Schnelles Fernsehen – Langsames Radio

Reinhold Schachner- Nedherer weis warum Peter Huemer Fernsehen dümmer als Radio findet.   Das Fernsehen sei strukturell dümmer als das Radio konstatiert Peter Huemer. Zu dieser Schlussfolgerung kommt der ehemalige ORF-Fernseh- und Radiojournalist in seinem neuen Buch, das auf langjähriger Erfahrung als Gesprächsleiter in beiden Medien basiert. Speed kills – die Fernbedienung der Fernsehapparatur zielt vermeintlich auf die Beschleunigung der Zeit. Läuft auf einem Kanal ein Gespräch mit längeren Nachdenkpausen, so imaginiert man sich neben Homer Simpson auf das Sofa und raunzt mit ihm im Duett: „Laaaaangweiiilig!“ Der Kanalwechsel möge doch Schreiduelle mit Weinkrämpfen in einer Talkshow liefern oder vielleicht …

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Wollen wir so eine Zukunft?

  Als Thomas Rammerstorfer im März 2010 erstmals auf den Neonaziklub  „Objekt 21“ stieß, dachte er, diese Angelegenheit würde sich schnell erledigen. Trotz der offensichtlichen NS-Progaganda und der kriminellen Aktivitäten vergingen aber beinahe drei Jahre, bis die Handschellen klickten. Um mehr über die aktuellen Entwicklungen und das spezielle „Oberösterreichische Klima“ zu erfahren, bat die KUPF den Rechtsextremismus-Experten zum Interview.     Wie konnte es so lange dauern, bis Objekt 21 ausgehoben wurde?   Ich denke, dass der Misserfolg viele Väter hat. An mehreren sensiblen Stellen, konkret bei der Staatsanwaltschaft Wels, der Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, beim Verfassungsschutz und bei der lokalen Polizei …

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Kulturhäuser

Andi Liebl und Stefan Haslinger berichten von Kernpunkten und Wünschen zweier kulturpolitischer Diskussionen.

„Vor den Spießern auf der Flucht“

Gedanken zur Arbeit in Kulturinitiativen und dessen Gründungen macht sich Martin Böhm   »Ich meine, dass alles schon passiert ist. Zukunft ist schon angekommen, alles ist schon angekommen, alles ist schon da. Es lohnt sich nicht, zu träumen oder irgendeine Utopie der Umwälzung oder der Revolution zu nähren. Es ist alles schon umgewälzt. Ich meine, alles hat schon seinen Ort verloren. Alles hat Sinn und Ordnung verloren. Es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, alles sei schon eingetreten.« Baudrillard Dieser Satz von der Gruppe Tocotronic war oft vielleicht eines von vielen Motiven, warum sich (meist) junge Leute entschlossen, Kulturarbeit zu …

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Abzugsteuer – ein Leckerbissen für den Amtsschimmel

Juliane Alton fragt, welche Möglichkeiten es gäbe, administrativen Wahnsinn abzubauen.   Die Abzugsteuer ist eine Art der Einkommensteuer, die für ausländische Einkommen zu bezahlen ist. Soweit so gut. Bei sieben Arten von Einkünften: aus Land- und Forstwirtschaft, aus selbstständiger Arbeit, aus Gewerbebetrieb, aus nichtselbstständiger Arbeit, aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalvermögen und Sonstigem. Somit ist klar, dass diese – egal wo sie erwirtschaftet werden – irgendwo versteuert werden müssen und dass es dabei um viel Geld geht. Ein „Abzug an der Quelle” (bekannt auch bei der KEST) ist für die Finanzbehörden der bequemste Weg, Steuern zu erheben und die Mühen …

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Gnackwatsch’n #122

Anlass, aber nicht Thema dieser Gnackwatsch´n ist der Papstbesuch.   Der angebliche im Juli und der tatsächliche, jetzt im September. Thema ist aber der gemeine Katholerer. An und für sich, sozusagen. Und natürlich ist die Gnackwatsch´n in diesem schweren Falle von kontinuierlichem Verbrechen eine unangemessene Vorgehensweise. Denn sind wir uns ehrlich: gibt es eine größere Verbrecherbande als die Christenheit, speziell die Katholerer? Ich erinnere kurz: Inquisition, Kreuzzüge, Missionierungen, Steigbügelhalten für die diversen Wirtschaftsphasen der letzten 2000 Jahre, von der Sklavenhaltergesellschaft über den Feudalismus zum modernen Kapitalismus. Grundlegende Verantwortung und Mittäterschaft an allen großen Genoziden der europäischen Geschichte, Stiftung und sorgfältige …

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Über kurz oder lang mittelfristig?

