EDITORIAL #84

„Wir lieben die Stürme, die brausenden Wogen, der eiskalten Winde rauhes Gesicht“   von Andi Wahl … heißt es in einem alten Volkslied, das mein „Komm sing mit“ als mündlich überliefert ausweist. Fürwahr kann ein kräftiger Luftstoß etwas ungemein erfrischendes an sich haben – vorausgesetzt, man hat gute Aussichten, demnächst wieder eine warme Ofenbank zu bevölkern. Oder man verfügt über ein sturmerprobtes Schiff, die Ladung fest vertäut, und muss nicht selbst in die Brassen. Erfreut man sich keines dieser Privilegien, so können eine/r/m die kalten Winde die derzeit gerne durch die Gassen toben, ganz schön in Knochen fahren. Blasen sie …

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Sobini

365 tage zirkus im jahr. mitten in linz. wer kennt nicht das linzer pflasterspektakel? tausende schaulustige drängen sich durch die linzer innenstadt und belustigen sich an den dargebotenen straßenkünsten. künstlerinnen aus dem in- und ausland stehen drei tage lang auf der größten kleinkunstbühne österreichs und freuen sich über das spendable publikum. die akzeptanz dieses genre an den verbleibenden 362 tagen im jahr ist wohl Ð wie die aus der not heraus zu straßenkünstlerinnen werdenden menschen Ð eine andere geschichte.   von andi liebl das geheimnis der tricks und das schöne an nummern ist auch für den eigenen gebrauch sinnvoll. gerade …

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Frauen.Kultur.Forderungen

„Feminismus ist Politik; eine Politik, die auf die Veränderung der realen gesellschaftlichen Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen abzielt. Diese Machtverhältnisse bestimmen sämtliche Lebensbereiche: Familie, Erziehung, Fürsorge, die Welt der Arbeit und der Politik, Kultur und Freizeit. Sie legen fest, wer was für wen tut, was wir sind und was wir werden können“.   von Chris Weedon, Wissen und Erfahrung Die verschiedenen feministischen Strömungen von Differenz, Separatismus, Gleichheit und Gender-Konzeptionen bedingen unterschiedliche Strategien. Allen ist jedoch gemein, die Verschiedenheit der gesellschaftlichen, politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Situation von Frauen zu sehen. Alle anerkennen die Unterschiedlichkeit der einzelnen Frauen. Wir fordern den …

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Die Kunst der Linie

Edition KUPF Die Kunst der Linie Lithographie „Naturgeister und Apokalypse“ von Hubert Schatz Die KUPF freut sich, wieder einen wichtigen oberösterreichischen Künstler für ihre Anliegen gewonnen zu haben. Der international renommierte Innviertler Maler und Schriftsteller Hubert Schatz hat sein erstes (!) druckgrafisches Werk der Edition KUPF gewidmet. Die Lithographie „Naturgeister und Apokalypse“ entstand im Oktober ’99 in Rudi Hörschlägers „Kupfer- und Steindruckwerkstatt Oberbuch“, die sich mittlerweile zu einer der ersten Adressen der österreichischen Grafikateliers entwickelt hat. Wir danken Hubert Schatz und hoffen nun auf „Schatzsucher“ im werten Leserkreis, die den Dachverband der oberösterreichischen Kulturinitiativen durch den Ankauf dieses Blattes ebenso …

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Organisationsentwicklung

Organisationsentwicklung (OE) ist in der Praxis eine höchst abenteuerliche Angelegenheit. Da geht man an ein Problem heran, das sich zunächst weder klar definieren noch in all seinen Verästelungen übersehen, geschweige denn in seinen Kausalzusammenhängen verstehen läßt. Man arbeitet in die Zeit hinein, ohne zu wissen, was dabei herauskommen wird, mit Menschen, die so etwas noch nie gemacht haben – und mit nichts in der Hand als einigen Prinzipien des Vorgehens und gewissen Spielregeln für die Zusammenarbeit.   von Alfons Mair Lauterburg Die zentrale Frage jeder Organisation lautet: Wie können wir in einer komplexer und turbulenter werdenden Situation und Umwelt unsere …

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Über kurz oder lang mittelfristig?

Seit Jahren setzt sich die KUPF – im ständigen Versuch, die Rahmenbedingungen freier Kulturarbeit zu verbessern – mit wechselndem Erfolg dem Land OÖ gegenüber für mittelfristige Förderzusagen ein.   von Udo Danielczyk Aufgabe der KUPF ist die Schaffung eines Umfeldes, in dem sich freie Kulturarbeit entwickeln kann, sei es auf ideeller Seite (durch Schaffung von Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit) oder auf materieller Seite durch Verhandlung und Sicherung der Förderbudgets auf Landesebene und durch ständige Verbesserung der Rahmenbedingungen freier Kulturarbeit. In diesen Bereich, zwischen kulturpolitische und gewerkschaftliche Agenden, fällt eben auch die mittelfristrige Finanzierung. Nachdem in den letzten Jahren einige wesentliche Erleichterungen …

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Ausschußware Kulturausschuß

Die FPÖ erkämpft kampflos den Vorsitz des parlamentarischen Kulturausschusses und damit nun auch repräsentativ die Position, die sie real ohnehin schon seit Jahren besetzt.   von Gerald Raunig Im News-„Streitgespräch“ zwischen Neo-Kulturausschuß-Vorsitzendem Michael Krüger und dem Kabarettisten Gerhard Bronner (News 47/99) fand Bronner erstens den FP-Mandatar sympathisch, übernahm zweitens dessen Begrifflichkeit vom „Staatskünstler“ und wußte drittens nichts über die Funktion des im „Streitgespräch“ thematisierten Gremiums. Bronner, eingeladen als „einer der schärfsten Haider-Gegner“, als Proponent des „Künstleraufstands“ gegen die Übernahme des Kulturausschusses durch die FPÖ, vermittelte so z.B. den Eindruck, als könnte der Kulturausschuß über die Unterstützung von EinzelkünstlerInnen entscheiden. Derartige …

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