Wunschträume eines Idealisten

Immer wieder: die Forderung nach radikaler Transparenz! Über das Kulturleitbild berichtet Stefan Haslinger.   Ein beliebtes (österreichisches) Spiel ist es, knapp vor dem Ende, dem Abschluss eines Prozesses, dessen Sinn in seiner Gesamtheit noch einmal in Frage zu stellen. Das kann zwar euphemistisch als Reflexion betrachtet werden, in Wirklichkeit resultiert es zumeist aus einer Unsicherheit, einer Ungewissheit ob des Dargebrachten. So geht es mir zur Zeit mit dem oberösterreichischen Kulturleitbild. Je näher der Zeitpunkt kommt, an dem es beschlossen werden soll, umso mehr frage ich mich, wofür das jetzt gut war, ist oder sein wird. Einen Effekt hat Dr. Julius …

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Die Mühen der Ebenen

Irgendwann muss endlich begonnen werden, die eklatanten ökonomischen Ungleichgewichte zwischen Frauen und Männern zu beenden, meint Andrea Mayer-Edoloeyi.   Am 9. April 2008 wurde auf Einladung von FIFTITU% zum Thema Gender Budgeting diskutiert. Eingeladen waren Dr.in Birgit Buchinger, Gender-Budgeting-Expertin und Reg.Rat Peter Rieder, der beim Land Oberösterreich für die Umsetzung dieses Themas zuständig ist. Was ist denn das schon wieder? – Gender Budgeting? Hier geht es darum, die Erkenntnis, dass öffentliche Budgets die gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Prioritäten verkörpern, in die Praxis umzusetzen. Gender Budgeting ist die Integration des Zieles der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in die Haushaltspolitik. …

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Haben sich die Bedingungen und Umstände geändert?

Aileen Derieg untersucht die Freie Szene Linz.   Möglicherweise beruht die ganze Misstimmung in Bezug auf Linz09 schlichtwegs auf einem Missverständnis: die Linzer Freie Szene ist nicht – und war auch nie und soll auch nie werden – eine klar definierbare, festgelegte Gruppierung, auch nicht eine delegierte Vertretung und schon gar nicht eine eigene Institution. Es handelt sich um einen chaotischen und streitbaren, mitunter auch widersprüchlichen Haufen von Einzelpersonen und Gruppen in wechselnden Zusammenhängen, die einiges an Einstellungen und Selbstverständnis gemeinsam haben. Diese Szene ist auch nicht getrennt vom gesamten Kulturleben dingfest zu machen, weil kaum eine größere Veranstaltung in …

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Radiodialoge – Stimmen der Vielfalt

10 Jahre freie Radios – 10 Jahre interkultureller Dialog. Von Albert „Sidi“ Heidelmeir.   Allen, die es noch immer nicht bemerkt haben und jenen, die es schon wieder vergessen haben, zur Erinnerung: Wir befinden uns mitten im Jahr 2008, dem „Europäischen Jahr des interkulturellen Dialoges“. 1 Die Hälfte dieses Jahres ist nun bereits vergangen, und es scheint so, als würde dem Begriff »interkultureller Dialog« die nötige Strahlkraft fehlen. Wie sonst ist es zu deuten, dass bis dato keine größeren öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten zum Thema zu verzeichnen sind? 2 Unter den wenigen, die sich in größerem Rahmen an diesem Jahr des interkulturellen …

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Lieber Josef!

Doppelagentin Mata Hari unterwegs in ihrem Kill-Bill-gelben Lamborghini.   Du drehst dich ja auch ganz schön im Kreis, obwohl du schon so ein alter Hase im Geschäft bist. Aber eh klar, in Zeiten der Orientierungslosigkeit müssen ein paar klare Gedanken gefasst werden. Ist dir schon aufgefallen, dass im Wort Orientierung der Orient steckt? Nichtsdestotrotz scheinst du in deinem neuen Leitbild zur Integration nur einen einzigen Ausrichtungspunkt zu kennen: Wie erreiche ich maximale Kontrolle durch maximale Nützlichkeitsbetonung. Weil Integration ist zuerst mal nützlich und das soll es bleiben. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob die Bilder im Integrationsleitbild von den …

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SICHTBAR.

