KUPFzeitung #196 Senf
Unsere Winterausgabe sucht Beiträge zu Senf, Kunst und Kultur und allem, wo wir unseren Senf (nicht) dazugeben können. Honorar: 3 Cent pro Zeichen. Vorschläge für Text, Illustration, Fotos bis Ende September an zeitung@kupf.at schicken, absprechen und realisieren Anfang November.
Einreichen bis: 30. September 2025
kupf.at/call4articles
Liebe Autor*innen, Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen, Journalist*innen, Medienschaffende, Kritiker*innen, Denker*innen, Kulturinteressierte und Senfliebhaber*innen!
Mal körnig, mal süß, mal scharf: Senf. Er begleitet Haubengerichte genauso wie (vegane) Wurstsemmeln – und manchmal auch hitzige Debatten. Wir nehmen das unscheinbare Gewürz zum Anlass, um den Blick auf Geschmack, Vielfalt und Lust am Austausch zu richten.
Mehr Senf, bitte! Denn „den eigenen Senf dazugeben“ ist keine Nebensache. Es geht um Stimmen, Perspektiven und Deutungshoheiten: Wer wird nach der Meinung gefragt – und wessen Meinung wird als schwer verdaulich abgetan? Wessen Realität wird erzählt, wessen Geschichte(n) weitergegeben?
„Senf“ kann auch für Gleichzeitigkeit und Widersprüche stehen: süß und scharf, mild und intensiv. Für Diversität und unterschiedliche Lebensrealitäten. Für Pluralität – und die Frage, wie wir sie als Stärke begreifen können. Für Streitkultur: Wo brauchen wir mehr Biss, mehr Schärfe, mehr Reibung? Wann hören wir besser zu? Was brauchen wir noch, um miteinander zu lernen? Wie gehen wir mit Konflikten um? Wie können wir unterschiedliche Meinungen und Zugänge respektvoll zulassen – ist es doch oft gerade das Körnige, Unebene, Nicht-Homogene, das neue Perspektiven eröffnet und Veränderung möglich macht. Wie fördern wir Strukturen, in denen Vielfalt gedeihen kann und möglichst alle teilhaben?
Nicht immer braucht es große Mengen: Manchmal reicht schon eine Prise Senfpulver, um große Veränderungen herbeizuführen. Welcher Geschmack uns zusagt, ist durch unsere Lebensumfelder geprägt. Mit welchen Geschmacksurteilen und -erwartungen gehen wir an Kunst und Kultur heran? Wie ginge das auch anders?
Welche kulturellen, politischen und sozialen Strukturen vererben sich weiter, und wie lassen sie sich verändern? Und welche Verantwortungen tragen dabei Kunst und Kultur? Wie wird der Kulturbereich jener Rolle gerecht, Vor- und Spiegelbild der Gesellschaft zu sein? Wo wir doch alle den gleichen Senf verinnerlicht haben, ob wir ihn nun mögen oder nicht. Damit verbunden ist auch das Weitergeben unter uns. Was wird von Generation zu Generation vermacht – materiell, kulturell, politisch? Welche (Senf-)Samen, Traditionen, Ideen, Privilegien oder Krisen tragen wir mit uns? Und was davon wollen oder sollten wir behüten, neu säen, runterschlucken, zermalmen oder ausspucken? Wie führen wir Neues mit Bestehendem zusammen? Wie beeinflussen Herkunft, Geschlecht, Klasse, Alter oder Behinderung unseren Zugang zu Kultur, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe? Wem wird welcher „Senf“ angedichtet – wie prägen Stereotype und Erwartungen uns und den Blick auf die Welt?
Und schließlich: Es brennt. Die Klimakrise betrifft uns alle – auch Kunst und Kultur. Welche Rolle können Kulturinitiativen in ökologischen Diskursen spielen? Wie gehen wir mit den großen gesellschaftlichen Widersprüchen um – Klimakrise und Wirtschaftswachstum, Reichtum und Armut? Welche neuen Perspektiven können wir entwickeln, wenn wir den Status quo nicht einfach hinnehmen? In welchen Senf sollten wir uns lieber (nicht) tief eintunken?
Wir laden euch ein, euren Senf beizusteuern:
Eure Beiträge können sich mit allen Aspekten dieser Themen auseinandersetzen – wie wir Vielfalt und Weitergabe neu denken können. Lasst uns gemeinsam erkunden, wie wir mit Widersprüchen leben – und welche Rezepte wir für die Zukunft neu erfinden müssen.
