Umverteilung im Großen wie im Kleinen

Die Zeiten werden nicht leichter, prophezeit Andrea Mayer-Edoloeyi.   Im Internet habe ich ein Video entdeckt, das das gute alte Gesellschaftsspiel »Monopoly« neu definiert: Bei »Bankenkrise« (abrufbar unter http://andreame.at/bankenkrise) lernen wir, dass Geld schnell verzockt ist, aber damit kein Risiko verbunden ist, weil der/die SpielerIn sowieso bald wieder am »Staatfeld« landet und damit das Geld zurückbekommt. Konklusio: Das Geld kommt von den Eltern der kleinen SpielerInnen, es sind Steuergelder. So ist es auch im realen Leben: Auf 2.000.000.000.000 $ wird der Finanzbedarf amerikanischer und europäischer Banken geschätzt. Allein Österreich hat ein 100 Milliarden Euro Hilfspaket für die Banken geschnürt. Die …

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Soziale Lage der Künstler/innen – Kultur in Arbeit

Arbeitsmarktpolitik im Kulturbereich beleuchtet Juliane Alton.   Es gibt Länder, in denen Kulturforschung stetig stattfindet und wo deren Ergebnisse Auswirkung auf die Realität haben. 1 In Österreich gab es für die Ankündigung der damals frisch gebackenen Kulturministerin Schmied, nach fast zehn Jahren Pause künftig wieder Kulturforschung betreiben zu wollen, breite Zustimmung. Im vergangenen Juni wurde eine »Rohfassung« der Auftragsstudie »Zur sozialen Lage der Künstler/innen« an die Auftraggeberin abgeliefert. Als sich abzeichnete, dass die Studie weder fertig gestellt noch publiziert werden würde, sorgten Menschen im Ministerium dafür, dass die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung publiziert wurden. 2 Warum die Ministerin nicht einmal …

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Stop/Rewind + Mixdown

Pamela Neuwirth nimmt die Strategien der Linz09-Verantwortlichen unter die Lupe.   Als ich im Frühjahr 08 den oberösterreichischen Autor Rudolf Habringer auf der Buchmesse Leipzig zum Interview traf, fanden wir uns in einem schicken Linz09-Café wieder und waren doch perplex: das Café sollte als Rahmen für Lesungen der AutorInnen fungieren; neugierig studierten wir den Linz09-Katalog, was denn Linz09 bislang mit Literatur zu tun hätte? Wirklich fündig wurden wir nicht – seltsam damals, das Linz09-Café in Leipzig. Literatur findet sich zwar mittlerweile im Programm, es sind die großen Namen, mit denen Literatur beworben wird: Stifter, Bernhard und zugkräftige, zeitgenössische AutorInnen. Stop/Rewind …

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Wir sind wirklich für Vereinfachung

Der Landesrechnungshof, das unbekannte Wesen! Ein Gespräch mit dessen Präsident führte Stefan Haslinger.   Im politischen Diskurs wird er zitiert, um Versäumnisse anderer zu veranschaulichen. Darüber hinaus zeigt dieses Gremium wenig Präsenz. Was zu bedauern ist! Stellt doch der Landesrechnungshof in seinen Prüfberichten Überlegungen z.B. zur Reform des Fördersystems an, die nachhaltige Auswirkungen auf die Kulturlandschaft haben könnten. Ein Gespräch mit dem Präsidenten des OÖ Landesrechnungshof Dr. Helmut Brückner über Zielvereinbarungen, Verwaltungsabbau und politische Einflussnahme führte Stefan Haslinger. KUPF: Ist es für einen Präsidenten des Landesrechnungshof eigenartig, von einer NGO wie der KUPF interviewt zu werden? Dr. Brückner: Das ist …

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Hammerweg. Eine Sterbebegleitung von Alenka Maly

Kunst- und Kultur im temporären Arbeitsmuseum – besucht von David Guttner   Ein paar kleine Häuser, zu beiden Seiten einer kurzen Sackgasse, verbunden oder getrennt von schmalen Vorgärten, die von niedrigen Hecken umsäumt sind und auf denen vereinzelt ein paar Bäume stehen. Alles wirkt eigenartig verkleinert, beinahe gedrückt und etwas heruntergekommen, bedrückend oder verwahrlost aber nicht. Die Siedlung kann leicht übersehen werden. An der Peripherie Trauns gelegen, finden sich in der näheren Umgebung ein größeres Autohaus, ein Friedhof (auf dem unlängst 90 islamische Gräber geschändet wurden) und eine Trinkerheilanstalt (korrekter wäre wohl das Therapiezentrum Traun für Alkohol- und Medikamentenabhängige). So …

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Liebe immervolle Eva!