– ist nicht der Name des Beitrags der kleinen Tourismusgemeinde Strobl zur oberösterreichischen Landesausstellung 2008 im Salzkammergut. Obwohl er es ist. Von David Guttner.   Unter dem, laut den AusstellerInnen ‚prägnanten’ Titel Salzkammergut, findet die diesjährige Landesschau verteilt auf 14 Gemeinden im Salzkammergut statt. Mit nicht minder pointierten und eindrücklichen Untertiteln wie Menschen, Mythen, Monarchen oder Jetzt ist Hallstattzeit. Das St. Gilgen und Strobl dabei schon auf Salzburger Territorium liegen, wird so eng nicht gesehen. Schließlich assoziiert man die allseits bekannte Salzkammergutlustigkeit und Rösslkurbeharrlichkeit gemeinhin eher mit dem Salzburgrischen, auch wenn das Innere Salzkammergut in Wahrheit, … aber das würde …

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Zeit trifft Wort im Bild

C.W. Ellmann über eine umtriebige Comicszene in Pöstlingberghausen.   Es tut sich was in Pöstlingberghausen. Mindestens 4020 mal so viel wie je zuvor. Es gilt die Kunde von drei ungustiösen Publikationsrüpeln aus der übel verleumdeten Comicgosse zu verbreiten, die vor der Massenapathie das Bein heben und ihr Geschäft z’Linz verrichten. Die Welt der Comics zaubert den meisten, die bloß die schale Oberfläche betrachten, die Schamesröte ins Antlitz und provoziert ein angespanntes Hüsteln, ob der vermuteten Trivialität. Die Postmoderne macht natürlich auch nicht vor der Comicgegenwart einen Bogen, jedoch verwehrt sich in dieser vieles dagegen. Die „Goldrausch“- Stimmung etwas „Neues“ zu …

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Ohrmuscheln aufgesperrt!

Oder: Wenn Dezibel selbst die Lautstärke regelt. Ein Portrait von Richard Schachinger.   Die Headline mag im ersten Moment etwas Verwirrung stiften, doch dieser Text ist keine Abhandlung der gemeinhin bekannten Maßeinheit für Lautstärken. In den folgenden Zeilen tauscht nämlich schallbezogene und kulturpolitische Lautstärke den Platz. Daher Ohren auf für das neue Mitglied der KUPF aus Vorchdorf: „Dezibel – Sound and Visions“! Was Kulturarbeit und kulturpolitische Auseinandersetzung in einer Region alles bewirken kann, stellt die junge Kulturinitiative Dezibel eindrucksvoll unter Beweis. Im Juni 2006 wurde die Vereinsgründung vollzogen und innerhalb der letzten zwei Jahre machte Dezibel mehrmals auf sich aufmerksam. …

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130

130% ehrlich meint es Martin Heller. Norbert Trawöger fragt, was sich hinter dieser Zahl versteckt und was sie wohl bedeutet? Mathematik war nie mein Fach. Als ich vor 23 Jahren in die gymnasiale Oberstufe eintrat, schlug sich mein Mathematik-Professor, angesichts meines Familiennamens, auf seine, aufgrund völligen Kopfhaarverlusts erst im Nacken endende, Stirn und zog seinen Schnauzer derart nach unten, dass seine Barthaare auf den Katheder zu tropfen begannen. Vier meiner familiennamensgleichen Vorfahren hatten sich bereits untilgbar in sein mathematisches, wenn auch wenig pädagogisches Gedächtnis eingebrannt und ihn zu dieser spontanen und prophetischen Geste hingerissen. Seine Handbewegung bekam Recht, nichtsdestotrotz maturierte …

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Produktive Reflexion!

Nachschau auf die Veranstaltungsreihe »Kulturarbeit im Gespräch« von Stefan Haslinger.   Wir sind alle ständig produktiv! Ein Satz, den Dario Azzelini 2003 in eine Diskussion eingeworfen hat, und der seit dem nichts an seiner Problematik verloren hat. Das Problem an dieser Feststellung liegt darin, dass bei ständiger Produktivität das Getriebensein überhand nimmt, und der Raum für Reflexion abhanden kommt. Reflexionsräume Im Rahmen der Kampagne „Kulturarbeit ist Arbeit“ wurde von der KUPF in enger Kooperation mit regionalen Kulturinitiativen versucht, solche Reflexionsräume zu schaffen. Im Rahmen von 3 Veranstaltungen sollte die Möglichkeit geboten werden, die eigene (Kultur)Arbeit zu reflektieren, einen Austausch zu …

