Gnackwatsch’n #135

diesesmal: die Kirche   Ausrottung und Versklavung ganzer Völker, Pogrome gegen Andersdenkende, Verfolgung, Folter, Mord an „Ketzern”, „Hexen”, „teuflischen Kindern”, Zwangskolonialisierung, Zwangsmissionierung, Kreuzzüge, Sklavenhandel, sexuelle, physische, psychische Gewalt gegen Minderjährige. Und so weiter. Es gibt kein Verbrechen, dessen sich die älteste Organisation der Welt nicht schuldig gemacht hat und dadurch reich und mächtig geworden ist. Wenig verwunderlich. Welche andere Vereinigung nimmt sich schon die Frechheit heraus, ihre zahlenden Mitglieder zwangsweise von Geburt an zu rekrutieren, um sie lebenslang mit absurden Vorschriften, Geboten!, Verboten, in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu versklaven? Bis über den Tod hinaus. Damit muss Schluss sein! Wir vertreten das …

Weiterlesen …Gnackwatsch’n #135

Parallax Error #135

von Vina Yun   „We all now wear a burqa, you don’t know who is who / If you want to meet your sister, it can be your uncle, too“. 2003 veröffentlichte ein Berliner Musiklabel die Debüt-Single der Burka Band: „Burka Blue“ sei nicht nur „Afghanistans erste Frauenpopband“, sondern auch „Kabuls Antwort auf die Spice Girls“. Nach ihrem Mini-Lo-Fi-Hit und einigen aufgeregten Medienberichten verschwand die Burka Band ebenso schnell von der Bildfläche, wie sie auftauchte – und entpuppte sich nachträglich als Hoax. Doch nun ist Schluss mit lustig. In Europa geht „eine regelrechte Prohibitionsekstase“ (Isolde Charim) um. Ende März beschloss …

Weiterlesen …Parallax Error #135

Interkultur – Ein Buch wie ein Faustschlag

Armin Kremser über das neue Buch von Mark Terkessidis   Bücher, die betroffen machen gibt es in zwei Kategorien. Die erste ist jene, wo die Betroffenheit durchschlägt ob der Tatsache, dass es anderen ganz schlecht geht und sich die Leserin in Mitleid suhlen kann. Die zweite Kategorie ist viel unangenehmer. Die Betroffenheit resultiert hier nämlich aus dem Umstand, dass das Thema die Leserin selbst betrifft bzw. sich die Leserin genau der angeprangerten Umstände verdächtig gemacht hat. Interkultur von Mark Terkessidis gehört – zumindest für all jene, die schon vor 2000 freie Kulturarbeit gemacht haben – in die zweite Kategorie. Mark …

Weiterlesen …Interkultur – Ein Buch wie ein Faustschlag

Nachsommer

von Anna Weidenholzer Aus dem Wald geht man nicht ohne nichts nach Hause, sagt S. Er sagt es anders, als es hier steht, er sagt es, wie Menschen in Bad Goisern diesen Satz sagen. Aus dem Wald geht man nicht ohne nichts, auch aus dem Sommer nicht. Der Sommer brachte Tage, die länger waren als die anderen. Es gab Tage, die wie die anderen waren, es gab Tage, die anders waren. Es gab den Mann, unter dessen Lebensbaum ich lag. Er kam, umarmte einen Ast, streichelte den Baum, sagte: Wie liegt es sich unter der Hainbuche, das ist nach indianischer …

Weiterlesen …Nachsommer

Statements zur Causa Innovationstopf 2010

Die KUPF bat Künstlerinnen, Kulturschaffende und Expertinnen ihre Meinung zu den Vorfällen rund um den Innovationstopf 2010 kundzutun. Hier findet sich ein kleiner Auszug. Alle Statements sind auf http://www.zumutungen.at nachzulesen. Punkt. Wenn Landeshauptleute beurteilen, was Kunst ist und was nicht, dann liegt ein Rückschritt vor, der zumindest in die 50er und 60er Jahre zurückführt. Die Einführung von Beiräten, die vollkommen autonom eine solche Beurteilung vornahmen, war mit eine Entwindung aus den Zensurverhältnissen politisch dunkelster Zeiten. Aber. Wenn die Kunst der Verfassung folgend frei ist, dann kann kein Landeshauptmann, dann darf kein Politiker überhaupt, eine solche Wertung vornehmen. Der Künstler und …