Mata Hari über die Krippenstadt als größte Propagandaschleuder für die heilige Familie.   Also was für eine Aufgabe! Kulturpolitische Briefe zu schreiben, ist ja eine nette Aufgabe, noch dazu, wo du mich so geschickt mit Sonderausstattungen für meinen Lamborghini versorgst. Aber liebes Mistress-Mind, mir im Oktober den Auftrag zu geben, ich solle doch über die Linzer Krippenstadt schreiben, da krieg’ selbst ich eine Schreibhemmung! An wen soll ich denn mein Schreiben richten, bitte schön? An den schönen Erich (auch Pretty Ricky genannt), der richtigerweise in dieser event-verliebten Zeit Vize für Kultur und Tourismus ist, oder an den Vickerl oder doch …

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„Vor den Spießern auf der Flucht“

Gedanken zur Arbeit in Kulturinitiativen und dessen Gründungen macht sich Martin Böhm   »Ich meine, dass alles schon passiert ist. Zukunft ist schon angekommen, alles ist schon angekommen, alles ist schon da. Es lohnt sich nicht, zu träumen oder irgendeine Utopie der Umwälzung oder der Revolution zu nähren. Es ist alles schon umgewälzt. Ich meine, alles hat schon seinen Ort verloren. Alles hat Sinn und Ordnung verloren. Es ist keine Übertreibung, wenn wir sagen, alles sei schon eingetreten.« Baudrillard Dieser Satz von der Gruppe Tocotronic war oft vielleicht eines von vielen Motiven, warum sich (meist) junge Leute entschlossen, Kulturarbeit zu …

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Der hörbare Unterschied.

Appell an Radioengagement von Sedjro Mensah   Der Anschein ist manchmal irreführend: ich bin Franzose mit einem dementsprechenden erkennbaren Akzent, nun bin ich etwas dunkel, was unvermeidlich zu der immer selben Frage führt: »Wo kommst du denn her?« Begleitet von seiner quasi obligatorischen Ergänzung : »Ja aber wo kommst du denn ursprünglich her?« Menschen vertrauen nicht dem was sie hören, sondern lieber dem was sie sehen. Sehen bedeutet beruhigendes Vertrauen des Sinnes, Gehör sowie die anderen Sinne sollen im besten Fall, als Bestätigung dienen. Im Medienbereich kompensiert man den Verlust und die Verarmung einer unmittelbaren Wahrnehmung zugunsten eines breiteren Zugangs …

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Damit lokale Inhalte ins Fernsehen kommen!

Otto Tremetzberger und Stefan Haslinger unterhalten sich über Kultur und Freie Medien in OÖ.   Zur Konferenz »Nahsehen – Fernsehen« von 14. -15.11. trafen sich WissenschafterInnen, KünstlerInnen, Medien-AktivistInnen und ProduzentInnen, um über aktuelle Fragen der televisuellen Entwicklung zu diskutieren. Die Konferenz, eine Veranstaltung vom Verein Matrix und dem Institut für Medien an der Kunstuniversität, war auch der Auftakt einer öffentlichen Debatte über die Rahmenbedingungen für ein Community TV in Linz. Seit 3 Jahren arbeitet der Linzer Verein Matrix an der Idee. Mit »Nahsehen – Fernsehen« haben die Bemühungen nun eine neue Dynamik bekommen. http://matrix.servus.at/tv-konferenz Matrix e.V. Kunst, Kultur und Medien …

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Uminterpretationen

Andrea Mayer-Edoloeyi ist sich sicher: Es gibt ein Leben nach Linz09!   Linz 09 interpretiert den Advent um: Nicht mehr 24 Türchen gibt es am Adventkalender zu öffnen, sondern – Tradition hin oder her – 31 Türchen stehen zur Verfügung: Linz09 hat ja genügend zum Herzeigen. Die Vorfreude soll nicht mehr eine traditionellen christlichen Fest gelten, sondern dem Faktum, dass Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas sein wird. Weihnachten ist sowieso mehrheitlich ein Kommerzspektakel – die Zeit der besten Umsätze für den Handel – also macht es auch nichts, wenn dieses Jahr ein bisserl verlängert wird zugunsten der »guten Sache«. Die »gute …

