Was Liebe ist

Ich bin jetzt in diesem gebärfähigen Alter. Manche Menschen werden nervös, weil ich nicht mit dem Nestbau beginne – als wäre ich im Verzug. Der richtige Mensch fehle noch, aber der komme bestimmt. Ich sage: „Mir fehlt nichts. Mein Leben ist voll von Liebe.“

Dass ich eine Beziehung nur eingehen möchte, wenn sie zu meinem Leben wirklich etwas beiträgt, gilt oft als naive Wunschvorstellung. Ich fordere, dass Liebesbeziehungen keinen Hoheitsanspruch stellen. Nicht automatisch mehr Raum einnehmen als meine Freund*innenschaften.

Beatrice Frasl schreibt in Entromantisiert euch! eindrücklich darüber, warum Liebesbeziehungen überholt sind und warum wir aufhören sollten, ihnen diesen Sonderstatus zu geben.

Sie schreibt: „Freundschaft wird gerne und oft und in vielen Kontexten vom Wort “nur” begleitet. Wir sind “nur” Freunde, nicht “zusammen”. Dieser Satz hat mich getroffen. Meine Freund*innen begleiten mich teilweise seit über zehn Jahren. Sie waren in meinen schlimmsten und schönsten Momenten da, wir vertrauen uns bedingungslos. Sie sind alles für mich – aber ganz sicher kein “nur”. Trotzdem wird erwartet, dass eine Liebesbeziehung an erster Stelle steht. Ein bisschen besonderer. Ein bisschen wichtiger eben.

Ab dem Moment, in dem ich eine Beziehung eingehe, soll ich alles teilen und vollständig vertrauen – obwohl wir uns vielleicht erst kurz kennen. Das gilt als selbstverständlich. Und genau das ist absurd.

Dieses Buch nimmt romantische Beziehungen genau unter die Lupe. Es zeigt, wie Verliebtsein zu absurden Entscheidungen führt, welche Rolle romantische Liebe im Konsumkapitalismus spielt, wie Sexualität zentralisiert und platonische Liebe abgewertet wird. Es beleuchtet u.a. mit zahlreichen Quellen warum heteronormative Beziehungen für cis-Frauen oft gesundheitsschädigend, für cis-Männer dagegen gesundheitsfördernd sind. Und zeigt, warum wir uns von der romantischen Liebe abwenden können – und worauf wir stattdessen den Fokus im Leben legen sollten.

Ein Buch für alle: Singles, Vergebene, Verheiratete. Es lehrt uns vor allem eines: Unsere Freund*innen sind das Größte. Und wir sollten sie auch so behandeln.  

„Wenn ich an Liebe denke, denke ich ganz oft an meine Freund*innen.“

Produkt zum Warenkorb hinzugefügt.
0 Artikel - 0,00