Call4Articles

Liebe Autor*innen, Künstler*innen, Praktiker*innen,
Expert*innen, Kritiker*innen und Denker*innen,

in der Redaktion macht sich Endzeitstimmung breit: Die letzte Ausgabe dieses Jahrzehnts steht bevor.
Entsprechend bitten wir um Beiträge für die Winterausgabe der KUPFzeitung zu folgendem Schwerpunkt:

KUPFzeitung #172 – Arbeitstitel “ENDLICH | The End of the World as We Know It”
(Erscheinungstermin: 4. 12. 2019, Vorschläge bitte bis 30. 9. 2019)

Befinden wir uns in einem präfaschistischen Zeitalter oder mitten im Faschismus? Stehen wir am Abgrund einer demokratischen, liberalen Weltordnung, oder sind wir bereits über den Rand gestürzt? Ist dies tatsächlich der Anfang vom Ende unserer Zivilisation, oder bloß Schwarzmalerei?

Der weltweite Aufschwung rechtspopulistischer Kräfte, eine erodierende EU, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die schier unaufhaltbare Klimakrise, steigende Arbeitslosigkeit, das Aushöhlen unabhängiger, kritischer Medien, Gender- und Gleichberechtigungs-Backlashes und die Entsolidarisierung unserer Gesellschaft – sie zeichnen jedenfalls ein geradezu apokalyptisches Bild und schüren fundamentale Existenzängste, die nicht zuletzt oder gerade auch Kulturarbeiter*innen betreffen. Was wird aus dem Kulturland Oberösterreich nach den Erschütterungen des letzten Förder-Skandals? Wird der Finanzierungs-Gürtel der Kulturinitiativen fürs kommende Jahr wieder enger geschnallt? Wer wird Österreich regieren, Budgets und Rahmenbedingungen festlegen? Kann es ohne EU-Kommissionsposten für Kultur überhaupt weitergehen oder braucht es einen Kulturstreik? Bleiben ‚Fair Pay‘ und ‚das gute Leben‘ hehre Wunschvorstellungen? Wie werden wir zwischen Selbstausbeutung, Entfremdung und Prekariat in Zukunft arbeiten und (über)leben können? Wie werden wir überhaupt noch Kultur schaffen? Sollen wir Kulturarbeiter*innen uns, wie es von der Leyen formuliert, als “Triebkraft für unsere Wirtschaft” verstehen? Haben wir Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten abseits von Wachstums- und Konsumlogik?

Bei all den Abgesängen wollen wir eine konstruktive Kurve von der Apathie der Krise hin zu Ermächtigung schlagen, von Existenzkampf zur Erfindung des guten Lebens. Wir wollen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, ein neues mutiges Tun diskutieren und Resonanzräume eröffnen. Wir bitten also um Beiträge, die sich mit Endzeitdystopien aber auch -utopien beschäftigen, mit dem Untergang unserer Zivilisation und mit möglichen Neuanfängen, mit Existenzangst, aber auch mit -kampf und -mut. Das kann im Rahmen von informierenden, diskursanregenden, politischen bzw. kritischen Artikel geschehen, mittels Berichten aus der Praxis, Interviews, freien Kommentaren, oder vl. sogar literarischen Essays.

Dies könnte das Ende der Welt sein, so wie wir sie kennen. Endlich? Darin liegt Potential!

Für einen weiteren Teil der Ausgabe gibt es wie immer keine Vorgaben. Worüber möchten Sie/möchtest du schreiben? Worüber sollen wir unbedingt berichten? Oder auch: Welchen Aspekt zum Schwerpunkt haben wir übersehen?

Beiträge:
Wir freuen uns über Artikelvorschläge mit Arbeitstitel, ungefähr geplanter Länge und wenigen Sätzen/Stichworten bis 30. September (sowie eine Kurzbiografie, sollten wir Sie/dich noch nicht so gut kennen) an zeitung@kupf.at.
Wir entscheiden dann rasch, ob wir uns Ihren/deinen Artikel in der KUPFzeitung vorstellen können und geben Feedback.
Besonders freuen wir uns immer über Vorschläge mit geschlechterpolitischem Fokus.

Honorar:
Wir zahlen nicht die Welt, aber 1,7 Cent pro Zeichen, und haben Platz für Texte mit 2.000 bis 7.000 Zeichen. Sollte es am Finanziellen oder am Umfang scheitern, bitten wir um ein Angebot. Ein Belegexemplar ist selbstverständlich.

Wir freuen uns auf Ihre und eure Textvorschläge!
Liebe Grüße aus Linz,
Katharina Serles und Tamara Imlinger
für die Redaktion

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Was ist die KUPFzeitung?

Die KUPFzeitung ist das kulturpolitische Magazin der Kulturplattform Oberösterreich mit starker Online-Präsenz. Sie ist Medium des Kulturdiskurses. Die KUPFzeitung steht mit beiden Beinen auf oberösterreichischen Boden, verhandelt Themen von österreichweiter Relevanz und ist international vernetzt. Seit 2019 gibt es eine Kooperation der KUPFzeitung mit dem Dachverband Salzburger Kulturstätten.

Wer liest die KUPFzeitung?

Die KUPFzeitung erscheint viermal im Jahr. Sie greift aktuelle Themen auf und initiiert nachhaltige Diskurse. Die Leser*innen der KUPFzeitung interessieren sich für Kultur, Medien und Politik, für Regionalentwicklung und Globalisierung, für bewussten Konsum und das gute Leben. Die Leser*innen der KUPF sind engagiert und tragen in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Verantwortung. Unsere Leser*innen sind Kulturschaffende, Kulturpublikum, Kulturpolitiker*innen und -beamte sowie Protagonist*innen aus der gesamten Zivilgesellschaft in ganz Oberösterreich. Bürgermeister*innen und Kulturreferent*innen von zig oberösterreichischen Gemeinden erhalten die KUPFzeitung, ebenso zahlreiche Repräsentant*innen aus Verwaltung und Politik.
Die KUPFzeitung umfasst knapp 36 Seiten und erscheint in einer Auflage von 4.000 Stück. 2.500 Abonnent*innen erhalten die KUPFzeitung direkt mit der Post. 1.500 Exemplare liegen in Kulturinstitutionen in Linz sowie Kulturstätten in ganz Österreich auf und sind dort schnell vergriffen.