Oberösterreich ist noch nicht verloren

Oberösterreich ist noch nicht verloren ab ’98: 3 Freie Radios in OÖ

 

Mit Radio FRO und dem Freien Radio Salzkammergut werden 2 Voll-Lizenzen, im Innviertel mit dem Freien Radio Innbrücke eine Anbietergemeinschaft nächstes Jahr auf Sendung gehen.

von Alexander Baratsits

Am 27. November war die vorerst letzte Sitzung der Regionalradiobehörde, in deren Rahmen die Lizenzbescheide formell beschlossen wurden. Hatte es nach der Stellungnahme der Landesregierung vom 4. August vorerst so ausgesehen, daß mit dem Freien Radio Salzkammergut nur ein Freies Radio auf Sendung gehen würde, hat sich das Blatt in letzter Minute gewendet.

In Linz war für die Trendwende ein Brief von Bgm. Dobusch und Kulturstadtrat Dyk an die Regionalradiobehörde und an die Landesregierung ausschlaggebend, der Radio FRO für die 100 Watt Frequenz befürwortete. Damit wurde immerhin die Linzer Stadtradio Plus Rundfunk GmbH mit der Allgemeinen Sparkasse und einem deutschen Medienkonzern an Bord aus dem Feld geschlagen. Gerüchteweise war noch mitausschlaggebend, daß die nichtkommerzielle Freie Rundfunk Oberösterreich GmbH (an der ua. die KUPF, KAPU, Stadtwerkstatt, Phönix und das Kulturzentrum Hof beteiligt sind) für Radio Life (Regionallizenz Oö) und für City Radio (2. Linzer Lokallizenz) keine Konkurrenz am Werbemarkt sein würde. Im Salzkammergut war vorweg alles klar, da keine Konkurrenz für die gleiche Lizenz bestand.

Im Innviertel ging das Freie Radio Innbrücke den Weg einer Anbietergemeinschaft, denn alleine hätte es wohl kaum eine Lizenz bekommen. War Innbrücke ursprünglich mit 50% an der Antenne Innviertel Rundfunk GmbH beteiligt, hält sie jetzt sogar 74%, sowie einen der beiden Geschäftsführer und die Programmleitung. Nachdem die Konkurrenz Gabler vorwarf, Medienunternehmer zu sein und von daher maximal 26% an einem Radio beteiligt sein dürfte, blieb ihm nichts übrig, als 24% seiner ursprünglich 50% an FRI abzugeben, sonst wäre die gesamte Lizenz flöten gegangen. So kam das Freie Radio Innbrücke an 74%. Radio FRI will grenzübergreifend arbeiten, es wird 2 Redaktionen geben, nämlich in Ried und in Braunau, wobei in Braunau um das Radio ein Kultur- und Medienhaus entstehen soll.

In Steyer verlief die Sache eher bitter. Nachdem die Lokalradio Steyr GmbH ihren Antrag zu spät abgeschickt hatte, waren nur mehr die Religionslehrerin Savio und das Freie Radio Steyr übrig. Fr. Savio hat dann den Rest der Lokalradio Steyr GmbH als Partner sich geholt, aus einer vielversprechenden Kooperationsmöglichkeit, da keine kommerziellen Interessen mehr vorhanden waren, ist nichts geworden. Aber es bleibt noch die Möglichkeit, beim Verfassungsgerichtshof eine Klage einzureichen. Immerhin hat die Landesregierung gleichermaßen dem Freien Radio Steyr als auch Fr. Savio die Fähigkeit, ein Lokalradio zu betreiben, abgesprochen. An dieser Meinung hat sich offensichtlich etwas geändert É. Ansonsten ist im neuen Kulturhaus Steyr auf jeden Fall geplant, Radioseminare abzuhalten und via real audio für die anderen Radiostationen auch zu produzieren.

Im restlichen Österreich haben noch das Freie Radio Wien, das Kulturzentrum Wolkenstein und eine Gruppe in Bludenz eine Voll-Lizenz erhalten, in Kärnten, Burgenland und Salzburg gibt es Anbietergemeinschaften zu unterschiedlichen Konditionen. Radio FRO Kirchengasse 4, 4040 Linz tel. 0732/717277, fax. 711846 email: fro@fro.at, http://www.fro.at Freies Radio Innbrücke Kontakt: Peter Hiebl, c/o Techno Z Industriezeile 54, 5380 Braunau tel. 07722/67363, fax. 67350-121 Freies Radio Salzkammergut Kontakt: Jean Prommberger tel. 06133/6185-16, fax. -20 email: bildungszentrum.salzkammergut@telecom.at Freies Radio Steyr Kontakt: Liebl Andi Wehrgrabeng. 40, 4400 Steyr tel./fax. 07252/76285

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