Wahl-Qual*

David Guttner und die schmerzliche Gewissheit, bei der Landtagswahl ausgeschlossen zu sein.   Blöd gelaufen. Und ich hatte mich schon so gefreut. Dabei habe ich bislang allerlei Unbillen in Kauf genommen: Termine und Urlaube verschoben, Arbeiten liegen gelassen, sogar auf Sozialleistungen verzichtet und keine noch so weite Anreise gescheut. Und jetzt das: Ich darf nicht mitmachen! Muss die trainierten Hände in den Schoß legen, und kann nur zusehen – während andere durchaus könnten, es aber bewusst oder unbewusst einfach nicht tun, oder vielleicht nicht einmal wissen, dass sie könnten, wenn sie nur wollten. Zumindest 78,6 % (andere Quellen sprechen von …

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Phantasmagorien – Wunsch-, Trug- oder Wahnbilder

Plädoyer für die Förderung der Struktur der freien Kulturszene beschreibt Martin Böhm   „Die Matrix ist ein System, Neo. Das System ist unser Feind. Was aber siehst du, wenn du dich innerhalb des Systems bewegst? Geschäftsleute, Lehrer, Anwälte, Tischler – die mentale Projektionen der Menschen, die wir zu retten versuchen. Bis es dazu kommt, sind diese Menschen noch immer Teil des Systems. Und das macht sie zu unseren Feinden.” „Viele dieser Menschen sind so angepasst und vom System abhängig, dass sie alles dafür tun, um es zu schützen.”1 In der Trilogie The Matrix wird die Welt als eine lediglich gigantische …

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Man kann.

Man muss nicht, man kann. Auch onhe Kulturhauptstadt. Von Norbert Traweeg   Am Himmelfahrtstag des August ging Luk Perceval im Rahmen der „Theaterlust 2” in den Untergrund, in das Stollensystem unserer Stadt, aber auch seiner Menschen. ”Die Verborgene Stadt” heißt diese filmische Dokumentation des belgischen Theatermannes, die in ergreifender und hochpoetischer Art Räume der Vergangenheit aufmacht, die man betreten kann. Es ist eine in hoher künstlerischer Stimmigkeit formulierte und nie den Zeigefinger erhebende Annäherung an die Nachtseiten von Linz, nicht „nur” der Vergangenheit wegen, einfach für ein neues Zugegensein hier in der Stadt, in der wir leben, arbeiten oder in …

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Sonne, Strand – oder Wüstensand?

Die KUPF hat kulturpolitische Postitionen der antretenden Parteien abgeklopft – Eine Zusammenfassung von Richard Schachinger mit Statements von KUPF Kulturtäterinnen.   Die aktuelle KUPF Kampagne bedient sich der Wüste als ausdrucksstarker Metapher für ihre Materialien. Nicht etwa, um jemandem Sand ins Auge zu streuen. Sondern um widrige Rahmenbedingungen für freie Kulturarbeit zu symbolisieren. Denn Kulturarbeit ist Arbeit und kein hedonistisches Freizeitvergnügen. Das zeigte die KUPF Kampagne aus dem Vorjahr unmissverständlich auf. Nun initiierte die KUPF anlässlich der bevorstehenden Landtags- und Gemeinderatswahlen mit der Kampagne Kulturarbeit muss zumutbar sein den logischen Folgeschritt – und legt damit kräftig nach. Als inhaltliche Grundlage …

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Eierkuchen auf den Barrikaden?

Roswitha Kröll über die notwendigen Massnahmen aus Sicht der Freien Szene Linz.   10 Thesen zur Entwicklung der/zur Kulturstadt Linz Die Freie Szene der Stadt Linz macht sich Sorgen über ihre Stadt nach dem Jahr 09. Aus gegebenen Anlass haben daher zahlreiche Vertreterinnen der Freien Szene in mehreren Treffen über die aktuelle Situation nachgedacht. „Kulturstadt Linz: Notwendige Maßnahmen aus Sicht der Freien Szene„ titelt sie den Maßnahmenkatalog, der aus Linz wieder eine Kulturstadt erwachsen lässt. Die Freie Szene ist eine Menge an Initiativen, Gruppen und Personen, die sozial, künstlerisch, kulturell, politisch, stadtgestaltend, zukunftsorientiert, gesellschaftspolitisch, antirassistisch, antidiskriminierend, egalitätsbezogen in der Stadt …

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Wahlkampf (gähn)

Eine Gnackwatsch´n über den aktuellen Wahlkampf zu schreiben, klingt eigentlich nach einem einfachen Auftrag. Sollte angesichts der Schießbudenfiguren, die uns regieren, kein Problem sein. Doch kann ich diesmal kaum die nötige Aggression aufbringen, die einer solchen verbalen Gewalttat vorausgeht. Woran mag das liegen? Gäbe es nicht genug Grund zu toben und zu bitzeln? Oberösterreich hat von allem etwas, aber von nichts beeindruckend viel. Unser Landesfürst wirkt wie eine Schmalspurversion von echtem Politadel wie Pröll oder Häupl, sein Herausforderinnen wie eine Deix-Karikatur, die grüne Regierungspartnerin ist unter die Wahrnehmungsgrenze gerutscht und die Freiheitlichen gehen mit zwei blassen deutschen Recken ins Rennen. …

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Kultur Raum Besetzen!

Erika Doucette über Amsterdam mit ihrer berühmt berüchtigten Hausbesetzterinnen-Szene.

