Nicht alle Frauen menstruieren und nicht alle Menstruierenden sind Frauen

Menstruation ist eine Verbindung zwischen körperlicher Erfahrung und gesellschaftlichen Normen. Der Umgang damit legt Machtverhältnisse offen und macht Strukturen sichtbar, die in unsere Gesellschaft eingeschrieben sind. 

In den letzten Jahren hat sich die Sichtbarkeit von Menstruation verändert. Zum Beispiel zeigt die Werbung nun rote statt blauer Farbe. Auch die Wissenschaft liefert neue Erkenntnisse – etwa, dass Menstruationsblut Stammzellen enthält. Doch viele Perspektiven werden wenig berücksichtigt, insbesondere die von trans*-, inter*- und nicht-binären Menschen. 

Wie politisch das Thema ist, zeigt aktuell die USA: Meta-Chef Zuckerberg ließ kurz nach der Vereidigung Trumps Tampons aus den Männertoiletten von Meta-Büros entfernen. Diese Maßnahme war ein erster Schritt eines umfassenden Abbaus hart erkämpfter Diversitätsmaßnahmen mit dem klaren Ziel, trans*-, inter*- und nicht-binäre Menschen unsichtbar zu machen. Zeitgleich wird in den USA Trans*Frauen und -Mädchen vermehrt der Zugang zu (Frauen)Toiletten in Schulen und Amtsgebäuden verwehrt.
Mit diesen Eingriffen wird versucht, die bröckelnde Geschlechterbinarität zu festigen und Machtverhältnisse zu stabilisieren.

Menstruation von Weiblichkeit zu lösen ist nötig, um Scham und Tabus aufzubrechen. Dazu gehört eine geschlechtsneutrale Sprache (Gynäkolog*in statt Frauenärzt*in, Menstruationszyklus statt weiblicher Zyklus). Das heißt auch, Infrastruktur anzupassen: nicht-binäre WCs, genügend Sitztoiletten, kostenlose Menstruationsartikel und Entsorgungsmöglichkeiten in allen Sanitärräumen. Fehlende Infrastruktur kann Menstruierende dazu zwingen, ihre Periode heimlich und unter gesundheitsschädigenden Bedingungen zu bewältigen.

Wir sollten uns bewusst sein: Jede Person, der wir begegnen, könnte menstruieren – unabhängig davon, wie sie aussieht oder gelesen wird. Menstruation bestimmt nicht, wer jemand ist, definiert keine Frau, bedeutet weder Gesundheit noch Krankheit, kann unerwünscht, ersehnt, beängstigend, schön, erleichternd oder nervig sein. Indem wir Menstruation nicht binär denken, schaffen wir neue Räume, die dringend gebraucht werden.

In der Rubrik Splitter: Bilder aus Stop-Motion-Arbeiten von Rebekka Hochreiter zum Thema!

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