Seit Jahren setzt sich die KUPF – im ständigen Versuch, die Rahmenbedingungen freier Kulturarbeit zu verbessern – mit wechselndem Erfolg dem Land OÖ gegenüber für mittelfristige Förderzusagen ein.   von Udo Danielczyk Aufgabe der KUPF ist die Schaffung eines Umfeldes, in dem sich freie Kulturarbeit entwickeln kann, sei es auf ideeller Seite (durch Schaffung von Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit) oder auf materieller Seite durch Verhandlung und Sicherung der Förderbudgets auf Landesebene und durch ständige Verbesserung der Rahmenbedingungen freier Kulturarbeit. In diesen Bereich, zwischen kulturpolitische und gewerkschaftliche Agenden, fällt eben auch die mittelfristrige Finanzierung. Nachdem in den letzten Jahren einige wesentliche Erleichterungen …

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Befreite Radios

Elisabeth Neubacher über Freie Medien, Kulturjournalismus und Finanzierung

Sobini

365 tage zirkus im jahr. mitten in linz. wer kennt nicht das linzer pflasterspektakel? tausende schaulustige drängen sich durch die linzer innenstadt und belustigen sich an den dargebotenen straßenkünsten. künstlerinnen aus dem in- und ausland stehen drei tage lang auf der größten kleinkunstbühne österreichs und freuen sich über das spendable publikum. die akzeptanz dieses genre an den verbleibenden 362 tagen im jahr ist wohl Ð wie die aus der not heraus zu straßenkünstlerinnen werdenden menschen Ð eine andere geschichte.   von andi liebl das geheimnis der tricks und das schöne an nummern ist auch für den eigenen gebrauch sinnvoll. gerade …

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Eine Balance zwischen künstlerischem Handeln und sozialem Agieren

Festival der Regionen-Intendant Gottfried Hattinger im Interview: Es geht um die Arbeitspraxis in den Regionen, die kommunikative Kompetenz von Kultur; und die Kunst zu provozieren – ohne gleich mit dem Arsch ins Gesicht zu springen. Der Schwerpunkt des Festivals der Regionen liegt programmatisch und namensgebend bei Kunst und Kultur in den Regionen. Dennoch ist es mehr als kulturelle Nahversorgung. Ich darf es mal so sagen: Man schaut, was die Region hergibt; man fügt der Region was bei; man bearbeitet. Ist das so? Und, vielleicht können Sie einen kurzen Abriss skizzieren: Wie geht man in der Regel in die jeweilige Region …

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Langversion: Die KUPF macht sich selber schwach

Stefan Haslinger im Gespräch mit Georg Ritter, langjähriger Kunst- und Medienaktivist der Linzer Stadtwerkstatt, und kritischer Beobachter der KUPF, anlässlich des 20 Jahre Jubiläums der KUPF. Dies die Langversion des Interviews, die Kurzversion wurde in der KUPF-Zeitung Nr. 118 veröffentlicht. Du bist seit Anfang der 80er Jahre in der Stadtwerkstatt aktiv. Wie hast du die Gründung der KUPF miterlebt, bzw. was waren die Gründe, warum die Stadtwerkstatt bis heute nicht Mitglied der KUPF ist? Das wesentliche für unsere Auffassung in den 80ern, auch im Gegensatz zur KUPF war, dass wir uns in der Stadtwerkstatt als Kunstarbeiter verstanden haben, und weniger …

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Lieber Franz!

Ein Brief an unseren Herrn Kunststaatssekretär von Mata Hari.   Endlich komm ich dazu, dir zu schreiben, wollt dich eigentlich eh anrufen, aber vielleicht habt ihr im Klub gerade wieder kollektives Schweigeseminar, und da will ich dich nicht unnötig in Versuchung führen. Weißt, ein bisschen erschreckt hast mich schon, wie du nach der Pressekonferenz, ich habe gerade mein Aufnahmegerät eingepackt und du schleichst dich hinterrücks an mich ran und fragst mich um einen Termin!!! „Ja, ja die Zeit kommt sicher, meine kleine Schwester …“ dacht ich wäre dein Motto, wenn es um Frauen im Kunstbetrieb ging, aber nein „da kriegst …

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Von der Ignoranz der Männer und der Duldsamkeit der Frauen