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Noch ein „Interview gegen mich selbst“

Andi Wahl entdeckt seine infantile Seite und steht ihr Rede und Antwort.   Andi: So Wahl, jetzt will ich es aber wissen, ist Kulturarbeit politisch, oder nicht? Wahl: Auf so blöde Fragen gebe ich keine Antworten. Da könntest du ebenso einen Bauern fragen, ob es stimmt, dass Kühe Milch geben. A: Das ist mir egal, ob Kühe Milch geben. Ich will wissen ob Kulturarbeit politisch ist. W: Pflanz’ jemand anderen. A: Bitte Wahl, die Redaktion hat gesagt, ich muss herausfinden, ob Kulturarbeit politisch ist. W: Ach so, du hast wirklich keine Ahnung. Dann entschuldige, dass ich dich so angefahren habe. …

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Der Kulturmann der Kulturlosen

Gnackwatschn für Mailath-Pokorny – ein Mann für Kultur in einer Partei ohne Kultur. Eine Unmuts-Zuwendung an den Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft, Dr. Andreas Mailath-Pokorny anlässlich des Geschehens um die Szene Wien. Die SPÖ ist mir näher als andere politische Vereine. Das hat damit zu tun, dass meine kulturelle Prägung, die Linzer Kapu, anfangs mit dem jungen Teil dieser Partei gut arbeitete und das hat damit zu tun, dass ich in Wien den Gürtel Night Walk als ein Beispiel erlebe, wie Politik vorhandene Potentiale und Ideen helfen kann umzusetzen, ihnen eine breitere Basis schafft. Als Ende April ruchbar wurde, …

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Fluxgeneratorhandbuch

Martin Wassermair und Konrad Becker versammeln für ihr Buch „Кampfzonen in Kunst und Medien“ 25 helle Köpfe

Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas: Programmbuch 2/3

Gerlinde Schmierer führte sich das Programmbuch 2/3 zu Gemüte.   “Linz. verändert, Veränderung braucht Bilder.“ So Intendant Martin Heller in seinem Vorwort zum nunmehr zweiten von drei Programmbüchern von Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas. Dieser Einleitung auf den Fuß folgen 20 Seiten Bilder. Es kann also gar nichts mehr schief gehen! Zudem sind bei zahlreichen Projekten Datum, Zeit und Ort fixiert, was heißt, es kann und darf auch schon geplant werden. Und warum sollten das nur Besucher/innen aus aller Herren Länder machen? Alle die schon da sind und 2009 noch da sein werden, nutzen am besten direkt den angefügten Kalender-Teil des …

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Mit leeren Händen

David Chuntschukaschwili über seine Situation als Künstler mit Flüchtlingsstatus in Österreich.   Mein Name ist David Chuntschukaschwili, ich bin 31 Jahre alt. Ich bin Regisseur, Schauspieler und Choreograph. Seit Dezember 2002 wohne ich in Österreich als politischer Flüchtling (in den letzten Jahren in Georgien war ich viel mit politischer Arbeit in der Oppositionspartei beschäftigt). Nach Österreich bin ich mit meiner Familie gekommen. Meine Frau – Natalia Satschalali ist Grafikerin. Auch sie hat, so wie ich, noch andere Ausbildungen, als Pianistin und Wirtschaftswissenschaftlerin. Wir haben zwei Söhne – Giorgi (9) und Lukas (4) und bald bekommen wir unser drittes Kind. Wenn …

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Frauen und Politik – Nachrichten aus Demokratien

Nachrichten aus Demokratien hat Christine Schörkhuber erhalten.   Bei so manch Einer, aufgewachsen mit der Freiheit, sich auch als weibliches Wesen Beruf, Partner und Wohnort halbwegs nach Belieben wählen zu dürfen, und das Bier auch mal öffentlich aus der Flasche trinken zu dürfen, löst der Buchtitel „Frauen und Politik“ eventuell den Gedanken aus: Schon wieder? Ja, haben wir denn keine anderen Sorgen? (Nicht nur) all jenen sei die Lektüre des Buches ans Herz gelegt. Hier werden defizitäre weibliche Positionen in der Entwicklung demokratischer Strukturen mit genauer Aufmerksamkeit bedacht und aus verschiedenen feministischen Ansätzen heraus formuliert. Jedoch bringt es auch unabhängig …

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