Mit 100.000 Euro dotiertes Sonderförderprogramm EXTRA27 sucht Kulturprojekte, die sich dem Thema Vermächtnis widmen.
Das 2021 vom Land Oberösterreich und der Kulturplattform Oberösterreich (KUPF OÖ) initiierte und mit 100.000 Euro dotierte Sonderförderprogramm EXTRA geht 2027 in die vierte Runde. Kulturinitiativen und künstlerische Kollektive sind eingeladen, Projekte zum Thema „Vermächtnis – Die Macht der Erzählung“ einzureichen. Dabei gilt: kreativ und innovativ zu sein, zeitgeistig, genresprengend, die Gesellschaft reflektierend und hinterfragend.
„Vermächtnis“ – dabei geht es um den Umgang mit dem Erbe, mit dem, was der Zukunft vermacht und wie diese Zukunft gestaltet wird. Diese Überlegungen können sowohl gesellschaftspolitisch, künstlerisch als auch kulturarbeiterisch betrachtet werden.
„Das Sonderförderprogramm EXTRA hat es sich zur Aufgabe gemacht, innovative kulturelle und künstlerische Projekte zu ermöglichen, die sich einer vorgegebenen Thematik widmen. Für EXTRA27 suchen wir Ideen, die sich mit allen Facetten des Themas Vermächtnis auseinandersetzen. Voraussetzung ist ein starker regionaler oder lokaler Bezug.
Die Frage nach dem, was bleibt, treibt uns alle um. Gerade ein Blick aus der Kunst- und Kulturszene kann neue Perspektiven eröffnen und entscheidende Impulse für unsere Gesellschaft geben“, sagt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.
„Die KUPF OÖ sieht es als sehr wichtig, dass wir das Sonderförderprogramm EXTRA bereits zum vierten Mal gemeinsam mit der Abteilung Kultur des Landes Oberösterreich ausschreiben können. Die konstruktive Zusammenarbeit ermöglicht es, mit dem Thema Vermächtnis spannende und zeitgeistige Projekte zu unterstützen, die sich zum Beispiel mit der Arbeit mit Communities beschäftigen. Ganz besonders einladen zur Bewerbung möchten wir auch kleine, lokale, persönliche und experimentelle Projekte von jungen und neuen Kulturinitiativen und Kollektiven“, sagt Marlies Auer, stv. Geschäftsführerin der Kulturplattform Oberösterreich.
OPEN CALL EXTRA27
VERMÄCHTNIS. DIE MACHT DER ERZÄHLUNG
Das Land Oberösterreich und die Kulturplattform Oberösterreich laden ein, für das Sonderförderprogramm EXTRA27 Kunst- und Kulturprojekte zum Thema Vermächtnis einzureichen.
Was bleibt? Was entsteht aus dem, was uns geblieben ist? Wer erzählt und wer hat die Macht, dass diese Erzählung weitergetragen wird? Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass es von immenser Wichtigkeit ist, wer die Deutungshoheit über Geschehnisse behält und das Vermächtnis bestimmt. Geschichten heute werden ganz anders erzählt. Das Flüchtige und Kurzlebige ist selbstverständliche kulturelle Praxis. Was bedeutet das und was bleibt als Erbe für spätere Generationen
davon übrig? Wer hat die Macht zu lenken, was wie dokumentiert wird?
Gemeinschaft entsteht über gemeinsames Geschichtenerzählen. Je mehr Perspektiven in die Erzählung einfließen, desto facettenreicher und nachhaltiger wird diese. Kultur an sich wird nicht in Archiven gespeichert, sondern lebt in Erinnerungen und Beziehungen. Menschen, die im kulturellen Leben aktiv sind, erleben das in ihrem Tun.
Communityarbeit ist ausschlaggebend für ein resilientes Kulturleben. Wie schaffen es Vereine und Institutionen, eine vielfältige Gemeinschaft erlebbar zu machen? Wie kann diese, aufbauend auf der eigenen Geschichte, vertrauensvoll an ihrer Zukunft arbeiten? Können in einer Zeit von Alterseinsamkeit und Jugendlichen ohne Perspektiven, Räume geschaffen werden, die einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen und die als Vermächtnis niemanden ausschließen?