Weiterlesen …Statements zur Causa Innovationstopf 2010

Stille Post

Es gibt keine Lösung, weil es kein Problem gibt, stellt die KUPF anlässlich der Förderabsage für zwei Projekte fest   Wenn Kunst und Kultur auf die FPÖ treffen, dann kommt oft „Steuergeldverschwendung” dabei heraus. Diese mittlerweile erwartbare, weil wiederholte Unterstellung von Seiten der FPÖ, ist nicht nur in ihrem Inhalt reaktionär, sondern politisch äußerst bedenklich; sie diskreditiert Kulturarbeit hemmungslos. Nur ein Resultat: Heuer kam es erstmals zum Bruch einer eigentlich erfolgreichen Koalition zwischen der KUPF und Kulturdirektion des Landes OÖ. Wie das Stille-Post-Spiel einem Vorzeigemodell im Kulturbereich schadete: Hintergründe und eine Chronologie, die dubiöse Beschlüsse aufzeigt und wie Parteipolitik in …

Weiterlesen …Stille Post

Pangea goes St.Georgen – Journalismus meets Hauptschule

Ein Bericht vom IT-Projekt von Pangea, erlebt von Christoph Thorwartl   „Abseits“ – so lautete das Motto des KUPFInnovationstopfes im Jahr 2009. Eines der jurierten Projekte wurde von der interkulturellen Medienwerkstatt Pangea eingereicht – und so wurde das ganze Büro samt Team kurzerhand nach St. Georgen im Attergau übersiedelt. Ein Eindruck einer der Personen, die einen der angebotenen Workshops halten durfte. Abseits? Mitnichten St. Georgen im Attergau. Ein beschauliches Dorf, das sich nicht merklich von anderen kleinen Dörfern unterscheidet. Mit einer kleinen Ausnahme. In St. Georgen im Attergau befindet sich, wenn man einigen Politikerinnen dieses Landes Glauben schenken darf, eine …

Weiterlesen …Pangea goes St.Georgen – Journalismus meets Hauptschule

Im Großen und Ganzen

25 Jahre Kupro Sauwald: Bericht des zugereisten Chronisten von Kurt Hofmann   Das Kulturprojekt Sauwald, eine Innviertler Initiative, feiert ein Vierteljahrhundert seines Bestehens. Zur Behübschung örtlicher (kultureller) Unzulänglichkeiten war man in keiner Phase des Projekts bereit, auch nicht, zur Veranstaltungsmaschine zu degenerieren. Der Selbstgefälligkeit wird das Hinterfragen des Istzustands entgegengesetzt, trotz begrenzter personeller Ressourcen ist der Blick stets nach vorne gerichtet. Mit Festivals abseits des Mainstream werden Kontrapunkte gesetzt, die lokale Begrenztheiten überschreiten. „Was hier/in dieser muffigen Atmosphäre“: Der Staatsschauspieler Bruscon, der in Thomas Bernhards „Der Theatermacher“ sein selbstverfasstes Stück, ein vorgebliches Meisterwerk, endlich uraufführen möchte, kann es nicht fassen. …

Weiterlesen …Im Großen und Ganzen

HÖRbar, LESbar, SICHTbar Medien von Frauen für Frauen

Radioarbeit als Motor gegen das postfeministische Gespenst von Daniela Fürst   Die Frauenradio-Redaktion „SPACEfemFM“ geht seit Herbst 2000 regelmäßig on Air. Eines von mittlerweile zahlreichen Beispielen engagierter Frauen und Mädchen, die sich ihre eigene, ganz frauenspezifische mediale Öffentlichkeit schaffen. Und das aus gutem Grund. Wozu feministische Medien? Seit den 1990er Jahren geistert das postfeministische Gespenst in den einschlägigen Diskursen herum. Der Feminismus ist überholt, flüstert es, Geschlecht als Kategorie ist längst obsolet, poltert es. Grundsätzlich ja keine schlechte Aussicht, würde ausnahmsweise mal das große „Aber“ fehlen. Nicht nur, dass Theorie und Praxis wieder einmal frustrierend weit auseinander klaffen, vielmehr scheint …