Ob süß, scharf, körnig oder alles zugleich: Wir sind offen für Analysen, Essays, Interviews, Reportage, künstlerische Arbeiten, Illustrationen, Fotostrecken, Good Practices, Worst Practices, radikale Systemkritik – alles, was würzt oder neue Geschmacksrichtungen eröffnet.
Auch (kurze) (Fun) Facts zu Senf sind willkommen.
Schickt uns eure Ideen und Beiträge bis zum 30.09.2025 an zeitung@kupf.at.
Herzliche Grüße
Das Redaktionsteam der KUPFzeitung
Deadline und Auswahl:
Wir freuen uns über Artikelvorschläge bis zum 30.09.2025. Das Formulieren einer Idee, eines Zugangs, einer Skizze etc. ist ausreichend. Sollten wir dich / Sie noch nicht so gut kennen, bitten wir um ein paar Sätze zur Person. Das Redaktionsteam der KUPFzeitung wählt die Beiträge aus (Ella Kronberger, Tamara Imlinger sowie fallweise weitere Personen aus dem Büroteam der KUPF OÖ). Redaktionsschluss ist bei einer Zusage dann Anfang/Mitte November und Anfang Dezember erscheint die neue KUPFzeitung.
Fertige Beiträge und Re-Prints:
Das Formulieren einer Idee in ein paar Sätzen ist ausreichend. Gerne könnt ihr / können Sie uns aber auch ausformulierte Beiträge oder Entwürfe schicken – im Umfang von 2.000 oder 4.000 Zeichen. Wir geben redaktionelles Feedback und besprechen gegebenenfalls gemeinsam die Ausrichtung des Beitrags. Auch bereits veröffentlichte Beiträge sind willkommen. Je nach Umfang etwaiger Adaptierungen können wir dafür mindestens die Hälfte des regulären Honorars anbieten.
Abbildungen:
Die KUPFzeitung erscheint im Vierfarbdruck. D. h. auch visuelle Beiträge sind gern gesehen: Wir freuen uns über Illustrationen, Grafiken und Abbildungen, die in dieser Form gut umgesetzt werden können, über (Daten-)Material, das sich gut visualisieren lässt und über experimentelle Beiträge.
Honorar und Umfang:
Wir zahlen nicht die Welt, aber 3 Cent pro Zeichen, und haben Platz für Texte mit 2.000 bis 6.000 Zeichen. Sollte es am Finanziellen oder am Umfang scheitern, bitten wir um ein Angebot. Wir bemühen uns, die gewünschten Beitragslängen zu berücksichtigen, bitten aber um Verständnis, dass wir hier gegebenenfalls Rücksprache halten und je nach Zusammensetzung der gesamten Ausgabe die Beiträge abstimmen. In Einzelfällen können wir ein höheres Honorar zahlen. Angewiesen sind wir darüber hinaus auf Beiträge, die ohne Honorar umgesetzt werden können – wenn das für Sie/dich im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses oder als Soli-Beitrag möglich ist, freuen wir uns!
Weitere Infos:
Alle wichtigen Infos zur Gestaltung der Beiträge gibt es hier: https://kupf.at/info-fuer-autorinnen-der-kupfzeitung. Und das Archiv der KUPFzeitungen liegt hier: https://kupf.at/zeitung/Mailingliste abonnieren:
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Diversität:
Regelmäßig beschäftigen wir uns selbstreflexiv und -kritisch mit Fragen der Repräsentation in der KUPFzeitung und bemühen uns, Intersektionalität zu thematisieren und ein Bewusstsein dafür zu verbreiten. Zum Beispiel BiPoC, nicht-weiße Personen, Migrant*innen, Geflüchtete, Personen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, sind in der KUPF OÖ und unseren Medien unterrepräsentiert. Diese und ähnliche Perspektiven sind also besonders erwünscht. Wir bemühen uns, möglicherweise interessierte Personen direkt anzusprechen, und freuen uns, wenn Sie und du diesen Call entsprechend weiterleiten könnt.
Wir möchten außerdem Personen zu einer Zusammenarbeit mit uns ermutigen, die wenig oder keine Erfahrung in der Arbeit mit Text haben. Wir stehen mit redaktioneller Unterstützung zur Seite und machen aus Ihren und deinen Entwürfen gemeinsam einen fertigen Beitrag.