Replik zum Ausblick! Part II!

Versprochen ist versprochen, und nachdem der Pilot zur Serie schon auf Kommentare gestoßen ist, gibt es jetzt die Fortsetzung.
Lassen sie mich also weiter eintauchen in den Ausblick, den das Intendantenteam von Linz 09 gewährt und lassen sie mich darauf antworten:

Nr. 2 Neue Konzepte statt Ideologien!

Einleitend steht hier der Satz: „Zu diesem Klima gehört, dass Linz weiterhin unnötige ideologische Barrieren abbaut“. Um es gleich vorweg zu nehmen: Um welche Ideologien es sich handelt, die – nach Meinung der Linzversteher(Innen) – wird einmal außen vor gelassen. Vielleicht sprechen sie ja von den „ideologischen Staatsapparaten“. Dann wäre die Diskussion zumindest spannend. Aber so weit geht es dann doch nicht.

Was hier hochtrabend als Neue Konzepte präsentiert wird, liesst sich dann so: „Linz09 ist stolz darauf, neue Allianzen geschaffen zu haben – zwischen Kultur und Wirtschaft insgesamt etwa, oder zwischen Kultur und Tourismus.“ Sind das die neuen Konzepte? Kultur trifft Wirtschaft, Kultur trifft Tourismus? Aber hallo, wann ist ihnen denn das eingefallen?

Linz 09 hat „dezidiert auf einen Wettbewerb der Ideen gesetzt“ Aber Ideen wozu? Zur Positionierung der Stadt? Zu einem partizipativen Miteinander außerhalb der oft engen Grenzen des Kulturbegriffs. Nein, nein. Was hier in der Überschrift steht – zumindest der zweite Teil – ist eigentlich Teil des Konzeptes von Linz 09 gewesen, um das hier einmal sehr pauschal zu formulieren: Nur ja keine Ideologie in die Kunst und Kultur bringen. Amusement rules! Reflektiert wird nach 2015.

Am Ende muss auch noch die Freie Szene für ein Bashing herhalten, wenn die Intendanz verlauten lässt: „Aber es bleibt noch vieles zu leisten. […] Oder in der so genannten Freien Szene, wo vielfach die reflexhafte Verteidigung kultur- und gesellschaftspolitisch längst überholter Stellungen die lustvolle Entwicklung von Neuem verhindert.“
Wieder müssen sie sich nicht erklären, wie praktisch. Was kann den gemeint sein mit den überholten Stellungen? Feminismus, Quotenregelung, Kulturarbeit von MigrantInnen. Alles überholt bei der Intendanz! Lieber etwas Neues entwickeln.
Freilich, gesellschaftliche Realitäten auszublenden scheint – so lese ich das – Aufgabe der Kunst zu sein. Und verteidigen sollen sich die Betroffenen selbst!

Es ist jammerschade, was hier an Worthülsen in eine Debatte geworfen wird, die notwendigerweise geführt werden müsste.
Aber mit dem Duktus der „Allwissenden Müllhalde“ wird es wohl nicht zum diskutieren kommen.

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