Der Umgang mit dem Erbe, was der Zukunft vermacht wird und wie diese Zukunft gestaltet wird, sind Themen, die sowohl gesellschaftspolitisch, künstlerisch als auch kulturarbeiterisch bearbeitet werden können. Die achtsame und inklusive Auseinandersetzung damit schafftdie Möglichkeit, Resilienz aufzubauen und für nachfolgende Generationen wirksam zu bleiben. Eine Kernaufgabe des kulturellen Lebens.
EXTRA27 sucht nach Projektvorhaben, die sich aufbauend auf den oben genannten Themen mit dem Vermächtnis beschäftigen. Dies kann mit Blick auf die Arbeit mit Communities, dem kulturellen Erbe sowie aus persönlicher Sicht passieren. Der kulturelle oder künstlerische Zugang kann dabei aus allen Sparten kommen oder interdisziplinäre Ansätze verfolgen. Auch kleine, lokale, persönliche und experimentelle Projekte von jungen oder neuen Kulturinitiativen sowie
Kollektiven sind eingeladen, sich zu bewerben.
Was wird gefördert?
Das Sonderförderprogramm Extra26 lädt zur Einreichung von Projekten, die sich inhaltlich auf den obenstehenden Ausschreibungstext beziehen. Diese müssen im zeitgenössischen kulturellen Bereich angesiedelt und künstlerisch beziehungsweise kulturarbeiterisch motiviert sein. Von allen Einreichungen wird Sensibilität bezüglich Genderfragen und gesellschaftlichen Ausschlussmechanismen erwartet.
Wie wird gefördert?
Förderanträge können bis 15. Juni 2026 mittels Onlineformular unter der Förderschiene Projektförderung gestellt werden. Im Titel ist die Bezeichnung Extra27 anzuführen.
Die jurierten Projekte müssen im Jahr 2027 begonnen oder realisiert werden und bis Ende 2027 vollständig abgeschlossen sein (Umsetzung, Abschlussbericht, Belegabrechnung). Gewünscht ist auch die Berücksichtigung fairer Honorar- und Arbeitsbedingungen nach Fair Pay.
Eine fünfköpfige Jury aus regionalen und überregionalen Expertinnen und Experten im Bereich der zeitgenössischen Kunst- und Kulturarbeit wählt in einer Sitzung im Oktober 2026 Projekte aus den Einreichungen und wird diese dem Land OÖ zur Förderung empfehlen. Für die Bestellung der Jury gilt ein Vorschlagsrecht für zwei Personen durch die Kulturplattform Oberösterreich, die auch die Moderation der Jurysitzung übernimmt. Zwei weitere Jurymitglieder werden von der Kulturdirektion Land OÖ vorgeschlagen, ein Juryposten wird von einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter der Landeskulturdirektion besetzt. Das Datum der Jurysitzung wird den einreichenden Personen zeitgerecht bekanntgegeben. Alle Projekte erhalten eine begründete Zu- oder Absage.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Voraussetzung ist, dass die Projekte in Oberösterreich stattfinden oder von Oberösterreich ausgehen und über einen starken regionalen oder lokalen Bezug verfügen. Bereits begonnene oder abgeschlossene sowie bereits vom Land OÖ/Abteilung Kultur subventionierte Projekte können nicht durch das Sonderförderprogramm Extra27 finanziert werden.
Abwicklung / Antragstellung
Die Antragstellung kann mittels Onlineformular erfolgen. Hier ist Projektförderung als Förderschiene auszuwählen.
- Im Projekt-Titel ist Extra27 anzuführen.
- Eine kompakte, das Projekt erläuternde Kurzfassung (max. 700 Zeichen) sowie eine detaillierte Beschreibung des Vorhabens, die Motivation und Relevanz in Bezug auf den Ausschreibungstext und regionale Gegebenheiten erläutert und Informationen über Projektbeginn und -dauer enthält.
- Kurze Selbstdarstellung der einreichenden Personen
Die Einreichungen müssen ein Budget, mit realistisch kalkulierten und sich deckenden Projektkosten und -einnahmen sowie einen Zeitplan beinhalten. Die gewünschte Fördersumme muss klar deklariert sein. Weitere Förder- und Finanzierungszusagen, sofern bereits vorhanden, sind beizulegen. Projekte können nur anteilsmäßig gefördert werden, die maximale Förderung beträgt 80 % der veranschlagten Gesamtkosten.
Weitere Informationen können Sie dem Ausschreibungstext entnehmen.
Hier gehts zur Einreichung.