Weiterlesen …HÖRbar, LESbar, SICHTbar Medien von Frauen für Frauen

DAKAR, Cité en Mouvement

Sandra Krampelhuber und Philipp Kroll über Dakar, eine Stadt in Bewegung   Dakar, Hauptstadt von Senegal, westlichste Stadt Afrikas, 1857 gegründet, geschätzte 3 Millonen Einwohner in der gesamten Metropolregion, Jahresdurchschnittstemperatur 27 Grad, bekanntester Star Youssou N’Dour, populärste Musik Mbalax, verbreitetste Religion Islam, Hauptsprachen Wolof und Französisch, Nationalgericht Thieboudienne, geschätzte 2000 Rapperinnen. Dakar ist eine Stadt mit vielen sich stetig verändernden Gesichtern. Dakar ist elegant, Luxus spielt hier eine Rolle und wird gerne zur Schau gestellt. Die Stadt erlebt einen regelrechten Bauboom, an der Küste werden mehr und mehr Luxusapartments errichtet, sie wächst aber auch in die Peripherie mit bezahlbareren Wohnungen …

Weiterlesen …DAKAR, Cité en Mouvement

Bock auf was Neues

Christian Diabl berichtet, warum das Bock Ma’s Festival heuer zum letzen Mal stattfand   Bock Ma’s fand heuer zum letzten Mal statt. Die Szene trauert, Gerüchte und Spekulationen begleiteten das Ende des Vorzeigeprojektes. Bei genauerer Betrachtung ist es natürlich schade um das Festival, doch kein Grund für Depressionen, denn die Menschen bleiben und wo altes geht, kommt neues. Eines scheint sicher: Von den Aktivistinnen rund um das Freiwerk werden wir auch in Zukunft viel hören. Bock Ma’s ist kein Kommerzfestival und schon deshalb was besonderes. Die Organisatorinnen reihen sich ein in den wachsenden Widerstand gegen die restriktive und menschenrechtswidrige Asylpolitik …

Weiterlesen …Bock auf was Neues

Heute: Das Leben – ein Rausch

Thomas Rammerstorfer über den Rausch als konstitutives Merkmal der Rechten.   „Wer nie stand auf der Mensur, im Rausch sich nie bekotzt die Montur, der ist kein rechter Mann…“ spottete der großartige, später von den Nazis ermordete Jura Soyfer über die deutschnationalen Burschenschafter und deren Trinkverhalten. Die Sauferei ist natürlich nicht ausschließlich ein Phänomen der extremen Rechten, aber nirgendwo sonst wird sie derart idealisiert und ritualisiert wie in der rechtsextremen Szene – ganz egal ob bei den proletarischen Nazi-Skins oder den upper-class-kiddies aus den rechten Studentenverbindungen. Wo die Ängstlichkeit zu Hause ist, wird der Alkohol gebraucht. Damit werden die Feigen …

Weiterlesen …Heute: Das Leben – ein Rausch

Erst kommt das Fressen und dann das Ehrenamt!

Stefan Haslinger über zwei Dimensionen und eine Konklusio, die bei der Frage des Ehrenamts oft unberücksichtigt bleiben!   Knapp 562.000 Personen sind in Oberösterreich ehrenamtlich (freiwillig) tätig. 11 Millionen Stunden werden pro Monat ehrenamtlich geleistet. Das heißt, dass fast 40% der Oberösterreicherinnen sich ehrenamtlich engagieren. Das heißt weiter, dass hier ein riesiges Potential vorhanden ist, das gelobt, geliebt und mit großer Zuneigung bedacht werden will. Das soll gar nicht zynisch klingen, sondern eher die realen Gegebenheiten widerspiegeln, die politische Verantwortungsträgerinnen auf das Ehrenamt projizieren. In Oberösterreich gibt es dafür mehrere Beispiele, das „jüngste“ davon ist wohl der selbsternannte „Anwalt der …

Weiterlesen …Erst kommt das Fressen und dann das Ehrenamt!