p/art/icipate #02 – Call for Articles

Gesucht werden Beiträge für das eJournal p/art/icipate #02 zum Thema ENGAGE! Kunst, Politik und kultureller Widerstand: The first act of politics is simply to act” (Duncombe, 2002). In einer Gesellschaft, die sich selbst als inneres Funktionsprinzip eingeschrieben hat, das zu konsumieren, was andere produzieren, erlangt die Aktivität der kulturellen Produktion politische Bedeutung. Diese Beobachtung hielt Stephen Duncombe in seinem Cultural Resistance Reader (2002) fest.

Kultureller Widerstand und zivilgesellschaftliches Engagement benötigen demnach immer auch einen kollektiven Prozess, bei dem sich die mitwirkenden Personen mit neuem Wissen und neuen Fähigkeiten ausstatten und der schlussendlich zum Sprungbrett dafür werden kann, politisch aktiv zu werden. Soweit die optimistische Betrachtung, denn Duncombe verweist darauf, dass kultureller Widerstand ebenso auch nicht existiere und nicht existieren könne, da jegliche kulturelle Äußerung augenblicklich im Kanon des dominanten Machtgefüges aufgehe und als Flucht vor der Form der Politik verstanden werden könne, gegen die man sich eigentlich auflehnen möchte.
Mit diesen beiden weit auseinanderliegenden Betrachtungsweisen kulturellen Widerstandes möchte sich die kommende Ausgabe von p/art/icipate an kulturelle und künstlerische Praxen nähern und untersuchen, wie Aktivismus (wie etwa das russische Künstlerinnenkollektiv Pussy Riot), Schmäh (wie etwa die international agierende österreichische Gruppe monochrom), ja sogar affirmative Strategien (wie etwa The Yes Men) diese – behaupteten – dichotomen Positionen zusammendenken.
 Ein weiterer Fokus liegt auf dem in Duncombes Band umrissenen Kulturbegriff und der Befähigung, sich durch kulturelles Agieren dominanten politischen, ökonomischen und/ oder sozialen Strukturen zu widersetzen. Aber wie kann Kultur bzw. kulturelles Engagement über den bloßen Widerstand hinausgehen? Wann hören wir auf, von Kultur zu reden, und wann meinen wir eigentlich Politik und/ oder Gesellschaft? Wie und wo ist die Kunst als besondere Form kultureller Praxis zu verorten? Und welche künstlerischen Strategien sind dabei auszumachen?

Wir laden daher WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und Personen aus der kulturellen Praxis dazu ein, sich an dem Call for Articles zu beteiligen. Die ausgewählten Beiträge werden im März 2013 in der zweiten Ausgabe von p/art/icipate gemeinsam mit internationalen GastautorInnen erscheinen.

Einreichung von Abstracts (max. 500 Wörter mit kurzer Biographie) bis 10.12.2012 an florian.bettel@sbg.ac.at. Fertige Artikel (in Deutsch oder Englisch) bis 3.2.2013.

Details & Infos

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