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Neue Kulturhäuser, Königswiesener Trivial Pursuit und die neuen EU-Kulturförderprogramme im Überblick

 

B 124 Königswiesen

Königswiesen wurde 1147 erstmals urkundlich erwähnt. Damals stiftete Otto von Marchland einen beträchtlichen Teil seines Besitzes zur Gründung des Klosters Säbnich, welches später nach Waldhausen verlegt wurde. Seit damals sind 850 Jahre vergangen, eine runde Zahl also, die allerlei „Festlichkeiten“ nach sich zieht. Die Kulturinitiative B 124 nutzte die allgemeine Jubiläumsstimmung zur Umsetzung einer Idee, die schon seit einiger Zeit innerhalb des Vereins diskutiert wurde. Dabei ist ein Gesellschaftsspiel entstanden (eine Art Trivial Persuit), das alles Wissenswerte über die Gemeinde Königswiesen enthält. Seit Jahresbeginn wurden beinahe 1000 Fragen zusammengetragen, aber auch die Holzschatullen, in denen die Spiele untergebracht sind, wurden in „Eigenregie“ zusammengebaut. Insgesamt wurden 100 Stück davon angefertigt, ein Exemplar liegt zur Besichtigung im KUPF-Büro auf. Nachahmung wird dringend empfohlen! Appelliert an den Heimatstolz Eurer „Gemeindeväter“, wenn es um die Finanzierung geht. Verwendet das KUPF-Exemplar für Eure „Budgetverhandlungen“, wenn Ihr ebenfalls ein solches Projekt umsetzen wollt. Zwei Aspekte, die Euch dazu motivieren sollten: nach außen hin hat uns das Projekt einen beträchtlichen Imagegewinn eingebracht – und innerhalb der Vereins hat sich das Gefühl der Zusammengehörigkeit wesentlich verstärkt. B 124, M arkt 19, 4280 Königswiesen.

Sieben Wochen gegen Rassismus

Derzeit läuft im Wiener Werkstätten und Kulturhaus (WUK) eine bunte Veranstaltungsreihe gegen Rassismus, die noch bis 15. November dauern wird. Das WUK bietet in allen Programmsparten Veranstaltungen an, die sich künstlerisch und wissenschaftlich mit dem Themenkomplex Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auseinandersetzen. Das genaue Programm wird von der WUK-Pressestelle gerne zugesandt (Tel: 01-40121-34, e-mail: wukpress@t0.or.at)

PA-Verleih

Die KUPF-Initiative „Zeit-Kult-UR-Raum-Enns“, kurz d’Zuckerfabrik, verleiht ihre PA-Anlage gerne weiter. Die beinahe funkelnagelneue Anlage beschallt spielend Räume für bis zu 500 Personen und kommt um 6.000,- je Tag samt Techniker zu Dir. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich einzelne Geräte auszuborgen. Kontaktperson ist Christian Wagner (Tel: 07223-7700; 0664-3261476).

Geld oder Leben

Unter diesem Motto finden heuer zum dritten Mal die Oberösterreichischen Kultur Vermerke in Gmunden statt. Leitthemen sind, die manche mysthisch veranlagte Personen angesichts der bevorstehenden Jahrtausendwende überfallenden, Ängst und Reaktionen von Kunst und Kultur auf die immer weiter um sich greifende Deregulierungen in der Gesellschaft. Werden zukünftig DemokratInnen oder BörsenmaklerInnen darüber entscheiden, welche Kunst es geben kann? Ist die Ästhetik der Warenwelt die Kunst unserer Tage? Und wer, ja wer kann an ihr teilhaben? Zu diesen und verwandten Fragestellungen werden sich vom 21. – 26. Oktober KünstlerInnen, Wirtschaftstreibende, PoetInnen und PhilosophInnen unterhalten. Ergänzt wird das Programm durch künstlerisches Abendprogramm, Workshops sowie einen literarisch geprägten Abschluß mit Lesungen zu den Themen „Sinnliches Geld“ und „Schreiben auf Leben und Tod“. Außerdem wird das Festival der Regionen am 25. Okt. bei dieser Veranstaltung das Geheimnis lüften, ob es dieses Festival auch in Zukunft noch geben wird, und wenn ja, in welcher Form. Informationen: KULTURBÜRO Jutta Skokan & Partner, Eisenhowerstr. 12, 4600 Wels (Tel: 07242-47494, 0663-9272607, 0664-1001866)

