Es den Steuerzahler*innen erklären

Schon wieder!

Im Monats-, manchmal Wochentakt erfahren wir hier in Österreich, wie sich manche Männer* in Machtpositionen im Kunst- und Kulturbetrieb diskriminierend, übergriffig oder missbräuchlich verhalten. “Not all men” – Ja eh, danke für die Mitarbeit.

Gerade im Kunst- und Kulturbereich, der sich gerne gesellschaftsverändernd, kritisch, feministisch, divers und offen nach außen gibt, mit oft wirklich guten Tipps, wie sich das Publikum doch verhalten möge, ist die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, bezogen auf das eigene Verhalten nach innen, sehr breit. Das ist nichts Neues, sagt ihr? #metoo, etc.? Eh nicht, trotzdem muss sich das jetzt endlich mal ändern.

Grad in Zeiten der knappen Budgets ist es auch den Steuerzahler*innen nicht zumutbar, z. B. das übergriffige Treiben von Künstlern, Medienmachern oder aktionskunstaffinen Kuratoren zu finanzieren, die nicht einmal in der Lage sind, echte Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, sondern frech behaupten, von Dämonen gequält zu sein oder darauf plädieren, Künstler von ihren Werken zu trennen. 

Die freie Szene darbt finanziell dahin, ist aber eh ganz aware und reflektiert, und die Großen richten es sich? Nein, so leicht dürfen wir es uns nicht machen. Auch in vielen kleineren Strukturen haben sich Patriarchat und Hierarchien gut eingerichtet. Hier ist der Umgang mit dem Thema wegen der Vermischung von Ehrenamtlichkeit, Beruf und Privatem oft noch viel schwieriger.

Was tun?

Professionalisieren wir uns endlich zum Umgang mit Macht und Machtmissbrauch, egal in welcher Organisation wir tätig sind. Setzen wir Konsequenzen ohne Wenn und Aber. Unterlagen dazu gibt es viele. Beratungsmöglichkeiten für Vereine und Organisationen auch. Dann können wir auch den Steuerzahler*innen weiterhin die Relevanz von Kunst und Kultur als Daseinsvorsorge in Zeiten knapper Kassen erklären – ohne Schamesröte im Gesicht.

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