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Junge am alten Thron

Über einen radikalen Generationswechsel im Kulturverein „Treffpunkt Georgia“ berichtet Richard Baldinger.   Der seit Jahrzehnten aktive Kulturverein »Treffpunkt Georgia« hat einen radikalen Generationswechsel vollzogen. Ein Anlass um zurückzublicken und die Jungen, die am alten Thron Platz genommen haben, über die Zukunft zu befragen. Seit nunmehr 28 Jahren gibt es den Kulturverein Treffpunkt Georgia, welcher in der idyllischen 600-Seelen-Gemeinde-St. Georgen bei Obernberg am Inn beheimatet ist und dort für kulturelle Veranstaltungen sorgt, insbesondere in den Bereichen Jazz und Kabarett. Alles begann im Jahr 1980, als die damalige Dorfjugend das Bedürfnis verspürte, im eigenen Ort interessante und innovative Veranstaltungen durchzuführen. Es war …

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Das Kreuz mit den Christen – oder Wer hat an der Uhr gedreht?

Christen bashing für das Kreuz mit dem Kreuz in den städtischen Kindergärten. Liebe Christen, was soll das nun schon wieder? Kreuze in städtischen Kindergärten? Weil sie unsere sozialen und kulturellen Wurzeln symbolisieren? Was für eine schwachsinnige Verkürzung, was für eine Beleidigung unserer Intelligenz. Ich lass mich von euch doch nicht auf das Kreuz reduzieren. Das ist nämlich vor allem ein politisches Machtsymbol und kein Identitätsmerkmal. Ein Relikt aus einer Welt, die das Mittelalter nicht überleben hätte dürfen. Freilich habt ihr uns alle geprägt, aber das ist kein Grund zur Freude. Auch ich wurde ungefragt in euren Verein aufgenommen, meine Mutter …

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Kupf-Innovationstopf 2009 – Was sagen die Eingeborenen?

Doris Rögner warnt davor den KUPF-Innovationstopf 2009 zu ignorieren.   Die KUPF hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem Innovationstopf 2009 ausschließlich Projekte zu fördern, die abseits von Linz stattfinden. So weit, so gut. Schließlich haben die LinzerInnen 2009 sowieso allerhand Spektakel auszuhalten, da ist es nur gerecht, wenn sich woanders auch was abspielt. »Abseits« ist das Motto des Innovationstopfes. Wo ist abseits? Aus radikal-individualistischer Sicht ist »Abseits « eigentlich immer woanders, nämlich dort, wo das Selbst nicht ist. Andererseits gibt es durchaus Individuen, die von sich selber sagen, sie stünden im Abseits. Es sind solche, welche die Definitionsmacht abgegeben …

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Gehen Sie nicht in die Abseitsfalle!

Otto Tremetzberger empfiehlt den Initiativen am Land, sich auch diesmal von der Ausschreibung zum KUPF IT nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.   Die KUPF hat sich entschieden, am IT 2008 nur jene Projekte zuzulassen, die außerhalb von Linz stattfinden. Diese Entscheidung ist mutig. Sie ist auch richtig. Wahrscheinlich geht sie zurück auf die Erfahrung, dass Kulturinitiativen (kurz KIs) vom Land beim Innovationstopf ihrem Anteil an der OÖ Kulturinitativenlandschaft entsprechend auffallend wenig oft einreichen und auch auffallend wenig oft zum Zug kommen. Wie hat dieses Ungleichgewicht passieren können? Es kommen nur wenige Ursachen in Frage. Die KIs vom Land …

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Radiohead

Chatgespräch von Klemens Pilsl mit Birgit Pichler zu Radio KUPF.

Tausend Maschinen, mindestens!

Gerald Raunigs Neuererscheinung „Tausend Maschinen. Eine kleine Philosophie der Maschine als sozialer Bewegung“ hat Andre Zogholy für Sie gelesen.   Was kommt denn da daher? Tausend Maschinen? Von Gerald Raunig. Der Bezug zu den 700 Seiten starken »Tausend Plateaus« von Gilles Deleuze und Félix Guattari lässt sich erst mal nicht von der Hand weisen. Ist Gerald Raunig nun völlig grössenwahnsinnig geworden? Doch alles der Reihe nach … Tausend Maschinen ist im Turia und Kant Verlag in der Reihe »Es kommt darauf an« erschienen, was wiederum eine direkte Anspielung auf die bekannte Feuerbach-These von Karl Marx darstellt: »Die Philosophen haben die …

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