KünstlerInnen helfen KünstlerInnen

Das seit 1994 bestehende albanisch-österreichische Ensemble TIRA hat sich zum Ziel gesetzt, die Situation der albanischen Künstlerinnen zu verbessern. Ein wesentliches Problem der Kunst- und Kulturschaffenden in Albanien sind die fehlenden Organisationsstrukturen. Und da Hilfe zur Selbsthilfe die beste Hilfe ist, haben sich die Leute von TIRA in den Kopf gesetzt, am Aufbau eines albanischen KünsterInnenmanagements mitzuwirken. Zu diesem Zweck entschlossen sie sich zur Produktion einer CD mit albanischer Folklore. Der Reinerlös soll dann in das Projekt fließen. Um eine möglichst große Effizienz zu erreichen, suchen sie nun Partner, die ihnen bei der Verwirklichung dieses Projektes helfen können (z.B. Verteilungssystem/Verkaufsstellen für die CD, Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring der Produktion, Auftrittsmöglichkeiten). Interessierte melden sich bei: Ingeborg Habereder (Am Inn 48, 4783 Wernstein, Tel: 07713-6061) oder Karl Do blhammer (Fr. Stelzhammerstr. 8, 4770 Andorf, Tel: 07766/2126

Alle Hände voll zu tun Kein Märchen zum Thema Kulturarbeit

Es war im September 1996, als die Stad Steyr die ehemalige Tischlerei Röder im Wehrgraben ersteigerte und dem „Trägerverein für das Jugend- und Kulturhaus“ zur Verfügung stellte. Seit diesem bahnbrechendem Ereignis sind viele arbeitsreiche Momente vergangen und ein mögliches Teilziel ist in greifbarer Nähe. Wände wurden zum Umfallen gezwungen, Schornsteine wurden abgetragen, Böden herausgenommen und wieder verlegt, eine Feuermauer errichtet, Toilettenanlagen installiert, unzählige Sitzungen abgehalten, Proberäume adaptiert, Pläne geschmiedet, Subventionsansuchen gestellt, und und und. Wenn uns die Götter gut gesinnt sind, dann können wir Ende Oktober mit einem spektakulären Fest die Vollendung des ersten Bauabschnitts feiern. Die strengen Auflagen für die Veranstaltungsgenehmigung und die äußerst dünne Subventionsdecke sind nur zwei der vielen Stolpersteine, die uns im Weg liegen. Doch unsere überaus fleißige „Schaufelgruppe“, die den Umbau bewältigt, ist der festen Überzeugung, daß wir es mit vereinten Kräften schaffen. Arbeitsstunden, Sachspenden und Kontobewegungen in Millionenhöhe sind natürlich jederzeit willkommen und wer Lust und Laune hat, sich in irgendeiner Form einzubringen, der oder die greife einfach zum Telefon und melde sich im Kulturhausbüro. Eröffnung: Freitag 24. und Samstag 25. Oktober mit: Attwenger, Dharma Bums Insane, Sonora Superstar Soundsystem, Schöller und Bacher, Umbaufilm, Artistik, Jonglage, … Adresse: Jugend- und Kulturhaus , Gaswerkgasse 2, 4400 Steyr, Tel./Fax 07252/76285

EU-Förderungen KALEIDOSKOP

Die Ausschreibung der Europäischen Kommission läuft noch bis 1. Dezember 1997 Die Europäische Kommission hat nun wiederum ihr Kaleidoskop-Programm für Kunst- und Kulturprojekte mit europäischer Dimension ausgeschrieben. Dies ist der letzte Aufruf zur Einreichung von Projekten bevor die Programmschiene 1998 ausläuft.

Das Programm umfaßt zwei Aktionen, für die die EU einen Zuschuß gewährt: Aktion 1 – Unterstützung für Kulturveranstaltungen und -projekte, die partnerschaftlich oder in Netzwerken durchgeführt werden. Bedingungen: # Organisationen und Akteure aus mindestens 3 Mitgliedsstaaten der EU oder EFTA/EWR-Ländern bzw. als Drittland auch Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Estland, Lettland und Litauen.