Einige Gedanken und Erkenntnisse, die auf der Tagung „ungehalten“ am 26./27. April Ô00 veranstaltet von den Frauenbüros der Stadt und des Landes Salzburg sowie auf der Tagung „Wahnsinnsweiber? Weiberwahnsinn“ am 26. Mai Ô00 veranstaltet vom Institut für Frauen- und Geschlechterforschung Linz, festgehalten wurden.   von Herta Gurtner „Das nächste Jahrhundert gehört uns“ – das proklamierten schon die Frauen um 1830 vor der fanzösischen Revolution, wie Frau Dr. Gabriella Hauch im Rahmen der Veranstaltung „Wahnsinnsweiber? Weiberwahnsinn? Wer braucht Feminismus“ am Absolventinnentag der Universität Linz feststellte. Auch mit dem Jahrtausendwechsel war dieser Slogan in allen Medien wieder zu finden – allein mir …

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Lobbyisten der Content-Industrie veröffentlichen „Weißbuch“ – die IG Kultur hält dagegen

Die von Verwertungsgesellschaften und -industrie finanzierte Lobby-Initiative „Kunst hat Recht“ hat ein „Weißbuch zur Bedeutung des geistigen Eigentums für Österreichs Kunstschaffende“ herausgegeben. Die darin geäußerten Ansichten widersprechen natürlich diametral den Meinungen, Interessen, Lebensrealitäten und Ansprüchen zahlreicher freier Kulturschaffender und auch derer Interessensvertretungen. Die IG Kultur hat kurzfristig eine kritische Replik zum 9. Kapitel, „Themen der aktuellen Diskussion über das Urheberrecht„, verfasst: hier

Kulturinitiative im Portrait: Verein Kitzmantelfabrik Vorchdorf

Das letzte KI Portrait des Jahres 2010 ist dem Verein Kitzmantelfabrik Vorchdorf gewidmet. Auch dieser Verein ist nun bereits seit Anfang des Jahres Mitglied im Netzwerk der KUPF. Im Gespräch mit Radio KUPF berichtet der Vereinsobmann Richard Baldinger von der Entstehung und Entwicklung des Veranstaltungszentrums sowie des Vereins und blickt natürlich auch in die Zunkunft der Kitzmantelfabrik.

Weblink: www.kitzmantelfabrik.at

… mit allen zur Vernichtung stehenden Mitteln …

Andreas Orukambe im Gespräch mit Rosa Martl vom Verein Ketani.   Lustig ist das Zigeunerleben. So lustig, dass ihm in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten ein Ende gesetzt wurde. Lustig bis zur Vergasung. Um die Roma und Sinti, die ihrer systematischen Ermordung gerade noch entgehen konnten, um ihre Rechtsansprüche, ihren Beistand und ihren Schutz vor Anfeindungen aller Art kümmert sich der Linzer Verein Ketani. Ein Gespräch mit der Ketani-Generalsekretärin Rosa Martl, die im Buch „Uns hat es nicht geben sollen“ unter ihrem Namen Gitta schreibt. KUPF: Frau Martl, Sie haben an der Wanderausstellung „Wege nach Ravensbrück“ und am Film „Vom Leben …

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Vielfalt gemeinsam tragen

Feminismus und Krawall ist eine Allianz aus über 20 Initiativen und weiteren einzelnen Aktivistinnen, die seit letztem Jahr am internationalen Frauentag musikalische, akustische und performative Aktionen an verschiedenen Orten in der Linzer Innenstadt gemeinsam tragen. Auch abseits vom 8. März ist die transkulturelle, frauenpolitische Allianz präsent, „wenn es wichtig ist und es um etwas geht“, beschreibt Oona Valerie Serbest das Selbstverständnis. Sie und Gitti Vasicek sprechen mit Tami Imlinger von der KUPF über ihre Erfahrungen bei Feminismus und Krawall. Wie ist es euch oder dir, Valerie, gelungen, dass sich so viele Initiativen an einen Tisch setzen? Serbest: Weil der Wunsch …

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Linzbilanzen

Andre Zogholy zieht Zwischenbilanz über ein Treffen der Freien Szene Linz mit verantwortlichen Politikern.   Am 27. Jänner luden VertreterInnnen der Freien Szene Linz verantwortliche Politiker der im Stadtsenat vertretenen Parteien ein, Zwischenbilanz zu ziehen. So versammelten sich im Saal der Stadtwerkstatt auf der einen Seite Vizebürgermeister und zuständiger Kulturreferent Erich Watzl (ÖVP), Stadtrat Klaus Luger (SPÖ) und Stadtrat Jürgen Himmelbauer (Grüne). Diesen gegen-über saßen Elfi Sonnberger (Stadtwerkstatt, Stadtkulturbeirat), Harald Schmutzhard (Social Impact) und Andrea Mayer-Edoloeyi (FIFTITU%, KUPF). Als Dompteur des Scharmützels trat der in KUPF-Kreisen wohl bekannte Martin Wassermair den Weg von Wien in die zukunftsträchtige Stahl- pardon, soll …

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