Stadt, Land, Kunst
Der Linzer Kulturdirektor Julius Stieber im Gespräch mit Klemens Pilsl.
Der Linzer Kulturdirektor Julius Stieber im Gespräch mit Klemens Pilsl.
Udo Danielczyk hat die neuen Tarifmodelle der Post für den Zeitungsversand durchgerechnet. Fast mit einem seeligen Lächeln erinnern wir uns an letzten Herbst, als die Post mit der Ankündigung, die Tarife für den Zeitungsversand um gut 30 Prozent zu erhöhen, für allgemeine Verschreckung und hektische Betriebsamkeit unter gemeinnützigen Organisationen sowie kommerziellen Medienanbietern sorgte. Damals noch, als quasi unerfahrene Neulinge in schwarzblauer „speed kills“-Politik, sahen wir das Ende von Meinungsfreiheit, Kulturinitiativen und der Demokratie gekommen. Wegen lächerlicher, mieselsüchtiger 30 Prozent Erhöhung der Zeitungsversandtarife. Eigentlich hätten wir es ja wissen müssen, dass das bestenfalls die Vorhölle war, ein laues Lüfterl sozusagen. …
Alle Jahre wieder verwandeln wir – Kulturverein röda und Jugendzentrum Enterprise – das Jugend- & Kulturhaus röda und die naheliegende Werkstatt am Gaswerkgelände in eine Spielwiese für freizeithungrige Kreativlinge, bieten eine Palette an Gestaltungs- und Betätigungsmöglichkeiten und natürlich viel Platz zum Abhängen. Das Sommerprojekt erstreckt sich über die Wochenenden im August und richtet sich an Junge wie Junggebliebene, die ihre Ferienzeit in Steyr verbringen.
Die Zentrale des Projekts ist das Jugendzentrum im röda namens Enterprise bzw. unser Gastgarten. Hier laufen die Fäden zusammen und neben allen tagesaktuellen Informationen finden sich hier auch Erfrischungen oder ein gemütlicher Kommunikationsraum.
Alle Jahre wieder kommt im Dezember nicht nur der kommerzielle Weihnachtsterror, sondern als gutmenschliches Pendant dazu die Ausschreibung zum nächstjährigen KUPF Innovationstopf. Von Klemens Pilsl. Zugegeben: momentan führt in puncto gesamtgesellschaftlicher Präsenz noch der Weihnachtsmann, aber früher oder später wird das Gute siegen. Als Ansatz dazu könnte man zum Beispiel das Thema für den Innovationstopf 2008 interpretieren, man muss aber nicht: »MACHT:DEMOKRATIE«. Ein, wie wir finden, sehr cleveres Thema, das genügend Ansätze für kreative Interventionen in der Gesellschaft bieten sollte und es im Idealfall den beteiligenden Initiativen möglich macht, spannende Kulturarbeit jenseits ihrer ganzjährigen Praxis zu entwickeln. Wie immer …
Skandalös war der Beginn der neuen Periode des oberösterreichischen Landeskulturbeirates1 (LKB). Wie der Leitartikel der letzten Ausgabe der KUPF-Zeitung deutlich zum Ausdruck brachte, kritisierten Frauenorganisationen sowie die KUPF die unparitätische Besetzung. Alljährlich werden – in diesem Fall nun eben überwiegend von Männern – Vorschläge für zukünftige kulturpolitische Maßnahmen erarbeitet und dem Landeskulturreferenten als Empfehlung vorgelegt. Im folgenden Beitrag stellen wir Mitglieder des neu konstituierten Landeskulturbeirates vor. Die kurzen Texte sind eine Sammlung von Antworten zu Fragen nach den Orten ihrer kulturellen Sozialisation, den Beweggründen für ihr Engagement, ihren Themen und Schwerpunkten im LKB, ihrer Beurteilung des LKB’s als relevantes …
10 Jahre Kulturpolitk à la Pühringer – und warum es nicht angebracht ist, bei den medialen Luftsprüngen mitzuhüpfen. von Stefan Haslinger Jetzt wird er gleich bitzeln, denk ich mir. Soll er doch, denk ich mir. Obwohl. Ganz stimmt es ja doch nicht. Einen Schläfer in Sachen Kulturpolitik kann man ihn auch nicht nennen. Das wäre schon ein wenig hart. Aber was zuviel ist, ist zuviel. Und zuviel waren die Lobeshymnen, die ihm medial kredenzt wurden. Vom „animateur kulturel“ (sic!) schrieb Franz Schwabenender in den OÖN vom 22.12.2001. Vielleicht war es auch als Weihnachtsgeschenk gedacht. Natürlich. Dass der Pressedienst des …