Freistadt, Freistadt

Von Otto Tremetsberger   Der nichtkommerzielle Rundfunk in Oberösterreich schießt ins Kraut. Seine Leistungen sind mittlerweile weitgehend anerkannt. Die Freien Medienvertreter fordern deshalb mehr Geld für die Freien Radios und Community TV in OÖ. Optimismus bei SPÖ, ÖVP und Grünen vor den Landtagswahlen. Vor rund 3 Jahren waren sich alle in der Landesregierung vertretenen Parteien darin einig, die Förderung Freier Radios endlich einmal auf ordentliche Beine zu stellen. Bis dahin hatten die Radios jedes Jahr neu und zäh verhandeln müssen. An mittelfristige Planung war nicht zu denken. Zum Teil ging es schon um die Existenz. 2007 beschloss deshalb die Landesregierung …

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Am Anfang war Eldorado

Aileen Derieg über 15 Jahre MAIZ   Am 30. Oktober 2009 feiert MAIZ 150 Jahre. In jedem einzelnen der fünfzehn Jahre des Bestehens dieses Vereins steckt so viel Arbeit, so viel Einsatz, so viel Wollen, dass jedes Jahr ein Jahrzehnt füllen könnte, doch die zugrun deliegende Überzeugung ist nach wie vor ungebrochen. MAIZ besteht seit 15 Jahren und hat fest vor, weiterhin zu bestehen. Auf den ersten Blick gibt es vielleicht nicht gerade viel zu feiern: So wie viele andere Kulturvereine ist auch MAIZ weitgehend von „Projekten” abhängig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten, ein Umstand, der unglaublich viel Zeit …

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Vom RAND in die MITTE

Mieze Medusa über unbekannte Netzwerkfehler, Sozialverstaatlichung und einer coolen Mutter   Die KUPF-Mitgliedsinitiative spaceFEMfm hat sich was überlegt und wurde dafür völlig folgerichtig vom KUPF Innovationstopf mit Möglichkeiten (Geld) bedacht. In Zusammenarbeit mit Journalistinnen und Künstlerinnen entstand eine Sendereihe mit verschiedensten Formaten von Hörspiel zu Feature zum Thema „macht demokratie”, die auf allen Freien Radios in OÖ ausgestrahlt wird. Mieze Medusas Hörspiel „Brot von gestern” wurde eigens dafür verfasst und von spaceFEMfm produziert. Hier einige Gedanken der Autorin zum Thema „macht demokratie”. Unbekannter Netzwerkfehler – Sozialverstaatlichung Erinnerte Zitate sind eine sichere Fehlerquelle. Trotzdem möchte ich meine Geographielehrerin und ihr Lehrbuch …

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Bewegung!

Immer wieder die Verteilungsfrage und immer wieder die Suche nach Antworten – ein Zwischenbericht von Stefan Haslinger!   »Вei den Förderungen müssen Prioritäten gesetzt werden, dann muss man genau definieren, was man mit der Unterstützung erreichen will und schließlich muss die Wirksamkeit des Mitteleinsatzes ständig überprüft werden.« (Landesrechnungshof-Direktor Helmut Brückner, OÖN 7.08.2009) Die mahnenden Stimmen werden noch lange zu vernehmen sein, welche darauf hinweisen, dass es in Zeiten der Krise darum gehen muss, Vorsorge zu treffen. Wenn Dr. Brückner – wie oben zitiert – davon ausgeht, dass Förderungen priorisiert werden müssen, kämpft er damit gegen zwei Fronten. Die Fördernehmerinnen, für …

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Kreative gründen anders!

Katharina Siegl über Existenzgründungen in der Kulturwirtschaft.   Wer Neues aus dem Pool der Ratgeberlitera¬tur für erfolgreiches Unternehmerinnentum in den Creative Industries („Seien Sie ein seri¬öser Geschäftspartner!”) befürchtet, kann auf¬atmen. Getreu dem Titel behandelt das Buch unter Verwendung von Interviews mit Grün¬derinnen die Andersartigkeit der Strategien von jungen Selbständigen im Kulturbereich. Der Vorrang intrinsischer Motive gegenüber Marktanpassungsstategien, ein oft ungenau definiertes Leistungsangebot und fehlende Businessplänen werden den Kreativen jedoch nicht als Manko angelastet, sondern als potenziell produktiver Faktor betrachtet. Nicht die Kreativen sind demnach aufgefor¬dert, sich der herrschenden ökonomischen Denke zu unterwerfen, sondern Politik und Verwaltung, Ausbildungsstätten, Kapitalgeber und nicht …

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Die Braunen an den Unis

Doris Rögner hat das von der Hochschülerinnenschaft der Uni Wien verfasste WErk zum Thema „Völkische Verbindungen“ für Sie gelesen. Vorab: Wie Sie sicher bereits bemerkt haben, wird in dieser Zeitung ausschließlich die weibliche Form verwendet. Dies soll grundsätzlich auch im folgenden Text so sein. Jedoch würde die konsequente Umset¬zung dieser Vorgabe zu einigen inhaltlichen Absurditäten führen. Daher wird an einigen Stellen die männliche Form verwendet, und es ist davon auszugehen, dass im speziellen Fall ausschließlich von Menschen männlichen Geschlechts die Rede ist. Die Hochschülerinnenschaft der Uni Wien hat ein mehr als 200 Seiten starkes Werk zum Thema „Völkische Verbindungen. Beiträge …

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