Ein Wunsch ans Geld der Welt

Mit dieser Ausgabe gibt es den Salon Sozial ein Jahr lang. Ich bin dankbar, dass ich dieses Podium nutzen durfte und darf. Und das in der turbulenten Coronazeit. Daher möchte ich nun die Utopie spinnen, was ich aus Sicht der Sozialorganisationen tun würde, hätten wir «Geld, Geld, Geld» (unter diesem Motto steht schließlich diese Ausgabe der KUPFzeitung):

Wir würden dafür Sorge tragen, dass auf den Applaus für Pflegekräfte ein neues Entlohnungssystem folgt, das nicht nur höhere Gehaltsklassen bringt, sondern auch mehr Zeit für Arbeit am und mit Menschen. Es ist unwürdig, Pflegeleistungen im Minutentakt erbringen zu müssen.

Wir würden eine Kindergrundsicherung einführen, die Kindern gleiche Chancen ermöglicht – in der Bildung, im sozialen Miteinander, im Beruf, im Leben! Mit pädagogischer und psychologischer Frühförderung bauen wir Defizite ab und fördern die Integration.

Wir würden unsere Flüchtlingsunterkünfte und unabhängige Rechtsberatung wieder öffnen, um Menschen, die vor Krieg, Terror und Tod flüchten, eine professionelle und humanitäre Anlaufstelle in Sicherheit zu bieten.

Ich hätte noch einige Punkte auf meiner Liste. Schön ist es in meiner Utopie … Doch kommen wir zurück zur Realität. Wir stehen wahrscheinlich in der größten gesundheitsbedrohenden Krise seit Tschernobyl. Allem Anschein nach kriegen wir das aber über kurz oder lang in den Griff. Die Frage ist, welche Narben bleiben, und: Was haben wir gelernt? Ich hoffe, dass wir am Ende näher zusammengerückt sind und uns, gesamt-gesellschaftlich betrachtet, nicht spalten haben lassen. Da derzeit viel Geld in Hilfspakete geschnürt wird – von regionaler bis zu europäischer Ebene – möchte ich zusammenfassend einen Wunsch an den Einsatz dieses Geldes richten: Möge es in das Miteinander investiert werden und in den Zusammenhalt einer vielfältigen, bunten und pluralen Gesellschaft. Dann sind wir insgesamt durch diese Krise reicher geworden. Nachsatz: Alle Ausgaben des Salon Sozial entstehen unter Verzicht auf ein Honorar – zugunsten der freien Kunst & Kultur und Meinungsäußerung.

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