Das Wunder von Schwanenstadt

Sylvia Nagl über Hartgesottene, unerbittliche und gnadenlose Kämpferinnen und Kämpfer im Kinodschungel.   Ein Jahr nach der Eröffnung eines 10 km entfernten Großkinos wurden die Lichtspiele Schwanenstadt Ende 2005 geschlossen. Auch der dort beheimatete Filmclub Schwanenstadt verlor somit seine etablierte Spielstätte und wurde obdachlos. Erst nach fast zwei Jahren Betriebssperre ist es den unermüdlichen Filmclub-MacherInnen gelungen, im September letzten Jahres den Kinobetrieb mit Unterstützung durch das Land Oberösterreich, die Gemeinde und private SponsorInnen wieder aufzunehmen und einmal wöchentlich Filme zu zeigen. Die Wiederöffnung mit dem preisgekrönten Episodenilm »Babel« am 21. September 2007 war ein voller Erfolg: 100 BesucherInnen mussten aus …

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Establish Cultural Worker.

Stefan Haslinger, Susanne Blaimschein und Elfi Sonnberger fragen ob die Kultur Arbeit oder Kunst ist.   Hat es etwas Anrüchiges, von der Reinheit der Kunst zu sprechen? Der Assoziationsrahmen, der damit verbunden ist, ist groß und bedrohlich. Wenn aber nun die Frage nach einer Reinheit der Kunst schon am Anfang steht, ist die daraus resultierende Frage vielleicht jene nach den ‚reinen‘ KünstlerInnen – nach einem Subjekt, welches Kunst produziert um der Kunst willen, ohne gesellschaftliche Thematiken zu verinnerlichen, zu berücksichtigen oder gar zu verarbeiten. Den Diskursen der letzten 10 Jahre folgend ist dies obsolet. Mittlerweile sind neue Begrifflichkeiten ins Zentrum …

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Leserbrief: Keine Ursache, Anderl!

David Guttner reagiert auf ein Echo von Otto Tremetzberger auf einen Ruf von ihm.   Das mit dem Echo ist so eine Sache: prinzipiell ist ein wahrnehmbares Echo auf einen Ruf ja nur zu bekommen, wenn die Reflexionen auf eine Quelle gewissen naturwissenschaftlichen Gesetzen folgen. Anders als bei diesem erklärbaren Phänomen verhält es sich mit dem zwischenmenschlichen Echo. Da schallt es meist anders aus dem Wald, als hineingerufen wurde. Was ja gut ist. Aber auch missverständlich sein kann. Deshalb ein Echo auf ein Echo von Otto Tremetzberger auf einen Ruf von mir. Tremetzberger macht sich Gedanken über die oberösterreichische Kulturszene …

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Geburtstag der Gallnsteine

Eine Annäherung an 20 Jahre Kulturarbeit, 20 Jahre Selbstausbeutung, 20 Jahre Freude und Frust! Ein Interview mit einem der Gründungsmitglieder der in Gallneukirchen beheimateten Gallnsteine – Wagner Johann.   Wird Wagner Joschi die Frage nach seiner Assoziationskette zu 20 Jahre Gallnsteine gestellt, fällt ihm oben genanntes dazu ein. Kein Wunder, denn Kultur im gemeinnützigen dritten Sektor basiert meist auf Ehrenamt, obwohl Kultur heute wegen ihrer wertschöpfenden und -steigernden Kraft (für Staat und Privatperson gleichermaßen) wie eine magische Substanz, wie ein Wundermittel gehandelt und als Modus der Wertproduktion postuliert und instrumentalisiert wird. Die Kreativen, die nicht ehrenamtlich arbeiten, sind von der …

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Best of BuroCRAZY

Verleihung des goldenen Kaktus für Stolpersteine, Tretminen, Barrieren und sonstigem Wahnsinn in der Kulturverwaltung. Eine Ausschreibung der IG Kultur Österreich.
Einreichfrist: 29. Mai 2009

