Jahr 2028 und 8,4 Prozent im Jahr 2029. Diese Entwicklung hätte gravierende Auswirkungen auf die freie Kulturszene, die regionale Infrastruktur, Arbeitsmöglichkeiten sowie die Planungssicherheit von Künstler*innen und Kulturinitiativen. Bereits jetzt sind viele Einrichtungen durch gestiegene Kosten und fehlende Rücklagen stark belastet.
Darüber hinaus ist es dringend notwendig für eine gerechtere Verteilung der Bundesmittel im Kunst,- und Kulturbereich zu sorgen. Oberösterreich etwa bildet mit lediglich 7 Euro pro Einwohner*in und Jahr das Schlusslicht bei der Bundes-Kulturförderung, während in Wien rund 38 Euro pro Kopf zur Verfügung stehen (ohne Bundeseinrichtungen)
Regionale Kulturvereine haben eine zentrale Rolle: Sie schaffen Orte der Begegnung, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sichern kulturelle Nahversorgung insbesondere im ländlichen Raum. Gleichzeitig sind sie ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, da Veranstaltungen regionale Wertschöpfung erzeugen, Aufträge für Kreativschaffende, Gastronomie, Technik und andere Dienstleister schaffen und die Attraktivität der Regionen als Lebens,- und Arbeitsorte erhöhen.
Dr. Christian Strasser, MQ Direktor a.D., Aufsichtsrat der European Academy of Science and Arts
Für den OÖ. Landeskulturbeirat: Dr.in Christine Haiden, Vorsitzende