In der freien Szene regt sich Widerstand gegen stagnierende Kulturbudgets und miserable Arbeitsbedingungen. Doch wie geht es eigentlich den Linzer Filmemacherinnen mit der öffentlichen Hand? Um das zu erfahren hat Christian Diabl Dieter Strauch zu einem kurzen Gespräch gebeten. KUPF: Du bist jetzt seit mehreren Jahren Filmschaffender. Kannst du davon leben? Wie erlebst du das Umfeld der Filmförderung in Österreich? Strauch: Ich bin seit 11 Jahren selbständig und kann davon leben, aber es ist sehr schwierig zu Fördermitteln zu kommen. Man muss zweigleisig fahren und auch Produktionen machen, die Geld einbringen, also Imagefilme und Werbung. Und dann muss man sehen, …
Was müssen KulturarbeiterInnen und Kulturorganisationen selbst tun, um ihre Arbeit zu sichern und weiterzuentwickeln? Dieser Text war Grundlage für einen Vortrag im Rahmen der KUPF-Klausur am 29. 9. 2000 von Günter Marchner Wenn heute von „Kulturarbeit“ oder von „Kulturinitiativen“ die Rede ist, wird in erster Linie von ihrer Gefährdung durch die Sparmaßnahmen der Regierung und von der ideologischen und politischen Feindschaft, im Besonderen seitens der FPÖ, gesprochen. Kulturinitiativen verstehen sich als natürliche Gegner von Blauschwarz und als Teil einer Zivilgesellschaft, die den Widerstand gegen die Regierungspolitik organisiert. Alles scheint offensichtlich, der Feind ist klar und die Forderungen auch: Wir leisten …
2024 vergibt die Österreichische Gesellschaft für Comics (OeGeC) zum ersten Mal die Comicpreise der OeGeC mit 1000€ und mit 500€.
Nach zehn Jahren hat sich die Stadt Linz entschieden, den Kulturentwicklungsplan (KEP) zu evaluieren und neu zu fassen. Der Prozess wurde im September 2011 gestartet und läuft – unter Einbindung einer großen Öffentlichkeit – bis Mai 2012. In ihrer Funktion als Mitglied der Steuerungsgruppe für den KEP sprach die KUPF mit Lentos-Direktorin Stella Rollig. Was sind die Aufgaben der Steuerungsgruppe des KEPneu? Wir haben uns mit den Ergebnissen der Grundlagenforschung auseinander gesetzt und die Themen für die „Visions- und Zielfindungsworkshops“ festgelegt. Wenn wir bemerken, dass es zu einem Themenbereich zu wenige Äußerungen gibt, versuchen wir, qualifizierte Beteiligung zu aktivieren. Und …
„Ohne Göd ka Musi“ und auch kein Theater oder anderer Kulturspaß. Thomas Diesenreiter hat sich das Zahlenwerk für das Jahr 2025 angesehen.
Genau so bunt und divers wie seine Mitglieder versucht der Kulturverein Kraut und Ruam die Musik- und Kulturszene im Innviertel und darüber hinaus zu gestalten.
Rund 10 aktive Mitglieder und eine Unzahl an helfenden Händen um den harten Kern herum veranstalten vom Kabarett über elektronische Tanzveranstaltungen, Vernissagen, Konzerte und Festivals alles, was dem Vereinszweck, der Förderung junger Künstler*innen, dient und natürlich für Freude und Abwechslung bei Veranstaltern und Besuchern sorgt. Das größte Projekt welches das engagierte Team von „KuR“ verfolgt, ist das heuer zum zweiten mal stattfindende „FreeTreeOpenair“, ein Musik- und Kulturfestival in Taiskirchen / Ried im Innkreis.
Am 01. Juli 2003 übernimmt Reinhard Mattes die Leitung der Landeskulturdirektion von Manfred Mohr. Anlass genug für die KUPF, beide zum Gespräch zu bitten. von Udo Danielczyk und Inge Proyer KUPF: Herr Hofrat Mohr, was waren besondere Erfolge für Sie in Ihrer Laufbahn in der Landeskulturdirektion? Mohr: Als besonderen Erfolg in diesem Managementbereich werte ich die Übernahme der Studienbibliothek des Bundes und deren Umwandlung zu einer wissenschaftlichen Landesbibliothek, die sich in den letzten Jahren ganz hervorragend eingeführt hat. Weiters die Gründung, Neustrukturierung und Umwandlung des Offenen Kulturhauses als Begegnungsstätte mit internationaler Zeitkultur im weitesten Sinne. Es ist eine Neupositionierung …
Alfred Weidinger spricht mit Sigrid Ecker über seine Pläne für das Oberösterreichische Landesmuseum.
