Creative Europe und tektonische Verschiebungen im Kunstbetrieb

„Creative Europe“, das neue Kulturprogramm der EU hat bereits im Vorfeld für heftige Diskussionen gesorgt. Denn erstmals sind auch Unternehmen angesprochen und können Projekte zur Finanzierung einreichen. Darüber hinaus ist ein neues Finanzierungsinstrument in Planung, das im Wesentlichen in einer Ausfallshaftung für einen rückzahlbaren Kredit bestehen wird. Die Betonung liegt dabei auf „rückzahlbar“.   Diese Verschiebung hat zwei Seiten, mindestens. Einerseits  steht natürlich außer Frage, dass sich die Arbeitsrealitäten vieler Kunstschaffender längst dahin verschoben haben, sowohl in einem kommerziellen wie auch im „freien“, künstlerischen/kulturellen Bereich tätig zu sein, weil die Miete ja nun mal irgendwo herkommen muss. Andererseits ist aber …

Weiterlesen …

Kulturpolitischer Aschermittwoch

Aufruf zum 1. Gesamtoberösterreichischen Kulturpolitischen Aschermittwoch am 9. Februar 2005.   Von Peter Baier-Kreiner Der „Kulturpolitische Aschermittwoch“ ist in Ried im Innkreis seit vielen Jahren ein Begriff, mit Unterbrechungen findet er, getragen von Kulturinitiativen der Region, seit den neunziger Jahren statt. Seinen bisherigen Höhepunkt erlebte die Bewegung Anfang 2000 zeitgleich mit der Bildung der ersten schwarz-blauen Regierung, der bislang letzte Kulturpolitische Aschermittwoch fand 2003 statt. In den vergangenen Jahren haben sich, so scheint es, viele BürgerInnen hierzulande ? auch Kulturschaffende und -vermittlerInnen ? an vieles gewöhnt: Der große Widerstand gegen die ÖVP/FPÖ-Koalition ist abgeklungen, obwohl die Politik dieser beiden Parteien …

Weiterlesen …

„Da wird wirklich Zukunft produziert“

Über den Innovationstopf 2014 zum Thema Ressource spricht Projektleiter Klemens Pilsl mit Sigi Ecker von Radio FROheim. Wie läuft die Organisation generell ab? Ein Innovationstopf ist erstaunlich bürokratisch und aufwändig für eine kleine Organisation wie die KUPF. Es gibt ein gutes Jahr Vorlaufzeit: Wir – ein Teil des KUPFvorstands und ich – versuchen, ein Ausschreibungsthema zu finden, das für die Szene der freien Zeitkultur relevant ist. Schlagworte wie Raum, Feminismus, Nachbarschaft gehen uns durch den Kopf. Wir lassen uns auch von außen beraten und kristallieren aus einem Schlagwort ein bestimmtes Thema heraus. Zu diesem sind Kultur- und Kunstinitiativen eingeladen, ein …

Weiterlesen …

Splitter & Termine

Glückwünsche Wiederum feiern einige unserer Mitgliedsvereine Geburtstag: 20 Jahre Rossmarkt/Grieskirchen 15 Jahre Kulturprojekt Sauwald/Schärding 10 Jahre Textile Kultur/Haslach 10 Jahre Programmkino/Wels 10 Jahre Guten Morgen/Vorchdorf Ohne die engagierte und innovative Arbeit der Vereine und ihrer AktivistInnen wäre die Kulturlandschaft Oberösterreichs um Vieles ärmer. Wir wünschen Euch und uns weiterhin viel Kraft und Energie, um Widrigkeiten und Probleme zu überstehen und freuen uns auf die nächsten Jahrzehnte mit Euch.     Gugg Braunau SchauspielerInnen gesucht   Das Gugg/Braunau sucht für die Eigenproduktion ‚Das Liebeskonzil‘ von Oskar Panizza SchauspielerInnen (auch AnfängerInnen) ab 18 Jahren. Casting: von 2. bis 4. Juni 2000, Proben: …

Weiterlesen …

ad OÖ Musiktheater

Letzte Woche eröffnete in Linz ein neues Musiktheater. Die KUPF begrüßt natürlich Investitionen in Kunst und Kultur, hat aber einige Bedenken bezüglich der kulturpolitischen Implikationen. Besonders schade ist es, dass die heimische Medienlandschaft unreflektiert die Marketing-Parolen der Verantwortlichen übernimmt. Als kleine Alternative dazu haben wir via SCOOP.IT einige kritische Positionen versammelt, die sich fernab eines freiheitlichen Kunst-Bashings oder plumper Hochkultur-Kritik mit dem Musiktheater beschäftigen. lesen auf scoop.it