# Einen Schwerpunkt bilden Netzwerke, die den Zugang der Bürger zur Kultur fördern.

# Das Programm umfaßt folgende Gebiete: darstellende Kunst, bildende oder visuelle Kunst, angewandte Kunst sowie Multimedia als künstlerische Ausdrucksform.

# Finanzierung: Der Beitrag der Gemeinschaft darf 25 % der Gesamtkosten des betreffenden Projekts nicht überschreiten und auf keinen Fall höher als 50.000 ECU sein. Projekte mit einem Gemeinschaftsbeitrag von weniger als 5000 ECU werden im Kaleidoskop-Programm nicht gefördert.

Aktion 2 – Umfangreiche Aktionen europäischer Zusammenarbeit Die Bedingungen für die Aktion 2 orientieren sich grundsätzlich an der Aktion 1, es müssen aber zumindest 4 Länder beteiligt sein. Auch Kulturveranstaltungen, die anläßlich des Europatages am 9. Mai organisiert werden, können aus der Aktion 2 gefördert werden.

Die Antragsformulare und die detaillierten Ausschreibungsbedingungen können bei der Europäischen Kommission – Vertretung in Österreich, Kärtnerring 5 – 7, 1010 WIEN, Tel: 01/516 18 310 bestellt werden. Diese müssen ausgefüllt bis spätestens 1. Dezember 1997 (Poststempel) an die Kommission nach Brüssel geschickt werden. Falls die federführende Organisation aus einem Drittland kommt, endet die Bewerbungsfrist am 2. März 1998. Die Bekanntgabe der ausgewählten Projekte findet vor dem 15. April 1998 statt. Die Einreichungen müssen bis spätestens 18. Oktober 1997 an die Kommission in Brüssel geschickt werden.

RAPHAEL

Angebotsabgabe bis spätestens 18. Oktober 1997 1) Aufruf zur Angebotsabgabe für Maßnahmen und Initiativen zur Verbreitung einer europäischen Dimension zur Erhaltung und Kenntnisvertiefung des europäischen Kulturerbes. Ziel der Ausschreibung ist, die Zusammenarbeit auf europäischer Dimension im Bereich des gemeinsamen kulturellen Erbes zu unterstützen. Dies kann in Form von Seminaren, Konferenzen, Workshops, Kongressen, Ausstellungen usw., in Bereichen wie Archäologie, Architektur, Felskunst, Handwerk oder Völkerkunde etc. erfolgen. Im Vordergrund steht der Aufbau einer dauerhaften, aktiven Zusammenarbeit und die Sensibilisierung für den Erhalt des Kulturerbes. An Projekten, die von Raphael finanziert werden sollen, müssen sich mindestens drei Organisationen aus EU-Mitgliedsstaaten beteiligen. Aber auch Drittländer können teilnehmen. Angebote können von nationalen, regionalen oder lokalen Behörden, Nicht-Regierungsorganisationen, Kulturvereinigungen und Unternehmen eingereicht werden, die noch im Jahr 1997 beginnen und spätestens bis Ende Februar 1999 abgeschlossen werden.

2) Aufruf zur Einreichung von Kooperationsvorschlägen für die Untersuchung, den Erhalt und die Erschließung des vorindustriellen europäischen Kulturerbes Die im Rahmen dieses Themas zu berücksichtigenden Kulturgüter sind Bauwerke mit mechanischen Vorrichtungen, die mit Hilfe der Windenergie, Wasserkraft oder Tierkraft angetrieben werden und der vorindustriellen Produktion dienten. Mindestens drei Organisationen aus Mitgliedsländern bzw. auch unter Beteiligung von Drittländern müssen sich beim Projekt einbringen. Bewerben können sich öffentliche oder private Stellen, d. s. nationale, regionale oder lokale Behörden, gemeinnützige Vereinigungen, Stiftungen, Nicht-Regierungsorganisationen und Unternehmen, wobei die Aufgabe der Projektkoordination nur von einer öffentlichen Einrichtung oder einer gemeinnützigen Vereinigung übernommen werden kann.

Die Formulare für beide Förderschienen sowie die genauen Richtlinien können bei der Europäischen Kommission – Vertretung in Österreich, Kärtnerring 5 – 7, 1010 WIEN, Tel: 01/516 18 310 bestellt werden.

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