Ein Appetithappen für eine Veranstaltung im April von Klemens Pilsl. Politisch werden ist nicht schwer, politisch sein hingegen sehr: In postmodernen Zeiten ist der Gedanke an eine verbindliche Organisierung den meisten Aktiven in Kunst, Kultur & Politik ein Graus. Die Angst vor Stillstand, Vereinnahmung, Stigmatisierung oder Klubzwang schreckt viele ab. Die Alternativen: One-Person-Armys, lose Kollektive oder temporäre Assoziationen, die kurzfristig und anlassbezogen aktiv werden. Die Notwendigkeiten und Modelle von Organisierung und Aktivismus werden am 16. April im Kepler Salon in Linz verhandelt. Aus dem kleinen 1×1 der Politikwissenschaft und Soziologie: Soziale Bewegungen und ihre Akteurinnen neigen zur Institutionalisierung. Hausbesetzungen werden …
Thomas Diesenreiter über skandalöse Parallelen zwischen Tirol und Oberösterreich. Wie politisch Kunst sein darf, sein muss oder es doch nicht sein sollte, ist seit ehedem ein beliebtes Streitthema unter KünstlerInnen und Kulturschaffenden. Ob Kunst mit politischem Anspruch oder Politik mit den Mitteln der Kunst, die Grenze zu ziehen fällt oft schwer, ist meist aber auch müßig. Der israelische Künstler Ronen Eidelman meinte dazu vor kurzem: „Zieht man als Künstler eine deutliche Grenze, sichert man sich durch die Autonomie der Kunst ab, geht aber das Risiko ein, ihr die Effektivität zu nehmen. (…) Wer auf dem Autonomiestatus der Kunst beharrt, macht …
Belinda Kazeem zum Call for Austria’s Next Top EinwanderIn. Neulich kam mir folgende Anzeige unter: Integrationswillig und österreichbegeistert? Verwertbar und jung? Gesucht werden telegene Menschen mit Deutschkenntnissen (ab Stufe C2), die sich für die Sendung Austria´s Next Top EinwanderIn bewerben möchten. Das Sendungskonzept wurde zusammen mit Innenministerin Fekter entwickelt, da sich die Kooperation zwischen österreichischen Medien – insbesondere ORF und Kronen Zeitung – und verschiedenen RegierungsvertreterInnen schon in der Vergangenheit als besonders innovativ erwiesen hat. Im Mittelpunkt soll die Wahrung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Interessen der österreichischen Gesellschaft stehen, daher wird das Publikum – natürlich nur echte ÖsterreicherInnen …
durch Rudi Anschober, LAbg. und Klubobmann der Grünen im Oö. Landtag
1. Was hat Ihre Partei in den letzten sechs Jahren in OÖ kulturpolitisch bewegt?
MigrantInnen in den Landeskulturbeirat
Regionalfestival Südböhmen-Oberösterreich Stifterjahr 2005
Grundsatzbeschluss Neues Landestheater
Forschungsprojekt: Geschichte des Nationalsozialismus in OÖ.
2. Nennen Sie die drei wichtigsten kulturpolitischen Schwerpunktsetzungen Ihrer Partei in den letzten sechs Jahren.
Förderung kultureller Minderheiten (MigrantInnen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen)
Im Blog von choose-one.at findet sich seit dem Wochenende ein kleines, aber sehr feines Interview mit Victory Schuster, Klemens Pilsl und Richard Schachinger (allesamt von der KUPF) zum Thema „Kulturarbeit in den Regionen“. Anlass ist natürlich das kommende offcamp am 23.1..13 im Linzer Wissensturn. Hier lesen.
… oder die Sache mit dem Geld. Von Eva Gütlinger Immer wieder in Diskussion: Gender Mainstreaming, Gender Budgeting, Gender Strategien, Gender Statistik … Zur Erklärung für all jene – und es sind immer noch viele*, also (kein) Grund zur Beunruhigung – die noch nicht wissen, was Gender Mainstreaming (im folgenden GM) ist: GM geht davon aus, dass die Unterschiede zwischen Frauen und Männern zumindest zu einem großen Teil durch Verhalten und kulturelle Gegebenheiten geprägt sind. Das biologische Geschlecht (sex) und das soziale Geschlecht (gender) werden voneinander unterschieden. Was Frauen und Männer ausmacht, hat also mit unserer Gesellschaft und ihren …
Udo Danielczyk war von der Enquente zum Internationalen Jahr des Ehrenamts wenig begeistert. Ein ganzes internationales Jahr der Freiwilligen, zu dem die UNO das Jahr 2001 erklärt hatte, durften acht Arbeitskreise eines Nationalkomitees Maßnahmen zur Verbesserung der Situation ehrenamtlich Tätiger ausarbeiten. In diesem Rahmen wurde auch über Form und Sinn eines Ehrenamtspasses diskutiert. Nach Abschluss der Arbeitskreise hat das BMSG, auch bekannt als Sozialministerium, eine Studie dazu in Auftrag gegeben. Neben einem Freiwilligen-Manifest und Ergebnissen der Arbeitskreise wurden auch Auszüge dieser Studie im Rahmen einer Enquete zum Internationalen Jahr der Freiwilligen im Juni im Parlament präsentiert. Als einen Themenschwerpunkt …