Knowledging the Background

Vlatka Fretic über das gleichnamige Innovationstopfprojekt.   Projekte zu und über Migrantinnen werden vorwiegend von Mehrheitsangehörigen konzipiert, geleitet und natürlich verfügen die Letztgenannten auch über entsprechende Zugänge zu Ressourcen. Dieser Umstand wurde schon so oft beschrieben, kritisiert und angefochten, dass es fast banal klingt. Trotzdem: Die Situation hat sich nicht bedeutend geändert. Das bei der KUPF eingereichte Projekt „Knowledging the Back- ground“ ist ein Versuch diese Sackgasse, abseits der vereinfachenden Gegenüberstellung von Migrantinnen und Mehrheitsangehörigen, abseits des Entweder-Ihr-oder-Wir-Prinzips, zu hinterfragen und Gegenstrategien zu entwickeln und zu erproben. Die Projektmitarbeiterinnen, Helga Hofbauer und die Verfasserin dieses (zu kurzen) Textes möchten in …

Weiterlesen …

piefke20100220195257.jpg

Germanophobie und Selbstverkennung

Wenn man nach langer Zeit wieder einmal in den Zug nach Berlin steigt, erschrickt man: wo kommen bloß all die Deutschen her? Der arrogante, aggressive Klang ihrer Sprache nervt nach wenigen Minuten. Zugegeben: man mag sie nicht.

Das Schöne ist aber: wenn man nach kurzer Zeit wieder in den Zug zurück nach Linz steigt, bemerkt man sie sofort: Österreicher. Was haben die bloß alle in Berlin gemacht? Die primitive und animalische Klangfarbe ihrer Sprache zeugt vom barbarischen Wesen. Und natürlich mag man sie nicht.

Die Kniende

Tatort Museumpark der Landesgalerie Linz.

In geheimer Mission wurde dort Donnerstag Nacht von zwei Linzer Künstlerinnen ein „Tapp- und Tastkino“ nach Valie Export an zwei Skulpturen realisiert. Als Auftraggeberin bekannte sich Fiftitu, die im Rahmen von Lustvoll Böse mit feministischen Aktionen Aufmerksamkeit erregen.
Export trug 1968 einen Karton über dem nackten Oberkörper. Passanten auf der Straße durften nach ihren Brüsten grapschen. Die beiden Linzer Künstlerinnen haben nun zwei Skulpturen ein Tastkino verpasst. Diese sind zwar stumm, aber was ins Auge springt, sind die Titel der Skulpturen. Und es werden mit dieser Aktion wieder aktuelle Fragen in den Raum gestellt: Was ist der „natürliche Körper“ (der Frau)? Und was die Bilder, Projektionen und Codes?

Die Aktion wurde vom Museum mittlerweile legitimiert.

Jugendkulturtage in St. Georgen an der Gusen

Der KUPF-Jugendinnovationstopf unterstützte die Jugendkulturtage in St. Georgen an der Gusen. Hier ein kleiner Bericht um was alles es dabei ging.   von Andi Wahl Was man wissen muß Der Name St. Georgen an der Gusen und Gusen haben in manchen Regionen Europas einen unschönen Klang und reihen sich direkt ein in Ortsnamen wie Dachau, Buchenwald, Auschwitz und wie sie alle heißen, die Schreckensorte der europäischen Zeitgeschichte. In Gusen, nur etwa fünf Kilometer von Mauthausen entfernt, wurde bereits im Dez. ’39 ein Nebenlager des Konzentrationslagers Mauthausen errichtet. St. Georgen, weitere fünf Kilometer entfernt, entwickelte sich in weiterer Folge zum bevorzugten …

Weiterlesen …

Heute: Das Leben – ein Rausch

Thomas Rammerstorfer über den Rausch als konstitutives Merkmal der Rechten.   „Wer nie stand auf der Mensur, im Rausch sich nie bekotzt die Montur, der ist kein rechter Mann…“ spottete der großartige, später von den Nazis ermordete Jura Soyfer über die deutschnationalen Burschenschafter und deren Trinkverhalten. Die Sauferei ist natürlich nicht ausschließlich ein Phänomen der extremen Rechten, aber nirgendwo sonst wird sie derart idealisiert und ritualisiert wie in der rechtsextremen Szene – ganz egal ob bei den proletarischen Nazi-Skins oder den upper-class-kiddies aus den rechten Studentenverbindungen. Wo die Ängstlichkeit zu Hause ist, wird der Alkohol gebraucht. Damit werden die Feigen …