Kulturentwicklungs Plan Steyr

Ob der Plan der Kultur dienlich ist fragt Andi Liebl   In der ersten Gemeinderatssitzung nach dem Sommer beschließt der Steyrer Gemeinderat die Erstellung eines Kulturentwicklungsplans (KEP). 22.000 Euro ist das der Stadt wert. Mitte bis Ende 2003 soll der fertige KEP am Tisch liegen. Ob der Beschluss des entstehenden Planes noch in dieser Amtsperiode gefasst werden kann, ist fraglich; im September ’03 wählt die Stadt Steyr ihren Gemeinderat neu. Steyr bekommt einen Kulturentwicklungsplan. Nicht schlecht könnte mensch meinen. Schließlich wird dieses Thema schon seit Jahren zwischen freier Szene und Stadtpolitik verhandelt und gerade auch von der Freien Szene gewünscht. …

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»Was kann Radio?«

Zum zehnjährigen Bestehen Freier Radios in Österreich bat David Guttner die Geschäftsführung von Radio Orange und Radio FRO zum Interview.   Wegen eines geplatzten Kühlwasserschlauchs um einige Minuten verspätet, traf ich Mitte März am Linzer Hauptbahnhof Helga Schwarzwald und Sandra Hochholzer, die Geschäftsführerinnen der Freien Radiostationen ORANGE 94,0 (Wien) und FRO (Linz). Ein Gespräch zu Geburtstagsaktivitäten, Programmaufträgen, Geldbeschaffungsmöglichkeiten und der Frage, ob man Freie Radios überhaupt gerne hören soll. Schön, dass ihr die Zeit zu diesem Gespräch im möglicherweise stressigen Jubiläumsjahr gefunden habt. Wie wird denn das bei euch begangen? Helga Schwarzwald: Naja, neben dem Umstand, dass wir zehn Jahre …

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Ich bin kein Hellseher!

Stefan Haslinger bat Julius Stieber, Projektleiter für das Kulturleitbild OÖ, zum Interview.   KUPF: LH Pühringer hat in der ersten Pressekonferenz zum Kulturleitbild gemeint, dass das Spannende der Prozess hin zum Leitbild sein wird. Ist der Prozess spannend? Julius Stieber: Für mich ist er spannend, weil ich auf allen Ebenen beteiligt bin. Nachdem wir nicht nur die Großveranstaltungen machen, sondern auch auf Gemeindeebene Diskussionen führen, wir im Landeskulturbeirat die Diskussion in Gang gesetzt haben, wir über die Fragebogenaktion immer wieder Rückmeldungen kriegen – und auch über die Homepage, wenn auch nicht in dem Ausmass wie wir erhofft haben – und …

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Melkt die EU!

rät Doris Rögner, aber stellt euch nicht hinter sie! Hauptstadt. Ein Begriff und eine Einrichtung mit langer Tradition. Nicht gerade ein Reizwort, um auf der Stelle eine kontroversielle Diskussion auszulösen. Im Sinne der Regierenden sicher eine nützliche Einrichtung, von den Regierten im allgemeinen ebenfalls als solche wahrgenommen und akzeptiert, bietet eine Hauptstadt darüber hinaus Möglichkeiten der Repräsentation und der Identifikation. Dies gelingt nicht allen Hauptstädten gleich gut. Manche kämpfen mit mangelndem Profil oder stehen im Schatten einer anderen Stadt. Im ersten Fall haben SchülerInnen Schwierigkeiten, sich ihre Namen zu merken, die entsprechenden Fragen beim Geographietest bleiben unbeantwortet. Im zweiten Fall …

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Nein,wir sind beim interkulturellen Rausch nicht dabei!

Kurze Notizen zum Integrationsleitbild   Die Lektüre des vor kurzem veröffentlichten Integrationsleitbildes des Landes OÖ erweckten in mir einige Fragen. Eine dieser Fragen bezieht sich auf die Entstehung und Durchsetzung eines verbreiteten Konsenses in der Annäherung zum Thema Integration und in der Behandlung der Materie, der dem Leitbild zugrunde liegt. Die im Leitbild präsentierten Maßnahmenempfehlungen stehen alle im Einklang mit den formulierten integrationspolitischen Leitlinien des Landes OÖ sowie mit dem Integrationsverständnis der politischen Entscheidungskräfte des Landes. Es ist keine Maßnahme zu finden, die eine konträre Position zur Argumentation der Bereicherung, die durch Migration der Mehrheitsgesellschaft zugerechnet wird, darstellt. Migration wird …

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There’s a New Man in Town!

Du bist seit 12.8.02 offiziell Geschäftsführer der Radio FRO GesmbH. Dein Lebenslauf weißt eigentlich nichts „radiospezifisches“ auf. Wie bist du dann zum Radio gekommen?   Mit meinem Vorgänger Alexander Baratsits habe ich seit mittlerweile drei Jahren zu tun. Zu Radio FRO bin ich letztes Jahr im Mai gestoßen, als Verantwortlicher für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Hast du vorher schon Radio Erfahrung gehabt? Nein. Mit dem Medium Radio habe ich mich vorher nur am Rande beschäftigt. Aber bei meinem ersten Kulturprojekt war ich an einer Piratenradiosache im Bregenzerwald beteiligt. Das war 1993. Seit vier Jahren bin ich jetzt in Linz. Ist das …

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Dorn sein

Klemens Pilsl besuchte den Mitgliedsverein Meta Morfx.   Trimmelkam ist Bestandteil der Gemeinde St. Pantaleon. Und St. Panteleon ist so sehr am letzten Zipfel von Oberösterreich, dass es nur noch 30 Kilometer bis Salzburg Stadt sind. Das muss man sich einmal vorstellen: Wer von Linz nach Trimmelkam will, muss zuerst nach Salzburg fahren! Kein Wunder, die Sache mit den Fördergeldern: „Die bleiben irgendwo auf den 130 km von Linz hierher am Weg liegen.“ Mitten in der geographischen, politischen und vor allem kulturellen Einöde der Region um St. Pantaleon gründete sich 2001 der Kulturverein „meta.morfx“ (KUPF-Mitglied seit 2002): 40-50 junge Menschen …

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Und bist du nicht willig …

Die beiden CBA-Entwickler Ingo Leindecker und Thomas Diesenreiter meinen, es sei an der Zeit, die politische Auseinandersetzung um „das Recht – im Netz zu senden“ zu führen. Was meinen sie damit? KUPF: Cultural Broadcasting Archive (CBA) ist ein offenes und nicht-kommerzielles Archiv und wurde vor über zehn Jahren von Radio FRO initiiert. In seiner Geschichte hat es sich stetig weiterentwickelt. Was ist es heute für euch? TD: Es erfüllt unterschiedliche Funktionen, die nicht nur für den Alltag der freien Radios wichtig sind. Die Einstiegsseite des CBA spiegelt das schön wider: wir begrüßen die Leute mit „Austauschplattform, Archiv, Podcast-Provider und Zeitdokument“. Das …

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Was jetzt?

Für Raifeisen-Chef Ludwig Scharinger reicht die flache Hand fast nicht mehr. Es gibt einen in Oberösterreich, der sich diese raueste Vertreterin aus der großen Familie der Backpfeifen, eine tüchtige Gnackwatschn, mehr verdient hat als viele andere, die bereits mit diesem schallenden Kleinod aus der KUPF-Redaktion bedacht wurden. Der Grund, weshalb er sie noch nicht brennend im Nacken spüren durfte, ist alleine der, dass sich all die anderen immer so laut vorgedrängt haben. Der diesmal Bedachte gilt den meisten ZeitgenossInnen nämlich eher als einer der stilleren Sorte, der lieber im Hintergrund agiert. Alleine an Dreistigkeit und Präpotenz steht er den anderen …

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