Weiterlesen …

Bock auf was Neues

Christian Diabl berichtet, warum das Bock Ma’s Festival heuer zum letzen Mal stattfand   Bock Ma’s fand heuer zum letzten Mal statt. Die Szene trauert, Gerüchte und Spekulationen begleiteten das Ende des Vorzeigeprojektes. Bei genauerer Betrachtung ist es natürlich schade um das Festival, doch kein Grund für Depressionen, denn die Menschen bleiben und wo altes geht, kommt neues. Eines scheint sicher: Von den Aktivistinnen rund um das Freiwerk werden wir auch in Zukunft viel hören. Bock Ma’s ist kein Kommerzfestival und schon deshalb was besonderes. Die Organisatorinnen reihen sich ein in den wachsenden Widerstand gegen die restriktive und menschenrechtswidrige Asylpolitik …

Weiterlesen …

KultUrwald der KUPF OÖ

Die KUPF OÖ hat ein kleines Grundstück im Norden des Mühlviertels erworben um dort einen klimaresistenten Mischwald zu pflanzen, den KultUrwald.
Verena Humer spricht mit Thomas Diesenreiter über dieses Herzensprojekt und Renee Chvatal erörtert mit unserem Förster Andi Wahl, was es mit klimaresistenten Bäumen auf sich hat und spricht auch über die Grenzen eines solchen Projekts.
Unter www.kulturwald.at habt ihr die Möglichkeit zu spenden oder Baumpat*innen zu werden!
Im Vordergrund steht dabei nicht die wirtschaftliche Profitmaximierung, sondern ein Beitrag zur Absicherung der natürlichen Lebensräume der regionalen Fauna und Flora und dem Bekämpfen der Klimakatastrophe.

HÖRbar, LESbar, SICHTbar Medien von Frauen für Frauen

Radioarbeit als Motor gegen das postfeministische Gespenst von Daniela Fürst   Die Frauenradio-Redaktion „SPACEfemFM“ geht seit Herbst 2000 regelmäßig on Air. Eines von mittlerweile zahlreichen Beispielen engagierter Frauen und Mädchen, die sich ihre eigene, ganz frauenspezifische mediale Öffentlichkeit schaffen. Und das aus gutem Grund. Wozu feministische Medien? Seit den 1990er Jahren geistert das postfeministische Gespenst in den einschlägigen Diskursen herum. Der Feminismus ist überholt, flüstert es, Geschlecht als Kategorie ist längst obsolet, poltert es. Grundsätzlich ja keine schlechte Aussicht, würde ausnahmsweise mal das große „Aber“ fehlen. Nicht nur, dass Theorie und Praxis wieder einmal frustrierend weit auseinander klaffen, vielmehr scheint …

Weiterlesen …

Linz 2009 aus der Sicht regionaler Kulturinitiativen

Statements der KUPF-Mitgliedsinitiativen zu Linz 2009 sammelte Birgit Pichler. Die Intendanz des Großprojektes Linz – Kulturhauptstadt 09 ist bereits bestellt, Informationen sind, besonders außerhalb von Linz, noch spärlich. Um aktuelle Tendenzen im Meinungsdickicht zu Linz als Kulturhauptstadt zu Tage zu bringen, befragte die KUPF- Kulturplattform OÖ einige ihrer Mitgliedsinitiativen zum Thema. FIFTITU% / Gabriele Heidecker Kupf: Kulturhauptstadt 2009 – ist das ein Thema für eure Kulturarbeit, welche Möglichkeiten seht ihr daran teilzuhaben? Selbstverständlich ist die Kulturhauptstadt ein wesentliches Thema für FIFTITU% und natürlich wollen auch wir uns einbringen. Dabei geht es uns einerseits darum, unserer Aufgabe als Vernetzungsstelle für Frauen …

Weiterlesen …

Kitzmantelfabrik:

Es hätte so schön sein können. Ein Lehrstück zur Kulturpolitik schildert Klara Legen.   Ein Lehrstück zu Kulturpolitik und kommunaler politischer Kultur. Es hätte so schön sein können. Die Kitzmantelfabrik als Kunst- und Kulturhaus für eine Gemeinde, die lange für die Vielfalt der Kultur gekämpft hat. Insgesamt 10 Jahre wurde an diesem Projekt gearbeitet, um aus der alten Lederfabrik in Vorchdorf einen Ort für eine Kultur der Vielfalt zu schaffen. Jetzt, nach einem Jahr Betrieb werden die Grenzen kommunaler Kulturarbeit deutlich. Bisher war ein Trägerverein für die gesamte inhaltliche und organisatorische Gestaltung verantwortlich. Richard Baldinger, Obmann des Kitzmantelfabrik- Trägervereins schreibt …

Weiterlesen …

Produkt zum Warenkorb hinzugefügt.
0 Artikel - 0,00